Geschichte

28.01.2012

Bewegendes Gedenken

„Das Erinnern gehört zu unserer Verantwortung“Kultureferent Gabriel Engert

Schüler erinnern an NS-Opfer

Keine Worte, keine Requisiten und auch keine Hilfsmittel – es war schon beeindruckend, wie die neun Schülerinnen der Theatergruppe des Christoph-Scheiner-Gymnasium es schafften, eine derartig beklemmende Szenerie zu erschaffen. Lediglich pantomimisch untermalten die Laienschauspieler die im Hintergrund laufende Lesung aus den Tagebüchern von Rudolf Höß, dem Kommandanten des Konzentrationslager Auschwitz. Die Schülerinnen stellten Inhaftierte dar, die hilflos nach einem Ausweg ihrer Gefangenschaft suchten, schließlich ihre Kleidung ausziehen mussten und unter qualvollen Schmerzen in der Gaskammer starben. Während der szenischen Darstellung war es mucksmäuschenstill im Jugendzentrum der Fronte.

Seit 1998 widmet die Stadt Ingolstadt dem Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz am 27. Januar eine eigene Veranstaltung. In Ingolstadt wird die Gedenkveranstaltung für die unzähligen NS-Opfer jährlich in Zusammenarbeit mit einer weiterführenden Schule umgesetzt. Heuer war das Christoph-Scheiner-Gymnasium an der Reihe.

Kulturreferent Gabriel Engert erläuterte in seinem Grußwort vor den Schülern, Schulleitern und Stadträten, dass es immer noch „richtig und unerlässlich“ sei, dass sich junge Menschen mit den Gräueltaten des Dritten Reichs auseinandersetzen. „Das Erinnern gehört zu unserer Verantwortung,“ so Engert.

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Auch Studiendirektor Gerhard Maier betonte, dass es von großer Bedeutung sei, dass die „Erinnerungen wach gehalten“ werden. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung wurde auch nochmals das Projekt „Stolpersteine“ vorgestellt. Die kleinen Hinweistafeln sind ein Projekt des P-Seminars Geschichte der Q12, sie weisen auf die Wohnorte, Geburts- und Sterbedaten von NS-Opfern hin. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Kulturreferent Engert, dass die Stolpersteine im März „verlegt“ werden. Studiendirektor Meier sagte: „Die Stolpersteine sollen sicherstellen, dass die Menschen und deren Geschichten nicht vergessen werden und ihnen ein Denkmal gesetzt wird. Die Bürger sollen im wahrsten Sinne des Wortes über die Geschichte stolpern, nachdenken und ihre eigenen Schlüsse ziehen.“

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Instrumentalensembles, einem Chor, Gitarrenspielern und einer Violinistin.

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