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Neuburg

31.01.2019

Christkindlmarkt Neuburg: Immer noch kein Lichtblick

Wie geht es mit dem Christkindlmarkt auf dem Karlsplatz weiter? Das ist die Frage, um die es seit einigen Wochen geht. Denn für den Verkehrsverein ist klar, dass er unter den bisherigen Bedingungen als Organisator nicht mehr zur Verfügung steht.
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Wie geht es mit dem Christkindlmarkt auf dem Karlsplatz weiter? Das ist die Frage, um die es seit einigen Wochen geht. Denn für den Verkehrsverein ist klar, dass er unter den bisherigen Bedingungen als Organisator nicht mehr zur Verfügung steht.
Bild: Xaver Habermeier

Dem Verkehrsverein nützt ein einjähriger Testlauf der Verbindung zwischen Karlsplatz und Schloss nichts. Deshalb stellt er eine neue Forderung auf.

Auf den Vorschlag des Stadtrates, die Verbindung der Christkindlmärkte auf dem Karlsplatz und im Schloss zunächst auf ein Jahr befristet über die Amalienstraße zu verbinden, geht der Verkehrsverein nicht ein. Das teilte Vorsitzender Friedhelm Lahn nach einem Treffen des Vorstandes am Mittwochabend mit. Der Gegenvorschlag: Die Verbindung soll für eine Drei-Jahres-Frist gelten. So werde das auch beim Volks- oder Schloßfest gehandhabt. Nimmt der Stadtrat das Angebot nicht an, „sind wir am Karlsplatz raus“. Oberbürgermeister Bernhard Gmehling wollte sich spontan dazu nicht äußern. „Darüber soll doch bitte der Stadtrat entscheiden.“ Schließlich gab er aber doch noch zu, „schon ein bisserl verärgert zu sein“.

Zum Hintergrund: Der Verkehrsverein hat Ende des vergangenen Jahres den Vertrag als Veranstalter des Christkindlmarktes mit der Stadt nach 28 Jahren ohne jegliche Vorwarnung gekündigt. Weitermachen würde er nur dann, wenn die Stadt mehr finanzielle Unterstützung leistet und eine dauerhafte Verbindung vom Karlsplatz zum Schloss schafft. Erst nach der Kündigung kamen der Oberbürgermeister und Friedhelm Lahn ins Gespräch. Am Dienstag beschloss nun der Stadtrat, das gesamte Defizit des Verkehrsvereins rund um den Christkindlmarkt auf dem Karlsplatz zu übernehmen. Zudem schlug er als Testlauf eine zunächst auf ein Jahr befristete Verbindung auf der Amalienstraße vor. Das aber genügt dem Verkehrsverein nicht. „Aber bevor ich jetzt, wo ich emotional aufgewühlt bin, was sage, was ich später bereuen könnte, halte ich mich an dieser Stelle zurück.“

Auf die finanziellen Forderungen des Verkehrsvereins ging die Stadt ein

Während das Finanzielle geregelt ist, sieht der Verkehrsverein die Forderung einer Drei-Jahres-Frist für die Verbindung der Märkte deshalb als notwendig an, weil nicht nur der Verein, sondern vor allem auch die Fieranten Planungssicherheit benötigen würden, wie Lahn erklärt. „Im ersten Jahr holst du als Fierant die Investitionen wieder rein. Danach hast du die Chance, zwei Jahre Gewinn zu machen“, sagt Lahn. Ein Testjahr und vielleicht dann noch eins würden keinen Sinn machen. Außerdem wolle man damit ja auch etwas Anspruchsvolles schaffen.

Die Bedenken wegen wegfallender Parkplätze für Anwohner kann er nicht teilen. Schließlich seien es ja nur die Plätze für Querparker an der Seite der Hofkirche. Zudem handle es sich um öffentliche Parkplätze. Für Altstadtbewohner werde außerdem der Marstallhof als Parkfläche freigehalten.

Eine Verbindung sei auch deshalb sinnvoll, weil Fremde, die über das Nadelöhr in die Altstadt gehen, am Ende des Tunnels im Dunkeln stehen würden und den Christkindlmarkt auf dem Karlsplatz gar nicht als solchen erkennen würden. „Die merken dann, dass im Schloss was los ist und gehen da rein und danach wieder heim“, meint Lahn.

Ein Argument, das bei OB Gmehling nicht sticht. Er verweist darauf, „dass der Christkindlmarkt, so wie er ist, seit 28 Jahren gut läuft“. Trotz des diesmal wahrlich widrigen Wetters hätten an den sechs Veranstaltungstagen über 15.000 Menschen die „Lebendige Weihnachtswerkstatt“ im Rathausfletz besucht. „All diese Leute sind doch bestimmt auch auf dem Karlsplatz gewesen und das ist eine echt hohe Zahl“, sagt Gmehling.

Der Markt im Schloss sei rentabler als der Christkindlmarkt auf dem Karlsplatz

Unabhängig davon, ob der Stadtrat auf den Vorschlag des Verkehrsvereins eingeht, die Stadt den Christkindlmarkt künftig in eigener Regie übernimmt oder einen neuen Betreiber sucht, will der Verkehrsverein den Markt im Schloss weiterführen. „Das ist aus Vereinssicht die einfachere Aufgabe für uns“, sagt Lahn. Es brauche kaum Security, das Schlosstor werde nachts einfach zugesperrt, es gebe ausreichend Toiletten und man könne das vielseitige Angebot auch noch in andere Bereiche ausweiten. Zudem benötige man wesentlich weniger Arbeitszeit und -kräfte.

Wie der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung entscheiden wird, ist offen. Schon am Dienstag hatte einer von ihnen das Wort „Erpressung“ laut ausgesprochen. Dieser Stadtrat hatte dabei das Gefühl, dass er nur laut sagte, was sich drei Viertel der Kollegen gedacht haben. So lange er nicht verstehe, warum der Verkehrsverein so sehr auf die Verbindung der Märkte über die Amalienstraße pocht, so lange werde zumindest er dieser auch nicht stimmen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar „Der Verkehrsverein hat den Bogen überspannt“ von Claudia Stegmann.

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