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Rennertshofen

19.06.2017

Das Feuer des Geistes brennt noch lichterloh

Der feierliche Pontifikalgottesdienst mit Weihbischof Wörner war Kern der Jubiläumsfeier.
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Der feierliche Pontifikalgottesdienst mit Weihbischof Wörner war Kern der Jubiläumsfeier.
Bild: Michael Geyer

Am Sonntag feierte Pfarrer Georg Guggemos sein 25-jähriges Priesterjubiläum. Zu seinem Fest im XXL-Format waren rund 1000 Gläubige aus der ganzen Pfarreiengemeinschaft gekommen

Wo fängt man an, wo hört man auf? Diese Frage stellt sich jeder, der Gäste zu einer Feier einlädt. Für Georg Guggemos, Pfarrer von Rennertshofen, war als geselligem Menschen und vor allem auch als Leiter der Pfarreiengemeinschaft Urdonautal die Antwort leicht: Ich lade mir so viele Gäste wie nur möglich zu meinem Silbernen Priesterjubiläum ein. So wurde die Feier auf dem Schulsportplatz mit rund 1000 Gästen nicht nur zu einer Begegnung im XXL-Format, sondern vor allem auch zu einer Veranstaltung, die beweist, dass die Pfarreiengemeinschaft zusammenwächst. Die aus sieben Pfarreien kommenden Gläubigen zogen für die Jubiläumsfeier alle Register und machten damit ihrem Pfarrer eine große Freude. Der Chor „La Musica“ mit Mitgliedern aus zahlreichen Pfarreien und die Kirchenchöre aus Hütting und Wellheim gestalteten den Gottesdienst mit, die Rennertshofener Marktkapelle und die Wellheimer Urdonautalblasmusik spielten auf und rund 50 Ministranten waren gekommen, um mit ihrem Pfarrer zu feiern. Selbst auf die politische Ebene ist das gemeinsame Zusammenwirken schon vorgestoßen.

Rennertshofens Bürgermeister Georg Hirschbeck und sein Wellheimer Amtskollege Robert Husterer trugen eine gemeinsame Laudatio vor, würdigten besonders die menschliche Seite des Jubilars und sahen die vielen Gäste als ein Zeichen der Wertschätzung. Führung und Rückenwind sei der Pfarrer für das Zusammenwachsen der Pfarreiengemeinschaft, man schätze seine weltzugewandte Art, verbunden mit der allzeit geistlichen und spirituellen Führung, sagte Pastoralratsvorsitzende Renate Pfäffle-Thierling. Weil es nur wenige Menschen gebe, die so einen perfekten Partner an ihrer Seite hätten wie Pfarrer Georg Guggemos, gratulierte ihm die stellvertretende Landrätin Sabine Schneider zur „Silberhochzeit“. Er sei ein lebensnaher und lebensfroher Mensch und in der Pfarreiengemeinschaft sehr beliebt.

Das Fest begann am Pfarrhof, wo die Marktkapelle einen Teil der Gäste, darunter Weihbischof Florian Wörner, die sechs Geschwister und Anna Guggemos, die Mutter von Pfarrer Guggemos, und seine ehemaligen Klassenkameraden aus der Grundschule in Seeg, mit Musik empfing. Im Festzug ging es zum Zelt. Dort standen etwa 20 Fahnenabordnungen Spalier für den hohen Gast und seine Konzelebranten. Dekan Werner Dippel schenkte Pfarrer Guggemos zu Beginn des feierlichen Pontifikalamtes als Erinnerung eine Kerze, die ihn immer an diesen besonderen Tag erinnern möge, dankte ihm für seinen priesterlichen Dienst im Dekanat und wünschte ihm weiterhin Kraft und den Segen Gottes. „Lieber Mitbruder und Freund. Priester zu werden, ist eine Gnade und ein Geschenk Gottes. Ich freue mich von Herzen und danke Gott, dass er uns in dir einen Priester geschenkt hat, der sich seit 25 Jahren mit Gewissenhaftigkeit und Freude für das Seelenheil seiner Gemeindemitglieder hineinkniet“, wandte sich Weihbischof Wörner zu Beginn des Gottesdienstes an Guggemos. Die beiden kennen sich seit ihrer Zeit im Priesterseminar, als der jüngere Wörner als Teilnehmer in den von Georg Guggemos geleiteten Bibelkreis kam. In seiner Predigt erinnerte Wörner an die Priesterweihe. Das Ausgestrecktsein des Neupriesters auf dem Boden deutete er als Zeichen der Demut, aber auch als Symbol der Schwäche des Menschen. Der Priester sei wie ein zerbrechliches Gefäß, in das Gott den Schatz Christus hineingelegt habe. Aufgabe des Priesters sei es, diesen Schatz mit Leib und Seele sichtbar zu machen, deswegen erfordere es ein dünnwandiges, durchscheinendes Gefäß und keinen dicken Panzer. Die Gläubigen forderte Wörner auf, sich nicht durch die schlimme Ablenkungskultur unserer Tage zerfleddern zu lassen, sondern Kontakt zu Gott zu halten. Es sei kein Luxus, sich für das geistliche Leben täglich Zeit zu nehmen. Das Priestertum verglich Wörner mit dem brennenden Dornbusch, der zwar brannte, aber nicht verbrannte. Ohne Feuer gebe es keine Liebe, keine Leidenschaft für Christus. Auch gelte es für jeden Priester, darauf zu achten, dass man nicht ausbrenne. Wörner mahnte aber auch, die Priester und ihre Mitarbeit nicht zu verheizen. „Bei der Handauflegung durch Bischof Stimpfle ist das Feuer des Geistes zu dir gekommen. Es brennt nach wie vor lichterloh“, bescheinigte der Weihbischof seinem priesterlichen Freund.

Nach dem Mittagessen standen lange Schlangen von Gratulanten bei Guggemos an, zahlreiche kurzweilige Beiträge folgten, angefangen von den Kindern der Kindergärten aus Wellheim und Rennertshofen, den Orgelpfeifen, der Weihrauch-Mafia, dem Bertoldsheimer Kirchenchor, den Mädels aus der Poi-Swing-Gruppe, der Malteserjugend und dem Buchdorfer Zweigsang bis zu Gstanzlsänger Christoph Böhm. Für Überraschung sorgte Rainer Beyer von MAN Promotion. Er hatte den als FC-Bayern-Fan bekannten Pfarrer bei einem Spiel kennengelernt und überraschte ihn mit dem FC-Bayern-Truck. Guggemos fackelte nicht lange, setzte sich in den Lastwagen und ließ den Motor an. Für eine Runde war jedoch keine Zeit, die Gäste warteten. Weitere Überraschungen sind nicht ausgeschlossen, wenn erst einmal die Grußkarten aus aller Welt eintrudeln. Die Katholische Jugend der Pfarreiengemeinschaft hatte dazu Jubiläumskarten angeboten, die die Käufer an Guggemos schicken sollen.

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