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Eichstätt

12.08.2019

Das Eichstätter Juramuseum wird voraussichtlich 2020 wieder eröffnet

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Der Juvenator gehört zu den bedeutendsten Exponaten des Juramuseums: ein fleischfressendes Fossil, das vor zehn Jahren zum Fossil des Jahres gewählt wurde.
Bild: Stefan Puchner/dpa

Vor Kurzem hat die Uni Eichstätt die Trägerschaft des Eichstätter Juramuseums übernommen, jetzt wird Alexander Nützel wissenschaftlicher Leiter. Doch das Museum bleibt noch bis zum kommenden Jahr geschlossen.

Das Eichstätter Juramuseum bekommt einen neuen Chef: Professor Alexander Nützel, Oberkonservator an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie sowie Professor für Paläontologie und Geologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wird ab 1. September kommissarischer Leiter. Nützel übernimmt die wissenschaftliche Leitung der Einrichtung von der bisherigen Direktorin Martina Kölbl-Ebert, die künftig den Aufbaustab für das geplante Geoforum in München leitet. Das teilt der neue Träger der Einrichtung, die Uni Eichstätt, mit.

Alexander Nützel ist Geologe und Paläontologe. Nach wissenschaftlichen Stationen in Hamburg, Erlangen und Washington sowie Promotion und Habilitation wechselte er 2006 als Konservator zur Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie. Er forscht dort auf dem Gebiet der fossilen Weichtiere und betreut die umfangreiche Molluskensammlung. Seit 2013 lehrt er zudem an der Fakultät für Geowissenschaften der LMU.

Für das Juramuseum wird auch ein Geschäftsführer gesucht

Die Leitung des Jura-Museums übernimmt Nützel vorübergehend – die Ausschreibung der Stelle wird in Kürze erfolgen. Ebenso wird derzeit ein Geschäftsführer oder eine Geschäftsführerin für das Museum gesucht.

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Martina Kölbl-Ebert hatte das Juramuseum seit 2003 geleitet. Nach Stationen an der Universität Tübingen und am Geomar Forschungszentrum Kiel sowie einem Volontariat als Museumspädagogin am Museum für Naturkunde in Karlsruhe wurde die Paläntologin 1997 zunächst Konservatorin an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, ehe sie 2003 in Eichstätt die Nachfolgerin von Museumsgründer Günter Viohl wurde. 2017 habilitierte sich Kölbl-Ebert für Geschichte der Naturwissenschaft an der Universität Hamburg. Nun wird sie die Leitung des Aufbaustabes für das Geoforum der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen in München übernehmen. Im Rahmen eines kleinen Festaktes im Herbst soll die langjährige Leiterin des Jura-Museums offiziell verabschiedet werden.

Einzigartige Fossilien sind im Eichstätter Juramuseum zu sehen

Im Juramuseum sind insbesondere Fossilien der Solnhofener Plattenkalke zu sehen, die in den Steinbrüchen der Region zutage gefördert worden sind. Zu den Versteinerungen aus der Jura-Zeit vor 150 Millionen Jahren gehören das weltweit einzige Exemplar des Raubdinosauriers Juravenator und ein Original des berühmten Urvogels Archaeopteryx. Hinter dem Museum und seinen Mitarbeitern liegen viele Monate der Ungewissheit. Zum Jahresende hatte das Priesterseminar des 1976 gegründeten Museums gekündigt. In den vergangenen Jahren hatten sich die Besucherzahlen auf gut 40.000 halbiert und Michael Wohner, Regens des Priesterseminars, sah sich nicht mehr in der Lage, zum einen das jährliche Defizit, zum anderen aber auch die Investitionen in Millionenhöhe zu stemmen, die das Museum zukunftstauglich machen sollen.

Immer wieder wurden verschiedene Nachfolger als Träger gehandelt und als Ende Dezember 2018 niemand gefunden war, musste das Museum schließen. Erst ein halbes Jahr später gab es Klarheit: Zum 1. Juli hat die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt die Trägerschaft für das Museum übernommen. Das Museum soll voraussichtlich Anfang des Jahres 2020 wiedereröffnet werden. Zuvor müssen noch infrastrukturelle und betriebsorganisatorische Voraussetzungen geschaffen werden, heißt es von Seiten der Uni. Geplant ist, dass das Museum und die Ausstellung in den kommenden Jahren neu konzipiert werden. Diese umfangreichen Maßnahmen stehen auch im Zusammenhang mit der geplanten Sanierung der Willibaldsburg, auf der sich das Juramuseum befindet. (nr/rilu)

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