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Ehekirchen

07.05.2015

Das Geld fehlt hinten und vorne

Kein Geld: Die Gemeinde Ehekirchen steht finanziell nicht besonders gut da.
Bild: Ulrich Weigel

Die Aufgaben sind groß, die Rücklagen knapp: Ehekirchens Schulden wachsen dieses Jahr erneut.

Um die Finanzlage der Gemeinde Ehekirchen ist es alles andere als rosig bestellt. „Unsere Haushaltslage ist sehr angespannt“, fasst Kämmerer Franz Habersetzer die Situation zusammen. Bis Ende dieses Jahres werden die Schulden von 2,3 (Ende 2014) auf etwa 2,6 Millionen Euro steigen. „Und es wird nicht besser“, prognostiziert Habersetzer. Denn nach dem Neubau der Kinderkrippe bahnt sich die nächste gewaltige Aufgabe für Ehekirchen an: Die Sanierung des Kanalsystems, für die die Gemeinde mit mehreren Millionen Euro in Vorleistung gehen muss.

Insofern waren die Gemeinderäte, die am Dienstagabend den Haushaltsplan für das laufende Jahr verabschiedet haben, alles andere als zufrieden mit den Zahlen. „Ich spreche für alle Mitglieder des Finanzausschusses, wenn ich sage, dass wir uns bei diesem Haushaltsplan nicht so wohl fühlen“, sagte Otto Plath. Um die anstehenden Aufgaben für dieses Jahr stemmen zu können, musste die Gemeinde erneut 554000 Euro an Krediten aufnehmen. Für Kämmerer Habersetzer ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht. Mehr, so sagt er, könne sich die Gemeinde eigentlich nicht leisten.

Finanziell zwickt es an allen Ecken und Enden. Normalerweise muss die Gemeinde im Verwaltungsbereich so haushalten, dass am Ende wenigstens soviel übrig bleibt, dass damit die Tilgungsraten für die Kredite bezahlt werden können. In diesem Jahr tilgt die Gemeinde 282000 Euro. Übrig bleiben aber nur 235000 Euro. Für die Lücke müssen also wieder Schulden gemacht werden. Dass die sogenannte Mindestzuführung, wie dieser Betrag im Finanzjargon heißt, dieses Jahr nicht erreicht werden kann, begründet Habersetzer unter anderem mit den ständig wachsenden Ausgaben für die Kinderbetreuung, vor allem die der unter Dreijährigen.

So ist es auch die neue Kinderkrippe, die dieses Jahr noch finanziell den Haushalt belastet. 230000 Euro müssen noch zurückgezahlt werden. Weitere 230000 Euro hat die Gemeinde für zwei landwirtschaftliche Grundstücke in Ehekirchen und Schönesberg bezahlt, die möglicherweise irgendwann als Tauschfläche in Betracht kommen. So listen sich im aktuellen Haushalt eine Reihe von Investitionen auf, die von einem Zuschuss für den Schützenverein Ambach über 880 Euro bis hin zur Kanalsanierung in Weidorf über 330000 Euro reichen – Geld, das die Gemeinde wie in vielen anderen Fällen zwar über Ergänzungsbeiträge teilweise wiederbekommt, mit der vollen Summe aber zunächst in Vorleistung gehen muss. Alles in allem möchte Ehekirchen dieses Jahr Maßnahmen im Wert von 2,5 Millionen Euro umsetzen. Dem stehen Rücklagen in Höhe von 600000 Euro gegenüber. Habersetzer wertet diese Summe mit einem knappen Satz: „Das ist nicht so berauschend.“

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