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25.06.2009

Brandschutzmängel jetzt auch am Gymnasium

Neuburg Die Welle der Brandschutzmängel an öffentlichen Gebäuden im Landkreis reißt nicht ab. Nach dem Haus im Moos sowie dem Rathaus und der Vhs in Schrobenhausen ist nun auch das Descartes-Gymnasium in Neuburg betroffen. Hier gibt es teilweise "erhebliche Abweichungen" von den Brandschutzmaßnahmen, wie sie ursprünglich in den Bauplänen vorgesehen waren.

In der gestrigen Bauausschusssitzung sorgte das durchwegs für Kopfschütteln. "Skandalös!" entfuhr es beispielsweise Fritz Goschenhofer ( CSU), als Markus Laumer von der Bauverwaltung die Liste der Mängel vorlas. Vor allem im zentralen Eingangsbereich seien Nachbesserungen bei Türen und Fenstern notwendig: Einige Brandschutztüren würden nicht selbstständig schließen, Fenstergläser seien nicht bruchsicher. Auch die Abschottung von Leitungen in den Decken entspreche nicht den Bauplänen.

Karlshulds Bürgermeister Karl Seitle stellte nach dieser wenig erfreulichen Neuigkeit eine Frage, die wohl allen Kreisräten auf den Nägeln brannte: "Wieso fehlt es plötzlich beim Brandschutz hinten und vorne?" Laumer wollte dazu keine Schuldzuweisungen anstellen, vermutete aber, dass die ausführenden Architekturbüros einen maßgeblichen Anteil daran hätten. "Wer auch immer die Verantwortung dafür trägt, muss zur Rechenschaft gezogen werden", forderte Klaus Brems (FW) in unmissverständlichem Ton. Dem stimmte auch Goschenhofer uneingeschränkt zu. Er will die Haftungsfrage geklärt wissen und dazu mit den Architekturbüros sprechen. Thomas Hümbs (FW) mahnte jedoch zu mehr Besonnenheit: "Bevor wir mit Kanonen schließen, sollten wir erst prüfen, wie der Sachstand beim Brandschutz damals war und was sich seitdem geändert hat." Das Descartes-Gymnasium wurde Mitte der 90er Jahre umgebaut und zuletzt 2008 um den Westtrakt erweitert.

In diesem Zusammenhang schlug Kreisbrandmeister Georg Martin (CSU) vor, alle öffentlichen Gebäude auf Brandschutz und Rettungspläne hin zu prüfen. Dabei soll das Augenmerk vor allem darauf gerichtet werden, ob brandschutztechnische Maßnahmen, wie sie im Bauplan vorgesehen waren, auch tatsächlich ausgeführt wurden. Dieses Manko gab es bereits beim Haus im Moos und wiederholt sich jetzt beim Descartes-Gymnasium.

Brandschutzmängel jetzt auch am Gymnasium

Landrat Roland Weigert unterstützte den Vorschlag Martins voll. "Die öffentliche Hand hat eine Vorbildfunktion, und beim Brandschutz haben wir null Toleranz", sagte er. Auch die Frage der Verantwortlichkeit soll künftig transparent gemacht werden. Er will Bauabnahmen so dokumentieren, dass auch in zehn Jahren noch nachvollziehbar sei, wer welche Baumaßnahmen kontrolliert und abgesegnet habe. Bei der Spurensuche nach Verantwortlichen im Fall Haus im Moos war dies zuletzt nicht mehr möglich. Die Nachforschungen wurden deshalb eingestellt.

Das Landratsamt wird jetzt einen Planer beauftragen, der sich die Mängel ansieht und einen Vorschlag macht, wie sie ausgemerzt werden.

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