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Jazz

14.02.2018

Besuch aus Brasilien und Spanien

Das Jorge Rossy Quartet kommt am Freitag ins Birdland.
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Das Jorge Rossy Quartet kommt am Freitag ins Birdland.
Bild: Frank Matthey

Harfenistin Cristina Braga und das Jorge Rossy Quartett treten im Birdland auf. Welche Musik sie im Gepäck haben

Aus Spanien reisen die vier Musiker vom Jorge Rossy Quartett am Freitag ins Neuburger Birdland. Die Harfenistin Cristina Braga mit Ihrem Trio kommt aus Rio de Janeiro. Für diese Veranstaltung am Samstag sind nur noch wenige Sitzplätze an den Tischen links neben der Bühne vorhanden.

Die Fans des Birdland kennen Jorge Rossy längst. Als Drummer, vor allem an der Seite des großen Brad Mehldau, hinterließ er unauslöschliche Spuren. Tatsächlich kennengelernt haben ihn die meisten freilich erst in den vergangenen zwei Jahren – und das ausgerechnet an seinem Zweitinstrument Vibrafon, das längst zur Hauptbeschäftigung des 54-jährigen Spaniers geworden ist. Nach diversen Allstarbesetzungen (unter anderem 2017 mit Joshua Redman) sowie größeren Formationen wie Sextett oder Quintett reduziert Rossy nun seine musikalische Wunschvorstellung 2018 auf ein Quartett. Damit will er den einzelnen Instrumenten mehr Raum verschaffen und der eigenen musikalischen Vision zu größerer Durchschlagskraft verhelfen. Am besten gelingt dies natürlich mit alten Freunden, die diesmal ausschließlich aus seiner spanischen Heimat stammen. Neben dem Tenorsaxofonisten Santi Delarrubia und dem Bassisten Marc Cuevas ist dies vor allem der aus Uruguay stammende Drummer Aldo Caviglia, der auf der iberischen Halbinsel Kultstatus genießt und in den 1990er Jahren häufig im Hofapothekenkeller zu Gast war. Noch ein Novum: Das Quartett konzentriert sich weniger auf Eigenkompositionen, sondern nimmt stattdessen Standards von Bud Powell, Mingus, Jackie Mclean, Wayne Shorter oder Horace Silver ins Visier.

Die Harfe und Brasilien: Seit 2009 wissen die Fans im Neuburger Birdland, wie dieser Spagat gewinnbringend funktioniert. Fünf Mal schon – zuletzt vor fast genau einem Jahr – begeisterte Cristina Braga seither auf reizvolle Weise. Denn die attraktive Sängerin und Harfenistin an der Oper von Rio de Janeiro führt ein musikalisches Doppelleben. Auf der einen Seite frönt sie ihrer Leidenschaft für die Klassik, die sie mit Größen wie Mistislav Rostropovich zusammenbrachte. Auf der anderen liebt sie die Bossa Nova, jene spektakuläre Melange aus Samba und Jazz, die der brasilianischen Seele eine Stimme verleiht. Aus dieser Kombination entsteht eine faszinierende Palette menschlicher Gefühle, ein Strauß voller beschwingt melancholischer Melodien und Instrumentalkombinationen. Natürlich kann Christina Braga, die an der Universität von Rio klassische Harfe mit Auszeichnung studierte, Harfenfestivals in Brasilien organisiert und in ihrer Heimat längst als Superstar gilt, improvisieren. Selbstverständlich lässt sie auch ihr betörendes, sanft-wärmendes Timbre erklingen, begleitet von Ehemann Ricardo Medeiros und Flo Pfeifer. Den Unterschied macht jedoch einzig Bragas unvergleichlicher Harfenklang. (nr)

Tickets gibt es telefonisch unter 08431/41233, per Fax an 08431/46387, übers Internet (www.birdland.de) oder ab 19.30 Uhr an der Abendkasse.

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