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Neuburg-Schrobenhausen

23.03.2020

Corona: Worauf Ehrenamtliche achten sollten

Viele Menschen und Organisationen bieten derzeit einen Einkaufsdienst für Corona-Risikogruppen an.
Bild: Patrick Seeger, dpa

In Karlshuld hat die Nachbarschaftshilfe einen Weg gefunden, ihren Einkaufsservice bargeldlos anzubieten. Das BRK will die Hilfsangebote künftig koordinieren.

Die Corona-Krise hat viele schlechte Seiten, aber auch eine gute: Sie zeigt, wie viel Hilfsbereitschaft und Kreativität in einer immer individueller werdenden Gesellschaft stecken. Nach dem Aufruf in unserer Zeitung und auf unserer Facebook-Seite haben sich zahlreiche Menschen gemeldet, die andere unterstützen wollen, zum Beispiel beim Einkaufen. Und auch sonst gibt es immer mehr Gruppen und Vereine, die ihre Hilfe anbieten. Das Problem dabei: Wie bleiben Daten- und Versicherungsschutz gewahrt? Und wie funktioniert das Bezahlen der Waren? Die Nachbarschaftshilfe Karlshuld hat einen Weg gefunden. Das Bayerische Rote Kreuz (BRK) wird die Hilfe im Landkreis künftig koordinieren.

Die Nachbarschaftshilfe bietet gemeinsam mit der Gemeinde Karlshuld einen Einkaufs- und Lieferservice für ältere und andere durch das Coronavirus besonders gefährdete Menschen an. Für diese kostenlosen „Botendienste“ stehen aktuell ungefähr 30 ehrenamtliche Helfer, die zwischen 16 und 40 Jahre alt sind, zur Verfügung, erzählt Bianca Glöckl, Gemeinderätin und Referentin für die Nachbarschaftshilfe Karlshuld. Wenn die Helfer bei der Nachbarschaftshilfe gemeldet sind, seien sie bei ihren Botengängen auch versichert, erklärt Glöckl. Menschen, die einfach spontan auf eigene Faust handelten, seien das nicht. Außerdem: Alle Helfer unterliegen der Schweigepflicht und bekommen einen Helferausweis. Der Datenschutz bleibt aufrechterhalten, indem die Kontaktaufnahme über die Nachbarschaftshilfe beziehungsweise die Gemeindeverwaltung erfolgt. Gleichzeitig soll die Hilfe „so unbürokratisch wie möglich sein“, so Glöckl.

Corona: Der Einkaufsdienst in Karlshuld funktioniert bargeldlos

Damit niemand einem fremden Helfer Bargeld anvertrauen muss, hat sich die Karlshulder Nachbarschaftshilfe Folgendes überlegt: In den Geschäften, die sich an der Aktion beteiligen, ist eine EC-Karte hinterlegt. Mit dieser Karte bezahlen die Ehrenamtlichen ihre Waren, den Kassenbon geben sie anschließend bei der Gemeinde ab – und das Geld wird per Lastschriftverfahren vom Konto dessen, der den Service in Anspruch genommen hat, eingezogen. Glöckl glaubt, dass die Hemmschwelle niedriger ist, wenn die Botendienste bargeldlos funktionieren.

Corona: Worauf Ehrenamtliche achten sollten

Die ersten Ehrenamtlichen hat Bianca Glöckl am Wochenende schon eingewiesen, was sie tun müssen und wie sie sich selbst dabei schützen können. Das Engagement ist groß. Nun müssen sich nur noch diejenigen, die Hilfe benötigen, auch trauen und melden, sagt Glöckl. Die langjährige Gemeinderätin hofft, dass Karlshuld mit seinem Konzept anderen Kommunen, die im Moment noch überfordert sind und nicht wissen, wie sie das Hilfsangebot steuern sollen, als Vorbild dienen kann. Wer Interesse am Karlshulder Modell hat, kann bei der Gemeinde nachfragen. Und auch wer einen Botendienst benötigt, kann sich melden, werktags von 9 bis 13 Uhr bei Beatrix Müller unter Telefon 08454/9493-671.

Wer nicht aus Karlshuld kommt, aber Unterstützung benötigt oder anbieten will, kann bei seiner jeweiligen Gemeinde oder der Nachbarschaftshilfe in seinem Heimatort nachfragen, wie das Hilfsangebot dort organisiert wird. Oder er wendet sich an das BRK: Damit Hilfsangebote und Hilfegesuche künftig an einer Stelle zentral zusammenlaufen, hat das Landratsamt Neuburg-Schrobenhausen am Montag dem Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes den Auftrag erteilt, die Koordination zu übernehmen. Dies teilte BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Augustin mit. Das heißt, er werde sich in den kommenden Tagen mit den Gemeinden und Nachbarschaftshilfen im Landkreis in Verbindung setzen, um über das gemeinsame Vorgehen zu sprechen.

Das Rote Kreuz will künftig die Corona-Hilfe im Landkreis koordinieren

Gleichzeitig kann sich ab sofort jeder, der helfen will, unter der Telefonnummer 08431/67990 – unter der auch der Mahlzeiten- und Einkaufsservice des BRK angeboten wird – beim Roten Kreuz melden. Der Vorteil für die Helfer: Die Ehrenamtlichen erhalten einen Tätigkeitsnachweis, den sie gegebenenfalls bei Polizeikontrollen vorzeigen könnten. Außerdem seien über das Rote Kreuz – so wie eben beispielsweise auch bei der Nachbarschaftshilfe Karlshuld – Daten-, Helfer- und Versicherungsschutz gewährleistet, sagt Augustin. Dass sich Ehrenamtliche beim BRK melden, sei auch deshalb wichtig, erklärt Augustin, weil die regulären BRK-Mitglieder weiterhin dringend in den Bereichen Rettung und Pflege benötigt würden – und nicht für den Einkaufsservice.

Wer will, kann zwar weiterhin auf die Facebook-Seite der Neuburger Rundschau und den entsprechenden Post schauen. Hier haben sich einige Menschen gemeldet, die man als Hilfesuchender direkt anschreiben kann: Einzelpersonen, aber auch Vereine wie die „Herznasen Neuburg e.V.“ oder Gruppen wie „Corona Nachbarschaftshilfe ND-IN-EI“ und „Neuburg-Schrobenhausen hält zusammen“. Für Versicherungs- und Datenschutz sind die Personen allerdings jeweils selbst verantwortlich.

Corona: Das sind die Service-Nummern für Neuburg-Schrobenhausen:

  • Aresing: 08252/9104450
  • Burgheim: 0151/18970487
  • Ehekirchen: 08435/940845
  • Karlshuld: 08454/9493671
  • Karlskron: 08450/930111
  • Königsmoos: 0176/21036219; 08433/9294966
  • Langenmosen: 0151/56151566
  • Neuburg: 08431/67990
  • Rennertshofen: 08434/276
  • Rohrenfels: 08431/67190
  • Schrobenhausen: 08431/67990
  • Weichering: 08454/94970
  • Zentrale Ansprechpartnerin für alle Nachbarschaftshilfen ist Johanna Knöferl vom Caritasverband Neuburg-Schrobenhausen e. V.
  • Die zentrale Telefonnummer des BRK, über die alle Corona-Hilfsangebote koordiniert werden sollen, lautet 08431/67990.


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