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Bergheim

27.10.2017

Das Bergheimer „Rathaus“ zieht nach Kreut

Die Räume der jetzigen Verwaltungsgemeinschaft Neuburg auf dem Gelände der ehemaligen Neuhof-Brauerei sind sanierungsbedürftig und mittlerweile viel zu klein. Deshalb zieht die VG im Frühjahr nächsten Jahres um.

Die Verwaltungsgemeinschaft Neuburg, zu der auch die Gemeinde Rohrenfels gehört, mietet sich bei der VIB AG ein. Der Umzug ist nächstes Frühjahr geplant.

Die Platznot in der Verwaltungsgemeinschaft Neuburg hat ein absehbares Ende: Im April oder Mai nächsten Jahres werden die Mitarbeiter nach Kreut ziehen. Dort haben sie sich in das Gebäude der VIB Vermögen AG eingemietet.

400 Quadratmeter Büroräume stehen den Verwaltungsangestellten dann zur Verfügung – deutlich mehr, als es jetzt der Fall ist. „Unser Besprechungsraum ist die Küche, ich teile mir einen Schreibtisch mit dem Praktikanten und auch mein Kollege Wigbert Kramer hat kaum Platz“, sagte Bürgermeister Tobias Gensberger in der Bürgerversammlung am Donnerstagabend in Bergheim. Deshalb sei die Verwaltungsgemeinschaft (VG), zu der die Gemeinden Bergheim und Rohrenfels gehören, schon länger auf der Suche nach adäquaten Räumen gewesen.

Wie Gensberger berichtete, seien der VG mehrere Büroräume in Neuburg angeboten worden. „Die waren aber kaum in einem besseren Zustand als unsere jetzigen.“ Ein Neubau in Neuburg kam nicht infrage. Auch eine Lösung in den Dörfern – entweder in Bergheim oder Rohrenfels – habe sich als nicht praktikabel erwiesen. So seien die Mieträume in Kreut am Ende die einzige vernünftige Alternative gewesen – auch wenn sie etwas außerhalb liegen.

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Die Lösung gefiel in der Bürgerversammlung nicht jedem und wurde als „zu wenig bürgernah“ kritisiert. Eine Gemeindeverwaltung gehöre nun mal in die jeweilige Gemeinde, was einen Zuhörer dazu veranlasste, die Verwaltungsgemeinschaft infrage zu stellen. „Was interessiert uns Rohrenfels!?“

Darüber hinaus wurden in der Bürgerversammlung folgende Themen angesprochen:

Endabrechnung Kanal: Die Endabrechnung für die neue Kläranlage, das Fangbecken, die Kanalsanierung und das Regenrückhaltebecken am Pitz wird dieses Jahr wohl nicht mehr kommen. Bürgermeister Gensberger geht davon aus, dass die Bergheimer die Zahlungsaufforderung kommendes Frühjahr erhalten werden.

Urnengräber in Unterstall: Auf dem Friedhof in Unterstall gibt es jetzt 21 Urnengräber. Der Baum, um den sich die Gräber reihen, wurde vom Gartenbauverein Unterstall/Attenfeld gesponsert. Die Grabstellen können die Hinterbliebenen nach ihren eigenen Wünschen gestalten.

Friedhof Unterstall: Ein „sechsstelliger Betrag“ wird voraussichtlich fällig werden, um die marode Friedhofsmauer an der Kirche St. Magnus zu sanieren. Das Problem ist, dass sich nicht nur die Mauer, sondern auch die Kirche setzt. Das haben vor Kurzem Untersuchungen ergeben. An der kostenintensiven Sanierung der gemeindlichen Stützmauer soll sich auch die Diözese Eichstätt beteiligen. Über eine weitere Baustelle auf dem Unterstaller Friedhof zeigte sich Gensberger „enttäuscht“. Die Sanierung des Leichenhauses zieht sich länger als geplant hin. Deshalb entschuldigte er sich in der Bürgerversammlung bei jenen, die ihre Verstorbenen in einer Baustellen-Umgebung aufbahren mussten.

Friedhof Attenfeld: Vor zwei Wochen wurden die neuen Parkplätze am Friedhof in Attenfeld fertiggestellt. Diese waren notwendig geworden, weil große Fahrzeuge wegen der entlang der Straße parkenden Autos nicht mehr durchkamen. Das Problem ist nun behoben.

Verkehrsüberwachung: Die Geschwindigkeitsanzeigetafeln in Bergheim zeigen ihre Wirkung. Die Zahl der Autofahrer, die in der Neuburger Straße schneller als die zulässigen 50 km/h unterwegs waren, hat sich seit 2014 deutlich reduziert. Waren vor drei Jahren noch 9,5 Prozent der gemessenen Fahrzeuge schneller als erlaubt unterwegs, sind es in diesem Jahr nur noch 3,7 Prozent. Aus diesem Grund hat sich der Gemeinderat auch entschieden, zwei weitere sogenannte „Smileys“ zu kaufen. Sie stehen nun fest in Unterstall an der Schule und in der Joshofener Straße.

