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Neuburg

19.02.2021

Corona macht Neuburgs Straßen sicherer - aber nicht in allen Bereichen

Das Querungsverbot an der B16-Kreuzung St. Andreas-Straße in Neuburg hat die Stelle laut Polizei deutlich sicherer gemacht. Auch die Corona-Pandemie hat die Unfallzahlen in der Region nach unten gehen lassen.
Bild: Winfried Rein

Lockdown und Heimarbeit haben die Zahl der Unfälle im Raum Neuburg sinken lassen. In manchen Bereichen verzeichnete die Polizei 2020 jedoch einen negativen Trend.

Die Corona-Krise bringt viele Probleme mit sich. Doch auf einen Aspekt wirkt sich die Pandemie positiv aus: auf die Sicherheit im Straßenverkehr. Laut der aktuellen Verkehrsunfallstatistik der Neuburger Polizei für 2020 ist im vergangenen Jahr die Zahl der Unfälle in der Region zurückgegangen. Außerdem verzeichnete die Polizei deutlich weniger Verkehrstote und Verletzte als noch im Jahr 2019. Im Bereich Fahrrad gab es dagegen einen negativen Trend. Die Entwicklungen im Überblick:

Verkehr im Raum Neuburg: Die Unfallstatistik für das Jahr 2020

  • Unfälle Im Jahr 2020 ereigneten sich im Bereich der Polizeiinspektion (PI) Neuburg insgesamt 1630 Verkehrsunfälle. Im Vorjahr waren es noch 1777. Somit verringerte sich die Anzahl der Unfälle um 8,5 Prozent. „Diese erfreulichen Zahlen müssen unter dem Einfluss der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen gesehen werden“, heißt es von der Polizei. Wochenlange Lockdowns und eine deutliche Zunahme von Heimarbeit haben den Verkehr auf den Straßen reduziert – und damit auch die Zahl der Unfälle. Von den insgesamt 1630 Verkehrsunfällen zählten 1036 als sogenannte Kleinunfälle. An 576 davon waren Wildtiere beteiligt. Die Gesamt-Schadenshöhe ging von 3,24 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 2,4 Millionen Euro zurück.
  • Verkehrstote/Verletzte Die Zahl der Verkehrstoten ist im Raum Neuburg deutlich zurückgegangen. Waren es im Jahr 2019 noch sechs tödliche Unfälle, verzeichnete die Polizei 2020 einen entsprechenden Fall. Dabei war ein 81-Jähriger mit seinem Pedelec auf der Ingolstädter Straße in Neuburg in Richtung Innenstadt unterwegs. Beim Überqueren der Monheimer Straße stieß er mit einem rechts abbiegenden Sattelzug zusammen und erlitt dabei tödliche Verletzungen. Auch die Zahl der Verletzten entwickelte sich positiv. Betrachtet man den Bereich Schwerverletzte, ging die Zahl von 79 auf 42 zurück. Insgesamt verletzten sich bei Verkehrsunfällen im Raum Neuburg 254 Menschen (2019: 313).

Wegen Corona: Weniger Verletzte und Tote im Neuburger Straßenverkehr

  • Alkohol/Drogen Die Anzahl der Alkoholunfälle (28) hat sich im Vergleich zum Vorjahr (31) um knapp zehn Prozent verringert. Unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln (Drogen, Medikamente) wurden 2020 sieben Verkehrsunfälle verursacht – eine deutliche Steigerung zum Vorjahr, als es lediglich einen solchen Vorfall gab. Um den Index der Alkoholunfälle möglichst niedrig zu halten, wurden von der PI Neuburg auch im Jahr 2020 wieder Alkoholkontrollen durchgeführt. Dabei konnten 67 Fahrzeugführer alkoholisiert und 38 mit Drogen am Steuer angetroffen werden. In 14 Fällen konnten Beamten eine Trunkenheitsfahrt und in drei Fällen eine Fahrt unter Drogeneinfluss unmittelbar verhindern und den Gebrauch des Fahrzeuges untersagen.

