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Neuburg

30.01.2019

Christkindlmarkt: Vermittlung fehlgeschlagen?

Wer künftig den Christkindlmarkt in der Altstadt von Neuburg veranstaltet, die Stadt selbst oder weiterhin der Verkehrsverein, ist nach wie vor offen.
Bild: Xaver Habermeier (Archiv)

Friedhelm Lahn stand im Stadtrat Rede und Antwort. Der Beschluss zu den Forderungen des Verkehrsvereins ergibt aus Sicht des Vorsitzenden wenig Sinn.

Aus den Reihen des Stadtrates soll sogar das Wort „Erpressung“ gefallen sein. Das war zu dem Zeitpunkt in der nicht öffentlichen Sitzung am Dienstagabend, als Friedhelm Lahn zum Thema Christkindlmarkt Rede und Antwort stand. Es ging darum, unter welchen Bedingungen der Verkehrsverein auch weiterhin den Markt auf dem Karlsplatz veranstalten würde. Der „vermittelnde Vorschlag“, wie ihn Oberbürgermeister Bernhard Gmehling bezeichnet, macht aus Sicht des Vorsitzenden des Verkehrsvereins aber nur wenig Sinn.

Hintergrund für den Besuch Lahns im Stadtrat: Der Verkehrsverein, seit 28 Jahren Veranstalter des Christkindlmarktes, hatte (wie berichtet) im Dezember den Vertrag mit der Stadt schriftlich gekündigt. Soll der Verein die Veranstaltung, die traditionell an den zwei mittleren Wochenenden im Dezember stattfindet, weiter betreiben, forderte er neben einer finanziellen Unterstützung auch eine Verbindung zwischen dem Markt auf dem Karlsplatz und dem im Schloss, den der Verein in Eigenregie betreibt. Der Verein stellt sich vor, dass entlang der Amalienstraße auf der Seite der Hofkirche bis etwa zur Mitte sogenannte „fliegende Stände“ aufgebaut werden. Die könnten karitative Einrichtungen, Schulen oder Kunsthandwerker an den sechs Markttagen tagsüber auf- und am Abend wieder abbauen. Ab der Mitte bis zum Eingang in den Amalienhof würden dann andere Buden, unter anderem auch Zehrstände, platziert.

Stadt würde für den Christkindlmarkt knapp 30.000 Euro aufbringen

Vor den Abstimmungen des Stadtrats hatte Lahn den Sitzungssaal wieder verlassen müssen. Wie Oberbürgermeister Gmehling hinterher erklärte, sei eine unbefristete Verbindung vom Karlsplatz zum Schloss knapp abgelehnt worden. Diese hatte der Stadtrat schon einmal vor knapp drei Jahren abgelehnt. Der „vermittelnde Vorschlag“, so Gmehling, der mit großer Mehrheit beschlossen worden sei, sehe zum einen die Übernahme der Defizite für den Verkehrsverein vor. Damit würde die Stadt Gesamtkosten für den Markt – vor allem für die Arbeit des Bauhofes – von knapp 30.000 Euro aufbringen. Zum anderen soll es eine auf zunächst ein Jahr befristete Verbindung zwischen Karlsplatz und Schloss geben. Ein Testlauf also, wie Gmehling meinte, zumal es dafür gerade unter den Anwohnern auch heftige Kritiker gebe. Ob der Vorschlag so angenommen wird, muss nun der Verkehrsverein entscheiden.

Geht es nach Friedhelm Lahn, macht das Angebot für den Verein wenig Sinn. Dass es finanziell passen müsse, sei das eine, zumal die Vereinsmitglieder die Leistung ehrenamtlich in ihrer Freizeit erbringen würden. Da müsse sich um Fieranten gekümmert und Plätze vergeben sowie gegebenenfalls auch Schnee geräumt und gestreut werden. Der Verein übernehme den Auf- und Abbau der Buden, die Aufsicht, kümmere sich um die Musikgruppen, mache die gesamte Abrechnung und auch die Haftung für den Markt liege beim Verein als Veranstalter. „Da ist die Stadt fein raus, wenn was passieren würde“, sagt Lahn.

Verkehrsverein: „Wir sind keine Bittsteller“

Genauso wichtig, um einen attraktiven Markt anbieten und Touristen locken zu können, sei für ihn allerdings auch eine dauerhafte Verbindung von oben nach unten ins Schloss. Der Vorschlag der Stadt bedeute, dass man jetzt Verträge mit den interessierten Fieranten abschließen muss, aber nicht weiß, wie es nächstes Jahr aussieht. „Dann muss man 2020 die Arbeit noch einmal machen, da hab’ ich eigentlich keine Lust dazu.“ Der Verkehrsverein betreibe den Christkindlmarkt ohne Frage gerne, „aber wir sind keine Bittsteller, wir bitten also nicht darum, dass wir für die Stadt etwas tun dürfen“, erklärt Lahn. Andererseits war aus den Reihen des Stadtrates zu hören, dass der Verkehrsverein seine Forderungen auch nicht überziehen sollte.

Die Entscheidung des Verkehrsvereins zum Vorschlag der Stadt fiel bei einem Treffen am gestrigen Mittwochabend. Wie sie ausfiel, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt. Sollte der Verein ablehnen, würde die Stadt den allseits beliebten Christkindlmarkt im Herzen der Neuburger Altstadt wohl selbst betreiben. Aus diesem Grund wurde auch schon angefragt, ob man in diesem Fall vom Verkehrsverein die Buden wieder zurückkaufen könne. Diese hatte die Stadt vorfinanziert, mittlerweile sind sie im Besitz des Verkehrsvereins. Doch da es sich um „Freunde der Stadt Neuburg“ handle, sollte dies eigentlich keine Frage sein, wie ein Stadtrat meinte.

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