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16.06.2009

"Danke" im Namen von 41 Kindern

Neuburg Finanzielle Hilfe erfahre er sehr oft. Wenn diese aber so von Herzen komme und mit soviel Freundschaft verbunden sei wie in Neuburg, dann sei das sehr selten und bedeute für ihn ein ganz besonderes Geschenk. Hier komme er immer wieder Heim in eine große Familie von Spendern, die seine Freunde seien, und könne das emotionale Gefühl des Geborgenseins erleben. Dies betonte am Sonntag der auf Heimaturlaub weilende Benediktinerpater Gerhard Lagleder, als er bei einem gut besuchten Benefiznachmittag im Studienseminar von seiner Arbeit in der Aids-Hochburg Mandeni in Südafrika berichtete.

Dort hat er mit der von ihm gegründeten Bruderschaft des Seligen Gerhard mit Millionenaufwand ein großes Pflege-, Sozial-, Hospiz- und Kinderzentrum aufgebaut, das inzwischen weltweit zu einem Begriff geworden ist. Diese Bruderschaft stellt zugleich die Hilfsorganisation des Malteserordens in Südafrika dar.

Die Neuburger Herzlichkeit, die allein schon in den von Egon Stutz arrangierten Musikprogrammen der jetzt bereits 18 Benefizveranstaltungen deutlich werde, lasse sich nicht nur damit erklären, dass in der Ottheinrichstadt ein Bruder und eine Schwester von ihm leben, betonte der Gast aus dem schwarzen Kontinent. Vielmehr sei dies nicht zuletzt ein Verdienst von Albertine und Hans Sporer, die die Verbindung zwischen Neuburg und Mandeni in so besonderer Weise aufrechterhalten würden.

600 Patienten in Therapie

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Stellvertretend für all die armen Menschen, denen mit Geldern aus dem Großraum Neuburg über das Care-Zentrum in Mandeni geholfen werden könne, wollte der Präsident der südafrikanischen Malteser einmal ganz besonders herzlich danken. So im Namen der 41 Buben und Mädchen im Kinderheim seines Zentrums, als deren "stolzer Vater" er sich sieht, "ohne jemals das Zölibat gebrochen zu haben". Das seien junge Menschen, die nicht nur Nahrung und Schulbildung bräuchten, sondern auch im besonderen Maße Liebe. Und der Pater dankte weiter namens der derzeit über 600 Patienten in Aids-Betreuung, darunter 180, denen in der 2008 fertiggestellten Spezialklinik eine derart hoch aktive antiretrovirale Therapie gewährt werden könne, das sie bis zu 25 Jahre bei guter Gesundheit leben können. Darunter Mütter, die so in die Lage versetzt würden, ihre Kinder groß zu ziehen und Väter, die in den Arbeitsprozess zurückkehren könnten. Sein "Vergelts Gott" galt den Zuhörern auch im Namen der bis zu fünf Patienten, die täglich in seinem Hospiz schmerzfrei sterben können und bis zur letzten Stunde betreut werden.

Am dringendsten seien im Augenblick Geldspenden für die antiretroviralen Medikamente, weil der bisherige Hauptsponsor ausfalle. Ein Nahziel sei es für die aus dem Kinderheim-Alter heraus wachsenden Leute eigene kleine Häuser oder Wohngruppen zu schaffen, in denen sie mit Pflegeeltern in echter Familiengemeinschaft leben könnten. Schon ein Haus dieser Art koste 30 000 bis 40 000 Euro. Nicht zuletzt brauche man Finanzspritzen für eine gute Ausbildung der Kinder, nachdem es in Südafrika ja keine Lehr- und Lernmittelfreiheit gebe.

Im Namen der Veranstalterfamilien hob Egon Stutz die Spenden der Familie Jann, des Lions-clubs, des Rotary-Clubs und des Katholischen Frauenbundes hervor. Pater Gerhard redete nicht lange, so dass viel Zeit zu Gesprächsrunden im Seminargarten blieb.

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