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Musik

28.04.2019

Burgheimer Marktmusikkapelle mit großem Auftritt vor vollem Haus

Ein grandioses Frühjahrskonzert vor „vollem Haus“ bereiteten die Marktmusikkapelle Burgheim und ihre Jugendkapelle einem begeisterten Publikum.
Bild: Peter Maier

Plus Bei ihrem Frühjahrskonzert zeigten die jungen und älteren Akteure der Marktmusikkapelle in Burgheim, wie vielseitig ihr Können ist. Das Publikum in der neuen Turnhalle dankte es den Musikern auf seine Weise.

Das geneigte Publikum konnte es wahrscheinlich erahnen. Die Bühnenakteure mit ihren Instrumenten beim Frühjahrskonzert der Marktmusikkapelle Burgheim investierten bereits im Vorfeld ein Riesenpensum an Energie und Einsatz in ihren großen Auftritt. Entsprechend groß war das Interesse. Rund 400 Besucher in der neuen Turnhalle bedeutete „volles Haus“.

Den Genuss auf einen musikalischen Leckerbissen ließen sich auch Bürgermeister Michael Böhm, seine Vorgänger Albin Kaufmann und Manfred Ludwig, Landrat Peter von der Grün, Professor Dr. Klaus Englert aus Schrobenhausen, der stellvertretende Bezirksjugendleiter des Allgäu-Schwäbischen Musikbundes (ASM), Joachim Braun, Blasmusikikone und Kreisrat Reinhardt Reißner sowie zahlreiche Delegationen benachbarter und befreundeter Musikkapellen nicht entgehen.

Erster Auftritt der wieder gegründeten Burgheimer Jugendkapelle vor einem "Riesenpublikum"

Zunächst kündigte Moderator Fredi Martin die wieder gegründete Jugendkapelle unter der Stabführung von Stefan Blei an. Der bewies nicht nur sein Können als Dirigent, sondern hinterließ auch als Nachwuchsmoderator einen glänzenden Eindruck. Die 18 jungen Musiker, unterstützt von einigen Musikern aus der Stammkapelle, begannen mit Sir Elton Johns „Circle of Life“ aus König der Löwen. Obwohl hinter dem Titel ein Weltstar steht, reichte es nicht zum „Oscar“. Den gewann der weniger bekannte Komponist Piero Limilani mit dem Ohrwurm „Mah Na Mah Na“, ebenfalls aus König der Löwen und gekonnt interpretiert von den Nachwuchsmusikern. Die beendeten ihren ersten Auftritt vor einem „Riesenpublikum“ mit dem Welthit von Chuck Berry und den Beach Boys „Surfin’ USA“.

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„Blumiges und Deftiges“ überreichten und erhielten nach einem grandiosen Konzertabend (von rechts) Monika Frank, Fredi Martin, Silke von der Grün, Stefan Blei und Bernd Schuster.
Bild: Peter Maier

Dann gehörte die Bühne der Stammkapelle unter der Leitung von Silke von der Grün. „Omnia in Frame“ (Alles im Rahmen) hieß der stimmungs- und schwungvolle Konzertmarsch von Sebastian Höglauer. Silke von der Grün wählte das Stück, weil damit die Burgheimer erstmals zum Wertungsspiel der Kategorie C (schwer) beim ASM antraten und sich einen „sehr guten Erfolg“ erspielten. Wie kontrastreich und breit gefächert das Repertoire des Klangkörpers ist, zeigte sich beim folgenden Walzer „Für Dich“ des Komponisten Rudi Fischer. Die „innere Spannung“ wie auch die schwelgerischen und verträumten Melodien sind anfänglich in Moll gehalten.

Die Burgheimer Marktmusikkapelle erinnerte an das "Weiße Rössl am Wolfgangsee"

Mit zunehmender Dauer erzeugten die Interpreten auch die komponierte, optimistische Grundstimmung in Dur-Tönen. Komponist Martin Scharnagl wollte vor fast 90 Jahren eine „ruhige Polka als Musikstück für lyrische, einfühlsame Melodien und große Emotionen“ komponieren. Daraus wurde das zeitlose „Weiße Rössl am Wolfgangsee“, uraufgeführt 1930, 1960 mit Peter Alexander in der Rolle des Oberkellners Leopold verfilmt. Dass die bekannten Melodien daraus auch im Jahr 2019 aktuell sind, bewiesen die Marktmusikkapelle und der grandiose Beifall des Publikums.

Als Burgheimer Virtuose auf der Trompete präsentierte sich Thomas Blei bei einem Solo zu „Silberfäden“.
Bild: Peter Maier

In eine ganz andere Richtung geht der facettenreiche Konzertmarsch „Domi Adventus“ von Alexander Pfluger als Programmmusik. Das Musikstück beschreibt, nach lateinischem Titel, die Heimreise des niederländischen Seefahrers Abel Tasman von seiner ersten Entdeckungsreise in der Neuen Welt. „Silberfäden“, ein Bravourstück der „Schwindeligen 15“ von H.P. Danks interpretierte Trompetensolist Thomas Blei als musikalisches Feuerwerk. Was der Burgheimer dabei seinem Instrument in virtuoser Weise entlockte, war eine Klasse für sich. Die Tempi rissen das Publikum mit, das ihn am Ende mit einem Riesenbeifall feierte.

Die 40 Mitglieder der Marktmusikkapelle Burgheim entführten ihr Publikum mit dem "Phantom der Oper" nach Paris

Dass die Marktmusikkapelle Burgheim nicht nur traditionelle Blasmusik ist, zeigten die gut 40 Musikerinnen und Musiker mit einer Melodienfolge aus dem „Phantom der Oper“. Der Komponist Andrew Lloyd Webber eroberte damit die Musikwelt, die Marktmusikkapelle ihr Publikum. Die Burgheimer verwandelten musikalisch die Turnhalle in das Kellergewölbe der Pariser Oper, wo das Phantom mit entstelltem Gesicht sein Dasein fristet und von der Liebe zum Chormädchen Christine Daaè zerfressen wird. Die Musik dazu spielen die Burgheimer gruselig, aggressiv, dramatisch, drohend, aber auch anmutend, leidenschaftlich bis bemitleidenswert. Die Kapelle blieb bei der Liebe. „Concerto d’amore“ von Jacob de Haan verbindet Barock, Pop und Jazz und zeichnet sich würdevoll, energisch und charaktervoll mit auslaufendem weichen Adagio aus.

Ein musikalisches Urgestein in der Burgheimer Marktmusikkapelle ist Jörg Schuster mit seinem „Es-Horn“.
Bild: Peter Maier

Dass die Marktmusikkapelle auch den prägendsten Vertreter des Bluesrock gekonnt interpretieren kann, bewies der Klangkörper zum Schluss bei „The Cream of Clapton“ mit teilweise traurig stimmenden Melodien und Akkordfolgen. Zum Medeley „Wonderful tonight“, „Layla“ und „Tears in Heaven“, womit Eric Clapton versuchte, den tragischen Tod seines vierjährigen Sohnes zu verarbeiten. Nach einem tosenden Applaus spielte die Marktmusikkapelle als Zugabe noch den Florentiner Marsch von Julius Fucik und zusammen mit der Jugendkapelle den Bozener Bergsteigermarsch.

Ganz zum Schluss überreichten die Vorstände Blumen an die Dirigentin und „Deftiges“ an den Dirigenten.

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