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Neuburg

27.01.2018

Bücherstube wird Eventbuchhandlung

Hedwig Eser fühlt sich zur Buchhändlerin berufen. Seit 1980 führt die 66-Jährige diesen Beruf aus. Im März zieht sie mit ihrer Bücherstube wieder von der Eisengasse in die Oskar-Wittmann-Straße um. Dann fusioniert der Laden mit dem Café.Wortschatz. Daraus soll ein ganz besonderes Geschäft werden, eine Eventbuchhandlung.

Hedwig Eser zieht mit ihrem Laden wieder an den alten Standort zurück. Bücherstube und Café Wort.Schatz werden dann eins. Wer zur Eröffnung kommt.

Als Hedwig Eser im Mai 1980 ihre Bücherstube in der Oskar-Wittmann-Straße in Neuburg eröffnete, sahen die Regale noch anders aus als heute. Eines war zum Beispiel komplett gefüllt mit kleinen gelben Büchern: Alle 5428 Reclam-Hefte gab es in Esers Laden, der zu Beginn gerade einmal 50 Quadratmeter groß war. Zahlreiche Schüler kamen, um bei ihr ihre Lektüre zu kaufen. 14 Jahre später zog sie mit Tausenden von Büchern in die Eisengasse auf 170 Quadratmeter um, lediglich ein kleiner Kinderbuchladen blieb noch bis 2001 an der alten Stelle. Jetzt will Eser wieder zurück zu ihren Wurzeln – zumindest, was den Standort betrifft. Das Konzept dagegen ist neu: Aus dem Café.Wortschatz, das die gebürtige Sinningerin seit 2014 betreibt, und den ursprünglichen Geschäftsräumen der Bücherstube soll ab März eine Eventbuchhandlung werden. Zur Eröffnung am Weltfrauentag kommt die Moderatorin, Schauspielerin, Regisseurin und Autorin Mo Asumang, um aus ihrem Buch „Mo und die Arier“ zu lesen.

Zur Buchhändlerin berufen

Eigentlich hatte Hedwig Eser schon eine Beamtenlaufbahn eingeschlagen und einen Arbeitsplatz im Fernmeldeamt. Doch im Alter von 27 Jahren entschied sie sich plötzlich um. Sie wusste, dass sie etwas anderes machen wollte. „Ich habe mich zur Buchhändlerin berufen gefühlt“, erzählt sie. Also machte sie – ganz auf sich allein gestellt – die Bücherstube auf und absolvierte parallel dazu eine Lehre zur Buchhändlerin. Mehr als 20 Buchhändler wird sie in den darauffolgenden Jahren ausbilden. Das Geschäft wuchs. Bald schon reichte der Platz für die Bücher nicht mehr aus. Der Laden wurde um einen Nebenraum erweitert und irgendwann musste Eser sogar ihre private Wohnung im selben Gebäude als Lagerraum nutzen. „Zum Schluss war das ganze Haus voll mit Büchern“, sagt die Unternehmerin.

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Mit am höchsten war die Anzahl an Büchern im Jahr 2001, zwischen 40000 und 50000 Exemplare, schätzt Eser. In diesem Jahr löste sie den Kinderbuchladen auf und eröffnete eine weitere Buchhandlung in Rain. Den Buchbestand teilte sie zwischen Neuburg und Rain auf. Der Schwerpunkt blieb weiterhin auf Kinderbüchern, aber auch sonst hat Eser viel im Sortiment, zum Beispiel Fantasy-Romane, Krimis und Sachbücher. Der Unionsverlag und der Beck-Verlag gehören zu ihren Favoriten. Es gebe keinen Literatur-Nobelpreisträger, den sie nicht schon vor der Auszeichnung angeboten hätte, erzählt die Buchhändlerin. Qualität sei ihr sehr wichtig. Weniger Wert hingegen lege sie auf typische Bestseller.

Kleines, aber feines Sortiment

Auf ein kleines, aber feines Sortiment will sich Eser in der neuen Eventbuchhandlung beschränken, auf rund 15000 Exemplare hat sie ihren Bestand bereits reduziert. Kunden können sich freuen: Um nicht so viel Ware mit umziehen zu müssen, gibt es derzeit Sonderangebote. Außerdem will Eser voraussichtlich ab Anfang Februar ein Rätsel in der Zeitung veröffentlichen. Wer es löst, bekommt in der Bücherstube einen Preis. Damit sollen die Leute auf den Umzug aufmerksam gemacht werden.

Zur Ruhe setzen will sich die 66-Jährige vorerst nicht. Doch hat sie dafür schon ein Datum im Kopf: den 1. Mai 2020. Dann hat sie 40 Jahre als Buchhändlerin gearbeitet. Übernehmen soll dann „der, der es kann“, erklärt Hedwig Eser pragmatisch, das könnte ihr Sohn, aber auch ein Angestellter sein. Bis dahin will sie die Eventbuchhandlung in Neuburg etabliert haben. Der erste Schritt dorthin ist Mo Asumangs Lesung am 8. März. Weitere Veranstaltungen, wie After-Work-Lesungen, sollen folgen.

Die besondere Buchhandlung mit Café in der Oskar-Wittmann-Straße 13 in Neuburg wird am Donnerstag, 8. März, um 19 Uhr von Stadträtin Bettina Häring feierlich eröffnet. Danach liest Mo Asumang aus ihrem Buch „Mo und die Arier – Allein unter Rassisten und Neonazis“ vor.

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