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Ingolstadt

06.11.2016

Bezaubernde Spielfreude

Laura Cuenca und Ferdinand Schmidt-Modrow unterhielten ihr Publikum im Altstadttheater in „Eine Sommernacht“ sehr.
Bild: Foto: Franz Kimmel

Altstadttheater „Eine Sommernacht“ bereitet mit wunderbaren Darstellern Vergnügen

Etwas ganz Erstaunliches bietet das Altstadttheater mit seiner jüngsten Premiere: ein Zweipersonen-Stück ohne äußere Handlung, 110 Minuten Dialog – und dennoch pures Vergnügen. „Eine Sommernacht“ von David Greig und Gordon McIntyre hat Leni Brem unlängst erfolgreich am Münchner Hofspielhaus inszeniert und nun für die Ingolstädter Privatbühne übernommen, die sie seit Spielzeitbeginn zusammen mit Falco Blome leitet.

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Die erzählte Geschichte strotzt eigentlich vor Banalitäten. Helena, eine Scheidungsanwältin in Edinburgh, ist wieder einmal von ihrem verheirateten Lover versetzt worden. In einer Bar macht sie sich aus Frust an den Kleinkriminellen Bob ran. Nach einem fürchterlichen Besäufnis landen die beiden im Bett. Ernüchterung am Morgen, kühler Abschied. Aber kurz darauf eine zufällige Wiederbegegnung: Sie hat versehentlich bei einer Hochzeitsfeier die Stimmung versaut, er schleppt mit sich 15 000 Pfund in einer Plastiktüte herum, nachdem es ihm nicht gelungen ist, die Beute aus einem illegalen Autoverkauf für den Banden-Boss zu deponieren. Bob fasst einen abenteuerlichen Entschluss: Er lädt Helena ein, mit ihm den Haufen Geld an einem Wochenende auf den Kopf zu hauen.

Der geschickt konstruierte Dialog widersteht mit Rückblenden, Verschränkungen und Rollenwechseln jedem Anflug von Langeweile. Entscheidend aber in Leni Brems Inszenierung: Sie hat zwei wunderbare, höchst spielfreudige Darsteller zur Verfügung. Die attraktive Laura Cuenca Serrano entzückt durch Verwandlungskunst. Ferdinand Schmidt-Modrow, der auch mit Gitarre und Mundharmonika hübsch musizieren kann, ist der Idealtyp eines sympathischen kleinen Schurken. Ein bezaubernder Abend, sehr empfehlenswert.

Die nächsten Aufführungen 13. und 26.11., 4. und 15.12.

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