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Kultur

27.07.2020

Blick zurück zeigt rasante Entwicklung Neuburgs

Bilder und Objekte aus den Beständen des Historischen Vereins sind in der neuen Ausstellung im Stadtmuseum zu sehen.

Plus Im Stadtmuseum in der Altstadt ist die Ausstellung „Die 50er und 60er Jahre in Neuburg“ zu sehen. Was die Fotos zeigen.

Im Neuburger Stadtmuseum startete am Sonntag die Ausstellung „Die 50er und 60er Jahre in Neuburg“. Sie wird bis zum Jahresende dauern und ist in drei Räumen des Erdgeschosses eingerichtet, dort, wo immer wieder Sonderausstellungen des Stadtmuseums zu sehen sind.

Für die neue Ausstellung konnten die Ausstellungsmacher unter der Leitung von Michael Teichmann auf die Bestände des Historischen Vereins zurückgreifen. Zahlreiche Schwarz-Weiß- und wenige Farbfotos wurden vergrößert, auch die beliebten Ansichtskarten vermitteln ein Bild aus der Zeit der Wirtschaftswunderjahre. Die alte Residenzstadt Neuburg stand vor einer Erneuerung: Viele der auf den Bildern zu sehenden Gebäude wurden in dieser Zeit abgerissen und durch neue ersetzt.

Am Beispiel der Stadtbergauffahrt ist der "Nachkriegsboom" in Neuburg zu sehen

Besonders deutlich ist der „Nachkriegsboom“ zu sehen am Beispiel der Stadtbergauffahrt, die Neuburger gern als „Scherle-Pass“ bezeichnen. Dort stand das damals hypermoderne „Reisebüro“, ein Flachdach-Gebäude, das – auch weil sehr umstritten – nach einem Brand wieder abgerissen wurde. Nur das Naturstein-Untergeschoss ist erhalten geblieben.

Karl Tischler (links) hat das Modell des ehemaligen Schlosstheaters gebaut, Museumsleiter Michael Teichmann freut es, dass es Teil der aktuellen Ausstellung ist.

Besonders in der Unteren Altstadt ist der Wandel sichtbar, nur ältere Neuburger werden sich noch an die eine oder andere Straßenecke erinnern. Die Bilder der Oberen Altstadt gleichen, was die Gebäude betrifft, sehr den aktuellen. Doch die damals noch wenigen dort geparkten Opel-Rekords, Käfer oder Isetta-Automobile lassen ahnen, aus welcher Zeit die Bilder stammen. „Bei vielen dieser Fotos“, so Michael Teichmann, „wissen wir nicht genau, wann sie entstanden sind. Wir hoffen deshalb, dass uns die Besucher weiterhelfen werden.“

In den Nachkriegsjahren gab es in Neuburg gleich zwei Lichtspielhäuser

Die Stadt Neuburg leistete sich in den Nachkriegsjahren sogar zwei Lichtspielhäuser. Neben dem Hofgarten-Theater existierte auch noch das 1938 erbaute Schlosstheater auf dem Schrannenplatz, das allerdings 1981 schon wieder abgerissen wurde. Nicht einmal Pläne davon sind erhalten. Deshalb musste Karl Tischler für sein Modell die Maße aufgrund von Vermutungen berechnen. Der 80-jährige Neuburger hat ein Modell des beeindruckenden Bauwerks, das im Gewölberaum ausgestellt ist, in vielen Stunden Kleinarbeit gebaut und es dem Museum zur Verfügung gestellt. 65 Bilder und Objekte – vom Stöckelschuh bis zur Tapete – zeugen von der interessanten Zeit in Neuburg.

Eine die Ausstellung begleitende Publikation wird derzeit noch erarbeitet, sie soll Anfang Oktober erscheinen. Die Ausstellung ist von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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