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Ingolstadt

14.10.2018

CSU verliert fast zehn Prozent

Er ist Ingolstadts neuer Mann im Maximilianeum: Alfred Grob hat das Direktmandat geholt und folgt auf Christine Haderthauer, die nicht mehr zur Wahl angetreten war. Grob ist Chef der Ingolstädter Kriminalpolizei. Er ist verheiratet und hat drei Kinder. 
Bild: Stefan Küpper

Zwar hat Alfred Grob in Ingolstadt das Direktmandat gewonnen, doch das Wahlergebnis für die CSU ist hier genauso schlecht wie im ganzen Freistaat. Freude gibt es bei den Grünen, die SPD stürzt weiter ab.

Die CSU verliert dramatisch, die SPD verliert dramatisch, die Grünen gewinnen überaus deutlich dazu und die AfD etabliert sich. Das sind – in aller Kürze – die wichtigsten Resultate der Landtagswahl im Stimmkreis Ingolstadt.

Wie lief es bei der Ingolstädter CSU?

Alfred Grob, Chef der Ingolstädter Kriminalpolizei, wird die Schanz künftig im bayerischen Landtag vertreten. Er folgt auf Christine Haderthauer. Die vormalige Leiterin der Staatskanzlei war nicht mehr zur Wahl angetreten. Als der frisch Gewählte am Sonntagabend in der Geschäftsstelle der Christsozialen ankommt, wird er mit lauten Jubel-Rufen begrüßt. Er zieht mit 36 Prozent ins Maximilianeum und war mit seinem Ergebnis „natürlich hoch zufrieden“. Er dankte seinen Wahlkampfhelfern für die „Teamleistung“ und betonte: „Ich bin sehr stolz auf den Wahlkampf, der sehr basisorientiert war.“ Trotz eines „weinenden Auges“ gebe es Grund „angemessen und gemäßigt zu feiern“. Gemäßigt, da auch Grob natürlich ernüchtert war ob des landesweiten Ergebnisses seiner Partei. Um Schuldige für das Debakel zu benennen, sei es zu früh. Grob erklärte: „Man muss erst die sachpolitische Seite analysieren und dann die personalpolitische.“ Kein böses Wort zur Parteispitze, weder zum Ingolstädter CSU-Chef Horst Seehofer noch zu Ministerpräsident Markus Söder. Grob will in München ein „Repräsentant aller Ingolstädter“ sein, auch jener, die ihn nicht gewählt hätten. Inhaltlich will sich der langjährige Polizist vor allem als Sicherheitspolitiker profilieren, wie er ankündigte.

CSU verliert fast zehn Prozent

Wie lief es bei den Ingolstädter Grünen?

Als im Rathaus die ersten Hochrechnungen über den Bildschirm flimmerten, war Steffi Kürten einfach nur „überglücklich“. Als sich dann zeigte, dass die Grünen auch in Ingolstadt die zweitstärkste Kraft werden würden, war die Freude immer noch groß – aber schon ein bisschen gedämpfter. „Ein bisschen mehr hätte es schon sein dürfen“, meinte die Ingolstädter Direktkandidatin, die in Karlshuld wohnt und auf 15,7 Prozent gekommen ist. „Da ist noch ein bisschen Luft nach oben.“ Aber sie sei angetreten für ein „starkes grünes Ergebnis“ und das hätte sie in Ingolstadt erreicht. Allerdings sagte sie auch: „Das Ergebnis der AfD liegt mir schwer im Magen.“

Wie lief es bei der AfD in Ingolstadt?

„Wir wollten zweistellig in den Landtag einziehen. Das wird ganz klar der Fall sein“, sagte Johannes Kraus von Sande am Abend bei der Wahlparty der AfD. Sein persönliches Ziel, als Direktkandidat mindestens 14 Prozent zu erreichen, hat er allerdings verpasst – er kam auf 12,9 Prozent. Auch wenn er den Einzug in den Landtag nicht schaffen sollte, wird er in München aktiv sein: „Egal, ob ich gewählt werde oder nicht: Ich werde auf jeden Fall begleitend im Landtag mitarbeiten. Es gibt innerhalb der Fraktion mehrere Positionen zu vergeben.“


Wie lief es bei der SPD in Ingolstadt?

Bereits bei der letzten Landtagswahl hatte der SPD-Kandidat Achim Werner den erneuten Einzug in den Landtag verpasst und auch jetzt wird wohl kein Ingolstädter Sozialdemokrat im Maximilianeum sitzen. Denn auf gerade einmal gut neun Prozent ist die Partei hier gekommen. Direktkandidat Christoph Spaeth macht für den Abwärtstrend auch die Bundes-SPD verantwortlich, was er auch im Wahlkampf beobachtet hat: „Über die Bayern-SPD wurde nicht geschimpft.“ Trotz des einstelligen Ergebnisses freut sich Spaeth zumindest darüber, dass sich die SPD in der Schanz auf Platz vier etabliert hat – landesweit liegt sie auf dem fünften Platz.

Wie lief es bei den Freien Wählern in Ingolstadt?

Gute Stimmung im Wahllokal der Freien Wähler: Zwar sind sie in Ingolstadt nur auf 7,4 Prozent der Stimmen gekommen, doch Direktkandidatin Petra Flauger sagt: „Das, was ich erreichen wollte, habe ich erreicht.“ Sie freut sich, „dass wir jetzt mehr Demokratie im Landtag haben“.

Wie lief es bei den Freien Demokraten?

Jakob Schäuble, Kandidat der FDP, war am Wahlabend „verhalten zuversichtlich“, dass es für die Freien Liberalen reicht, um wieder in den Landtag einzuziehen. Auch wenn er selbst mit 7,4 – aller Voraussicht nach – nicht dabei sein wird. Er selbst will jedenfalls weiter „Vollgas“ für die Partei geben.

Wie lief es bei den Ingolstädter Linken?

Bei der Linken ist man am Wahlabend ernüchtert, blickt aber schon wieder voraus. Francesco Garita, Vorstand des Kreisverband der Linken für die Region Ingolstadt, hatte natürlich gehofft, dass es mit der Ingolstädter Spitzenkandidatin Eva Bulling-Schröter reichen würde. Das gelang mit 5,8 Prozent aber nicht. Die Linke gibt aber nicht auf. Garita: „Wir haben eine Schlacht verloren, keinen Krieg.“ (mit dopf)


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