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Schützenheim

15.05.2011

Brauchtum und Moderne unter einem Dach

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Das neue Schützenheim der Usseltaler ist zur Zier für den kleinen Ort Trugenhofen geworden.
Bild: Fotos: Michael Geyer

In Trugenhofen steht die Gemeinschaftsleistung der Usseltaler vor dem Abschluss

Rennertshofen-Trugenhofen In rund 15000 unfallfreien Arbeitsstunden haben sich die Usseltaler Schützen ihr neues Heim an der Ringstraße in Trugenhofen gebaut. Am Sonntag, 22. Mai, wollen sie ihr Gemeinschaftswerk einweihen.

Die Planungen für das Projekt mit 20,5 mal 13 Meter Grundfläche begannen bereits vor vier Jahren. Am 2. September 2009 erfolgte der Spatenstich für das Gebäude, das jeweils neun Schießstände auf jedem Stockwerk beherbergt. Dazu kommen noch Auswertungsräume, ein Schützenmeisterzimmer, eine Waffenkammer, Umkleiden, Toiletten, eine Küche und ein Gemeinschaftsraum. Auch ein Zimmerstutzenstand mit 15 Meter Länge wurde geschaffen. Im Dachgeschoss befinden sich Lagerräume. Nach einer Rekordzeit von nur 21 Monaten ist das Schützenheim fertig und nötigt jedem Respekt vor dieser vorbildlichen Gemeinschaftsleistung ab.

Die „Usseltaler“-Schützen sind fest im Dorfleben von Trugenhofen verankert und blicken auf eine längere Geschichte zurück: 1922 wurde der Verein gegründet. Als Übungsraum stellte der damalige Gastwirt und Gründungsmitglied Ludwig Schmidt das Nebenzimmer der Gastwirtschaft „Zum Brui“ zur Verfügung. 1938 lösten die Nationalsozialisten den Verein auf, 1953 formierte er sich wieder und Jakob Mederle, der die Schützen vorher geführt hatte, trat wieder an ihre Spitze. 1978 bauten sich die Schützen beim „Brui“ einen Bierkeller zum Schießstand um, hatten aber gewaltiges Pech: Kurz vor der Einweihung brannte der „Brui“ im Juli 1980 bis auf die Grundmauern nieder und mit ihm auch der neue Schießstand. Nach dem Neubau der Wirtschaft kamen die Schützen erneut im Keller unter und 1981 konnte der Schießstand endlich eingeweiht werden. Am 8. April 2007 beschloss der Vorstand den Bau des neuen Schützenheims.

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Vom Spatenstich weg selbst angepackt

Ohne Eigenleistungen hätte der Verein die Bausumme von rund 380000 Euro nicht stemmen können. Die Mitglieder packten vom Spatenstich weg selbst mit an und drückten durch ihren freiwilligen Arbeitseinsatz die Kosten gewaltig nach unten. Kassier Stephan Gröbl musste bis jetzt Rechnungen in Höhe von lediglich 262000 Euro bezahlen, denn der Verein konnte auch auf etliche versierte Fachkräfte bauen, von denen manche über 1700 freiwillige Stunden geleistet und den Vereinssäckel damit erheblich entlastet haben. Großes Vorbild war Schützenmeister Franz Kapfer mit rund 3500 Arbeitsstunden. „Es war für uns eine gewaltige Herausforderung, die wir nur in Gemeinschaft bewältigen konnten. Und das alles unfallfrei!“, stellt Kapfer zufrieden fest.

Planung und Bauleitung lag beim Schirmherrn des letzten Schützenfestes, Hans-Jörg Rucker, der Gerät und Maschinen kostenfrei zur Verfügung stellte. Die örtliche Baubetreuung hatte Maurermeister Karl Schuster unentgeltlich übernommen. Außerdem reduzierten sich die Kosten durch das vereinsfreundliche Verhalten vieler Lieferanten, die den Schützen Preisnachlässe in Höhe von insgesamt 47000 Euro gewährten. Die Arbeitsmoral und Schaffenskraft einer solch starken Mannschaft hielt Nachbar und Ehrenschützenmeister Karl Ries mit seiner Familie mit kräftigen Brotzeiten aufrecht. Er erwies sich auch als echter Nothelfer, wenn es mal schnell etwas zu besorgen oder zu organisieren gab.

Der ganze Ort Trugenhofen und auch Kienberg standen hinter der Idee: Die Rechtlergemeinschaft spendierte das Bauholz, die Freiwillige Feuerwehr gewährte einen Kredit, rund 12000 Euro machte der Verkauf von „Bausteinen“ und Privatkrediten aus. Auch der Markt Rennertshofen unterstützte den Bau: „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war gut, dort hatte man ein offenes Ohr für unser Anliegen“, dankt Kapfer der Kommune, die 15 Prozent der förderfähigen Kosten (33171 Euro) übernommen hatte. Vom Landkreis kamen 15000 Euro, der Bayerische Sportschützenbund übernahm 77850 Euro. „Wir stehen heute trotz der hohen Ausgaben finanziell auf sicheren Füßen. In spätestens zehn Jahren dürften alle Kredite zurückgezahlt sein“, stellt Franz Kapfer erfreut fest.

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