Verkehr: Weniger Unfälle im Raum Neuburg

  • Fahrerflucht Die Zahl der Verkehrsunfälle, bei denen sich der Verursacher unerlaubt von der Unfallstelle entfernte, war, wie auch die Gesamtunfallzahl, rückgängig. Im Bereich der PI Neuburg ereigneten sich insgesamt 277 (Vorjahr: 334) dieser Unfälle. In rund 42 Prozent der Fälle konnte der Verursacher ermittelt werden, teilt die Polizei mit.
    Wochenlange Lockdowns und viel Heimarbeit: So waren im vergangenen Jahr deutlich weniger Menschen auf den Straßen unterwegs. Dieser Umstand hat auch im Raum Neuburg dazu geführt, dass die Zahl der Verkehrsunfälle zurückgegangen ist.
    Bild: Malte Christians, dpa (Symbol)
  • Fahrrad/E-Bike Im Gegensatz zur Entwicklung bei den Gesamtunfallzahlen hat sich bei den Unfallzahlen mit Beteiligung von Rad- beziehungsweise E-Bike-Fahrern eine Steigerung ergeben. Diese lässt sich mit der deutlichen Zunahme des Radverkehrs erklären, so die Polizei. Im Bereich der PI Neuburg ereigneten sich 99 (Vorjahr: 81) Unfälle, an denen Radfahrende, also Personen mit Fahrrad oder Pedelec, beteiligt waren. Dabei wurden 97 Personen verletzt, neun davon erlitten schwere Verletzungen, eine Person erlitt tödliche Verletzungen. An fünf Unfällen waren Elektrokleinfahrzeuge beteiligt. Wie in den vergangenen Jahren wird die PI Neuburg die Radfahrer auch künftig, insbesondere im Hinblick auf Ausrüstungsvorschriften (Fahren ohne Licht) und Verhaltensvorschriften (Rotlichtverstöße, Gehwegbenutzung, Fahren in falscher Richtung) kontrollieren, heißt es von der Polizei.

Unfälle mit Radfahrern haben in Neuburg zugenommen

  • Unfallursachen Das Ranking bei den Unfallursachen wird angeführt von Fehlern beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, gefolgt von zu geringem Sicherheitsabstand, falscher Straßenbenutzung und Geschwindigkeit. Bei den Unfällen mit Schwerverletzten war zu hohe beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit die Hauptursache.
  • Unfallschwerpunkte Im Stadtgebiet Neuburg hat sich laut Polizei kein Unfallschwerpunkt herauskristallisiert. An den Unfallhäufungspunkten entlang der B16 bei Oberhausen ereigneten sich deutlich weniger Unfälle. Weiter unfallträchtig ist die Einmündung der Donauwörther Straße in die B16. Hier ereigneten sich in erster Linie Abbiegeunfälle, so die Polizei. Die Unfallhäufungsstrecke am Südpark/AS Feldkirchen konnte demnach leider nur in Teilen entschärft werden. An der AS Feldkirchen ereigneten sich überwiegend Abbiegeunfälle durch Linksabbieger, die mit entgegenkommenden Fahrzeugen kollidieren. An der Einmündung St.-Andreas-Straße in die B16 ist seit gut einem Jahr nur noch ein Links- oder Rechtsabbiegen erlaubt. Diese Maßnahme zeigt offensichtlich Wirkung, so die Polizei. „Obgleich die Kreuzung immer wieder unzulässig überquert wird, ereignete sich seit Umsetzung der Maßnahme nur noch ein Unfall mit Verletzten“, heißt es. An die Kreuzung kommt noch heuer eine Ampelanlage.

Verkehr im Raum Neuburg: Polizei erwischt Raser mit 214 Sachen

  • Geschwindigkeit Im Dienstbereich der PI Neuburg wurden durch die Polizei im Jahr 2020 insgesamt 221 Geschwindigkeitsmessungen mit mobilen Messgeräten durchgeführt. Hierbei wurden 1571 Verstöße geahndet. In 21 Fällen wurde ein Fahrverbot ausgesprochen. Negativrekordhalter außerhalb geschlossener Ortschaften war ein Autofahrer, der auf der B16 bei Weichering mit einer Geschwindigkeit von 214 Stundenkilometern gemessen wurde. Erlaubt sind dort nur 100. In Königsmoos wurde ein Autofahrer mit 94 Stundenkilometern statt der erlaubten 50 erwischt. (nr, ands)

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