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08.01.2010

Buch über Schloss Hochstädt

Neuburg (nr) - Der frühere Direktor des Staatsarchives für Schwaben, Dr. Reinhard Seitz, gilt nicht umsonst als exzellenter Historiker und profunder Kenner der Neuburger, schwäbischen und bayerischen Geschichte. Dr. Seitz hat in zahlreichen Veröffentlichungen und Büchern immer wieder interessante neue Details zur Geschichte und Baugeschichte herausgebracht. Kurz vor Weihnachten erschien ein Band über das Schloss Höchstädt mit dem Titel: "Das fürstliche Renaissanceschloss zu Höchstädt an der Donau - seine Baugeschichte und seine (ost) europäischen Bezüge."

Mit seiner für ihn typischen Akribie hat der Autor trotz spärlicher Bauunterlagen die Baugeschichte der mächtigen Vierflügelanlage in beeindruckender Manier geschildert. Das Schloss wurde von dem Pfalzgrafen Philipp Ludwig, Herzog des Fürstentums "Junge Pfalz oder Pfalz Neuburg" zu dem Höchstädt gehörte, ab 1589 erbaut und ab 1601 von der Fürstenfamilie genutzt. Das Schloss diente zunächst als Jagdschloss, später als Witwensitz der Herzogin Anna, die durch ihre Heirat 1574 erst dafür gesorgt hat, dass Philipp Ludwig das Schloss Höchstädt überhaupt bauen konnte.

Die Herzogin Anna hat übrigens den Glaubenswechsel ihres Sohnes Wolfgang Wilhelm 1614 zur katholischen Religion nicht mitgemacht. Sie blieb bis zu ihrem Tod 1632 evangelisch. In Höchstädt waren zu dieser Zeit nur landesherrliche Beamte aus Neuburg und deren Bedienstete katholisch. Ebenfalls schildert Seitz die Planung und den Bau des Schlosses. Die Bauausführung übernahm der welsche Maurermeister Gilg Vältin, der in Neuburg das Rathaus und die Hofkirche baute.

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Gilg Vältin ließ sich um 1602 in Neuburg häuslich nieder, um sich die Strapazen der An- und Heimreise im Frühjahr und Herbst zu ersparen. Wie in dem Buch anschaulich und genau beschrieben wird, ähnelt die Schlosskapelle in Höchstädt nicht nur von der Anlage her der Neuburger Schlosskapelle, sondern auch in der prachtvollen Ausgestaltung der Fresken.

Interessant ist auch die Nutzung des Schlosses in der NS-Zeit, sei es für den Reichsarbeitsdienst oder als Institut für nordisch-germanische Frühgeschichte des Ostraumes. Höchstädt diente als Bergungsstätte von Sammlungen aus den ukrainischen Museen von Minsk und Wilna. Nach der Restaurierung des Schlosses hat die Dauerausstellung "Schlacht bei Höchstadt 1704" und das Museum deutscher Fayencen stattgefunden. Nachdem Höchstädt eng verbunden ist mit der Geschichte des Herzogtums Pfalz-Neuburg, ist es für jeden geschichtsbewussten Neuburger fast Pflicht, sich diesen prachtvollen Band mit über 100 Abbildungen in den Bücherschrank zu stellen.

Das Buch ist beim Konrad Verlag erschienen und ist im Buchhandel, sowie in den Museumsshops in Neuburg und der Touristinfo erhältlich.

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