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Germanwings-Absturz

26.03.2015

Co-Pilot war oft in Neuburg - so kennen die Leute dort Andreas Lubitz

Andreas Lubitz vor der Golden Gate Bridge in Kalifornien.
Bild: Facebook, afp

Co-Pilot Andreas Lubitz soll die Germanwings-Maschine absichtlich zum Abstürzen gebracht haben. Wer war dieser Mann? Die Antwort liegt auch in Neuburg, wo seine Großeltern lebten.

Er war ein netter, höflicher, braver Bub. Einer, der Fremden gegenüber eher reserviert war, ein Stubenhocker – das erzählt die Nachbarin der Großeltern in Neuburg an der Donau, bei denen Andreas Lubitz oft seine Ferien verbrachte.

Nur selten sah man ihn im Garten mit dem jüngeren Bruder Fußball spielen. Eins wusste Andreas schon als Kind: Er wollte Pilot werden. Immer wieder hat die Oma in Neuburg davon erzählt. Und davon, dass er entsprechend gute Noten hatte.

Als er größer wurde, half Andreas Lubitz dem Opa im Garten, der Oma im Haus. Später dann, als er sich längst seinen Berufswunsch erfüllt hatte, kam er häufig in der Piloten-Uniform nach Neuburg zu den Großeltern. Immer dann, wenn er einen Flug nach München hatte, schaute er bei ihnen vorbei.

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Im November vergangenen Jahres zogen die Großeltern weg aus Neuburg: nach Montabaur, zur Tochter. Die Tante aber lebt noch in Neuburg. „Ich bin schockiert“, sagte sie gestern, „damit hätte ich nie gerechnet“.

Beim Unglück von Flug 4U 9525 starben 150 Menschen

Alles dreht sich um Andreas Lubitz, seit der Staatsanwalt am Donnerstag in Marseille seinen Namen nannte: Im rheinland-pfälzischen Montabaur, wo er bei seinen Eltern aufgewachsen ist und beim Luftsportclub Westerwald das Fliegen lernte, in Düsseldorf, wo die Polizei eine seiner beiden Wohnungen durchsuchte, und in Köln, wo Lufthansa-Chef Carsten Spohr in einer Pressekonferenz auf die Ermittlungsergebnisse aus Marseille reagierte: „Nicht in unseren schlimmsten Albträumen hatten wir uns das vorstellen können.“

Der Vorstandschef sprach vom „furchtbarsten Ereignis in unserer Unternehmensgeschichte“ – ausgelöst offenbar durch den 27 Jahre alten Co-Piloten Lubitz. Einer, der Späße liebte und auf seinem mittlerweile gesperrten Facebook-Profil einen mitunter skurrilen Humor offenbarte.

Im Cockpit des Airbus 320, den er als Co-Pilot mit 150 Menschen an Bord vorsätzlich gegen einen Berg gesteuert haben soll, ist davon nichts mehr übrig: In den zehn entscheidenden Minuten vor dem Absturz sagte er kein einziges Wort – obwohl der Flugkapitän nach dem Gang zur Toilette vor der verriegelten Kabinentür zunehmend verzweifelt Einlass verlangte, rief und klopfte.

Auch den Fluglotsen auf dem Tower gab er keine Antwort. All das haben die Ermittler in Marseille dem Stimmenrekorder entnommen. Auch dass normales Atmen zu hören war. „Das ist nicht die Atmung von jemandem, der gerade einen Infarkt erleidet“, sagte Staatsanwalt Brice Robin in der Pressekonferenz.

„Die für uns plausibelste, die wahrscheinlichste Interpretation ist folgende: Der Co-Pilot hat sich absichtlich geweigert, dem Bordkommandanten die Tür zum Cockpit zu öffnen und hat den Knopf zum Absenken der Flughöhe gedrückt. Wir kennen heute nicht den Grund, aber das kann interpretiert werden als der Wille, dieses Flugzeug zu zerstören.“

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