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Bei hohen Zahlen: Söder fordert eine bundesweite Maskenpflicht
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Neuburg-Schrobenhausen

16.10.2020

Corona: Bürger müssen wieder mehr auf Abstand gehen

Der Freistaat hat neue Regeln aufgestellt, um die Zahl der Neuinfektionen einzudämmen. Unter anderem dürfen sich ab heute nur noch maximal fünf Personen treffen. 
Bild: Claudia Stegmann

Plus Ab Samstag gelten im Landkreis neue Corona-Regeln. Neuburg-Schrobenhausen ist einer von 15 Landkreisen in Bayern, die auf der „roten Liste“ stehen. Warum Königsmoos derzeit die meisten Erkrankten hat.

Die Corona-Pandemie hat die Menschen wieder im Griff. Die Zahl der Neuinfektionen steigt kontinuierlich – europaweit, deutschlandweit, bayernweit und auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Es ist, als würden die Menschen einen Dämpfer dafür gekommen, dass sie für einen Moment das Gefühl hatten, das Leben sei wieder halbwegs normal. Es wurde gemeinsam gefeiert, gesungen und Urlaub gemacht – und dafür gibt es jetzt die Quittung. Seit den Sommerferien steigen die Zahlen. Neuburg-Schrobenhausen gehört aktuell zu den 15 Landkreisen in Bayern, die mit einem Inzidenzwert von über 50 auf der „roten Liste“ stehen. Und wie es aussieht, werden die Zahlen so schnell nicht wieder sinken.

Stand Freitagmittag sind im Landkreis 70 Personen an Covid-19 infiziert. Der Inzidenzwert liegt damit bei 51,25. Mit 15 Erkrankten führt Königsmoos aktuell die Liste an. Das Coronavirus hat sich dort über einen Kirchenchor verbreitet. Platz 2 mit jeweils zwölf Infizierten teilen sich Aresing und Schrobenhausen. Sieben Schüler und ein Lehrer haben sich am Gymnasium Schrobenhausen angesteckt, woraufhin die Schule Anfang der Woche geschlossen werden musste. Auf dem dritten Platz mit zehn Infizierten steht Neuburg: Hier hat zuletzt eine private Feier in der Fly Bar dafür gesorgt, dass ein Gast sechs weitere Personen angesteckt hat. Dahinter kommen Berg im Gau (2), Brunnen (1), Burgheim (3), Ehekirchen (2), Gachenbach (2), Karlshuld (1), Karlskron (4), Langenmosen (4) und Waidhofen (2).

Aktuell gibt es 70 Corona-Infizierte im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen

„Wir sind derzeit auf dem Stand von April“, sagt Verena Eubel, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts in Neuburg. Der Unterschied sei nur: Damals, während des Lockdowns, hätte ein Infizierter mit etwa zehn Personen direkten Kontakt gehabt. Jetzt im Oktober sei die Zahl der Kontaktpersonen drei- bis viermal so hoch. Die Gefahr, dass sich das Virus ausbreitet – auch in Krankenhäuser und Altenheimen –, sei deshalb deutlich gestiegen.

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Von den 70 Infizierten sind derzeit nur zwei Personen in stationärer Behandlung im Krankenhaus. Beamtet müssen sie nicht werden, sagt Landrat von der Grün. Überhaupt gebe es im Augenblick keine schweren Krankheitsverläufe. Sollte sich dies eines Tages ändern, so sei der Landkreis darauf vorbereitet: Im Kreiskrankenhaus in Schrobenhausen stehen bis zu 29 Intensivbetten zur Verfügung, im Krankenhaus in Neuburg sind es bis zu 17. Dass Bund und Länder jetzt die Reißleine ziehen und wieder verstärkt regulierend eingreifen, hält von der Grün für richtig. Denn zwei Dinge wolle die Söder-Regierung verhindern: einen weiteren Lockdown und die landesweite Schließung von Schulen und Kindergärten. „Aus diesem Grund ist es gerechtfertigt, die Zügel wieder anzuziehen.“

Neuburg-Schrobenhausen hat die Inzidenzzahl von 50 überschritten

Ein Ampel-System soll ab Samstag, 17. Oktober, den Alltag in Bayern regeln. Wie dieses im Detail aussieht, war Freitagmittag bei der Pressekonferenz im Landratsamt noch nicht klar. „Wir warten auf Informationen aus dem Innenministerium“, hieß es. Fest steht im Augenblick nur, dass für die aktuell gültige „Rotphase“ Veranstaltungen auf maximal 25 Personen im Innenbereich und 50 Personen im Außenbereich heruntergeschraubt werden; Kunst- und Kulturveranstaltungen sind davon ausgenommen. Treffen dürfen sich nur noch maximal fünf Personen oder zwei Haushalte. Außerdem müssen alle Schüler Masken im Unterricht tragen. Gastronomien und Kneipen müssen um 22 Uhr schließen.

Die Ampel-Lösung hat einen Nachteil: Solange sich die Inzidenzzahl um die magische 50 bewegt, dürfte es für die Menschen einigermaßen verwirrend sein, welche Regelungen gerade gelten. Ausschlaggebend ist nach Auskunft des Landratsamts die Meldung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), an die die Gesundheitsämter ihre Zahlen liefern. Das Robert-Koch-Institut (RKI) bekommt die Zahlen als letzter und hängt deshalb mitunter ein bis zwei Tage dem tatsächlichen Wert hinterher.

Der Gräberbesuch an Allerheiligen ist wohl nicht gefährdet

Die aktuelle Entwicklung spricht allerdings nicht dafür, dass sie auf der Stelle verharrt, sondern weiter nach oben gehen wird. „50 wird das neue 35 sein“, zitiert Peter von der Grün den Ministerpräsidenten. Will heißen: Die Zahlen werden sich auf einem neuen Niveau bewegen.

Der Gräberbesuch an Allerheiligen ist nach derzeitigem Stand der Dinge durch die neuen Regelungen nicht gefährdet. Das Landratsamt hat eine Mitteilung aus dem Innenministerium erhalten, wonach die Begrenzung von 200 Personen für kirchliche Veranstaltungen unter freiem Himmel aufgehoben wurde. „Wir interpretieren das so, dass sich ab sofort eine unbegrenzte Zahl von Menschen draußen zum Gottesdienst treffen darf“, sagt Peter von der Grün. Auch politische Sitzungen und Bürgerversammlungen, die traditionell zum Jahresende in den Kommunen stattfinden, würden nicht unter die Beschränkungen fallen.

Für Rückfragen hat das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen ein Bürgertelefon eingerichtet, das von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 14 Uhr unter der Telefonnummer 08431/57-555 zu erreichen ist.

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