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Neuburg

06.04.2021

Corona-Impfkampagne: Im Raum Neuburg starten jetzt die Hausärzte

Bundesweit starten 35.000 Hausärzte mit den Corona-Impfungen.
Foto: Alexander Kaya (Symbolfoto)

Plus In dieser Woche wollen bundesweit 35.000 Hausärzte mit Impfungen gegen das Coronavirus loslegen. Auch im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen sind die Praxen vorbereitet – Impfstoffmengen aber bleiben überschaubar.

Gut drei Monate nach dem Start der Corona-Impfungen beginnt nun Stufe zwei der Impfkampagne in Deutschland: Bundesweit sollen nun 35.000 Hausärzte mit den Impfungen gegen das Coronavirus loslegen. Noch allerdings sind die Impfstoffmengen überschaubar, das zeigt sich auch im Landkreis.

Impfen im Raum Neuburg: Auch für Hausärzte gelten feste Reihenfolgen

Sechs Fläschchen – umgerechnet also 24 Dosen – stehen bei Dr. Uli Kurutz und seiner Praxis in Neuburg bereit. Dieser Impfstoff wird am Donnerstag, 8. April, verabreicht. Allein für diesen Ablauf sind eine Ärztin und zwei medizinische Fachangestellte abgestellt worden, erklärt der Mediziner. Sie kümmern sich ums Impfen selbst, aber auch um die immense Bürokratie, die damit einhergeht.

Wie für Impfzentren so gilt auch für Hausarztpraxen die festgelegte Reihenfolge, wer zuerst geimpft werden kann. Eine zentrale Einladung für die Patienten gibt es nach Ausführungen des Bundesgesundheitsministeriums nicht. Auch Dr. Uli Kurutz hat mit seinen Kollegen eine Liste nach den entsprechenden Kriterien erstellt. Eine solche Triage zu formulieren, sei nicht einfach, sagt er. Zumal sie sich nicht nur auf der rationalen Ebene, sondern oft auch im emotionalen Bereich abspiele. „Es darf niemand bevorzugt werden.“

Wie viel Corona-Impfstoff in der kommenden Woche geliefert werden soll, ist unklar.
Foto: Jens Büttner, dpa (Symbolfoto)

Mit der Triage aber gehen weitere Probleme einher. „Wir wissen zum Beispiel nicht, wer bereits geimpft wurde.“ Eine Sache, die es dem medizinischen Personal erheblich erleichtern würde, die betroffenen Patienten ausfindig zu machen und zu kontaktieren. Digital hinterlegt aber seien die Geimpften nicht. „Dazu ist man einfach nicht in der Lage“, ärgert sich der Ärztesprecher. Versuche man die Menschen dann zu erreichen, gehen viele nicht ans Telefon. Dr. Uli Kurutz: „Es ist eine Sisyphusarbeit.“

Dr. Uli Kurutz: Thema Impfen noch mit Unsicherheit verbunden

Bis heute sei auch der Impfabstand noch nicht geklärt – wann die Menschen ihre zweite Impfdose erhalten sollen. Abgesehen davon sei noch unklar, wie hoch der Impfstoffnachschub in der kommenden Woche ist. Der Neuburger Mediziner sagt dezidiert: „Es ist ein Verwaltungswahnsinn.“

Von der Menge der Impfungen hängt indes die weitere Entwicklung der Pandemie ab. Das bekräftigt auch die Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns in einem aktuellen Schreiben. Man hoffe, dass die Impfzusagen der Hersteller in Zukunft eingehalten werden, da die Impfstofflieferungen bis auf weiteres der Flaschenhals der Impfkampagne bleiben, heißt es wörtlich.

Generell – das bedauert Dr. Uli Kurutz – bleibt das Thema Impfen in der Bevölkerung mit sehr viel Unsicherheit verbunden. Allein am Dienstagvormittag seien 74 Anrufe mit Fragen zu Corona und der Impfsituation in seiner Praxis eingegangen. „Die Menschen brauchen wieder mehr Zuversicht“, betont der Ärztesprecher. Mehr Sicherheit, dass es irgendwann einmal wieder normal weitergehen wird. „Wir haben schon andere Infektionskrankheiten überwunden“, bekräftigt er. Die Pest etwa und die Cholera. Das zeigt die Geschichte. „Wir werden auch diese Infektionskrankheit überwinden.“

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