Neue Feuerwehrhäuser: Die Pläne für das neue Feuerwehrhaus in Bergheim stehen bereits. Im Dezember sollen die Bauarbeiten ausgeschrieben werden, sodass im Frühjahr mit dem Bau begonnen werden kann. Dagegen sind die Pläne für das Unterstaller Feuerwehr- und Gemeinschaftshaus noch nicht so weit gediehen. Auch wenn es seitens eines Zuhörers Einwände gab, ist der Standort am Sportplatz fix. In diesem Zuge werden unterhalb des Schützenheims auch drei Grundstücke für Einfamilienhäuser ausgewiesen. Eines davon behält sich die Gemeinde vor und möchte es an einen Bauwerber vergeben.

Quovadis Feuerwehrhaus Bergheim? Was mit dem jetzigen Feuerwehrhaus in Bergheim passiert, wenn die Wehr in ihr neues Domizil in der Förchenau zieht, ist derzeit noch völlig offen. Auf der einen Seite steht etwa die Option eines Verkaufs, um damit einen Teil des Neubaus zu finanzieren. Auf der anderen Seite könnte sich Gensberger aber auch vorstellen, dass der Dorfladen erweitert und dafür das Gebäude in Erbbaupacht übergeben wird.

Bauplätze: Am Schindbühlweg in Attenfeld gibt es aktuell noch einen freien Bauplatz mit einer Größe von 1050 Quadratmeter. Dagegen sind am Fährenweg in Bergheim alle neun Plätze so gut wie weg. Sollten Interessenten abspringen, werden die Nachrücker informiert, sagte Gensberger. Am neuen Friedhof wird das 1155 Quadratmeter große Grundstück für ein Mehrfamilienhaus oder ein ruhiges Gewerbe (wie etwa eine Arztpraxis oder Büros) nächstes Jahr verkauft. Auf Halde hat die Gemeinde derzeit auch ein Baugebiet in Unterstall, für das es derzeit aber noch keine Pläne gibt.

Waldkindergarten: Die Gemeinde hat seit diesem Jahr einen Kindergartenbus, der rein durch Sponsorengelder finanziert wurde. Dadurch ist es möglich, dass Waldkinder mittags ins Mutterhaus nach Bergheim gebracht werden und länger als fünf Stunden betreut werden können. „Das ist eine wahnsinnige Bereicherung für unser Kinderhaus“, sagte Gensberger.

Fußgängerampel: Im Frühjahr soll an der Ortsdurchfahrtsstraße in Bergheim eine Fußgängerampel aufgestellt werden. Während die Gemeinde nur die einmaligen Aufstellungskosten zahlen muss, übernimmt das Staatliche Bauamt Ingolstadt die Unterhalts- und Wartungskosten.

Nationalpark: Die Gemeinde Bergheim lehnt bekanntermaßen einen Nationalpark in den Donauauen ab. In der Bürgerversammlung legte er die wesentlichsten Gegenargumente dar: Zum einen könne der Wald nicht wie bisher von den Jagdpächtern bejagt werden, weil die Bejagung dann in der Hand der Nationalparkverwaltung liege. Darüber hinaus würde die Gemeinde um Ausgleichsflächen gebracht, die sie als ökologische Kompensation für Baugebiete bräuchte, und sie hätte finanzielle Einbußen bei der Grundsteuer von Waldflächen in Höhe von bis zu 2500 Euro im Jahr. Und schließlich sei völlig unklar, ob die zwei Kläranlagen in Unterstall und Bergheim erweitert werden dürften, sollte eines Tages der Bedarf bestehen.

Öffnungszeiten im Kinderhaus: Ein Zuhörer wünschte sich verlängerte Öffnungszeiten in der Bergheimer Kita – wahlweise morgens ober abends. Gensberger stand dieser Bitte offen gegenüber, allerdings nur unter der Prämisse, dass sich genügend Interessenten finden. „Mindestens fünf Kinder sollten es dann schon sein“, sagte er.

Ansiedlung Firma Schulz: Die Ansiedlung der Firma Schulz in Bergheim zieht sich hin. Wie Gensberger auf Nachfrage eines Bürgers sagte, wird an dem Thema nach wie vor gearbeitet; derzeit müssten wasserrechtliche Fragen geklärt werden. Ziel sei es nach Rücksprache mit der Unternehmensleitung, „die nächsten Jahre“ nach Bergheim umzusiedeln.

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