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Bürgerversammlung

20.03.2015

Containerdorf oder Wohnungen für Flüchtlinge?

So manchem Karlskroner wäre es lieber, wenn die zu erwartenden 50 Asylbewerber nicht auf einem Fleck untergebracht werden. Doch dazu fehlen Wohnungen. Und dann ist da noch die Sache mit den Wiesenbrütern

Die Vorstellung, dass in absehbarer Zeit am Ortsrand von Karlskron ein Containerdorf für Asylbewerber entstehen könnte, ist so manchem Karlskroner nicht ganz geheuer. Auf der Bürgerversammlung am Mittwochabend kam das Thema zur Sprache und so mancher meldete sich zu Wort, weil er eine Ghettoisierung und damit Konflikte befürchtete.

Wie bereits berichtet, hat die Gemeinde Karlskron dem Landratsamt ein Grundstück gegenüber dem Spangler-Areal gemeldet, auf dem ein Containerdorf gebaut werden könnte. Es ist das einzige infrage kommende Gelände, das die Gemeinde zur Verfügung stellen kann, wie Bürgermeister Stefan Kumpf den Zuhörern im Landgasthof Haas anhand von Gemeindeplänen verdeutlichte. Dort wäre Plätz, um in Wohncontainern etwa 100 Flüchtlinge unterzubringen. Wie viele es tatsächlich irgendwann sein werden, weiß niemand. Derzeit ist die Rede von einem Prozent der Bevölkerung; für Karlskron wären das dann 50 Asylbewerber.

Ob das Containerdorf an dieser Stelle allerdings entsteht, ist derzeit noch offen, wie Kumpf betonte. Erst muss das Landratsamt jede Menge prüfen, allen voran, was eine Erschließung des Geländes kosten würde. Diese Daten muss die Behörde dann an die Regierung von Oberbayern weiterleiten. Die wiederum muss berechnen, ob sich das Ganze am Ende auch in einem finanziell vertretbaren Rahmen realisieren lässt. Nur wenn dem so ist, kann ein Bauantrag erstellt werden. „Also von heute auf morgen passiert da nichts“, sagte Kumpf.

Das bedeutet allerdings nicht, dass Karlskron eine Schonfrist bekommt. „Seit Februar drohen Direktzuweisungen“, machte Herbert Müller vom Landratsamt die angespannte Situation deutlich. Das bedeutet, dass jeden Tag morgens die Regierung von Oberbayern anrufen kann, um anzukündigen, dass nachmittags ein Bus mit Asylbewerbern nach Neuburg kommt. Wo der Landkreis diese Menschen dann unterbringt, ist der Regierung egal.

Auf den Fall der Fälle muss sich deshalb jede Kommune vorbereiten. Anstatt eines Containerdorfs wäre dem ein oder anderen Karlskron aber eine dezentrale Unterbringung in Wohnungen lieber. Doch woher nehmen? Gerade mal eine Wohnung wurde dem Landratsamt von einem Privatmann aus Karlskron gemeldet. Und auch das gemeindeeigene Gregerhaus, das von einer Zuhörerin vorgeschlagen wurde, würde maximal für zehn Personen reichen. Bürgermeister Kumpf war also im Zugzwang und musste wenigstens ein zentrales Grundstück für ein Containerdorf anbieten.

Das könnte allerdings einen Haken haben, wie Alt-Bürgermeister Fritz Kothmayr anmerkte. Als sich Edeka 2013 für ein Grundstück ebenfalls in der Nähe des Spangler-Areals interessierte, hätte dieses im Vorfeld auf mögliche Wiesenbrüter untersucht werden müssen. Dazu kam es allerdings nicht, weil für Edeka ein Supermarkt in Karlskron unrentabel gewesen wäre. Kothmayr sah keinen Grund, warum die Untersuchung im Falle eines Containerdorfes nicht ebenfalls notwendig werden sollte.

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