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Bergheim

12.04.2017

Das Kreuz mit der Mauer

Die Stützmauer um die Kirche in Unterstall muss dringend saniert werden. Laut Vertrag ist dafür die Gemeinde Bergheim zuständig. Bürgermeister Tobias Gensberger rechnet dafür mit grob 100000 Euro.
Bild: Claudia Stegmann

Der Bergheimer Bürgermeister ist mit den geplanten Einnahmen und Ausgaben für dieses Jahr sehr zufrieden. Nur ein Posten bereitet ihm Kopfzerbrechen

Tobias Gensberger hat keinen Grund zur Klage – zumindest nicht, was die Finanzsituation seiner Gemeinde anbelangt. „Ich bin mehr als zufrieden“, sagt der Bergheimer Bürgermeister über seinen Haushaltsplan für dieses Jahr. Ihn freut nicht nur, dass seine Gemeinde dieses Jahr mit 8,2 Millionen Euro jongliert – das sei so viel wie noch nie, sagt er. Er ist auch zuversichtlich, dass er seine zwei Feuerwehrhäuser – je nach Standort  – finanzieren kann, ohne dafür einen Kredit aufnehmen zu müssen. „Wir können sie uns leisten“, sagt er nicht ohne Stolz. Unter diesen Voraussetzungen wurde der Haushalt fast ohne Wenn und Aber am Montagabend vom Gemeinderat abgesegnet. Nur Engelbert Winter stimmte dagegen.

Die gute Finanzlage hat in erster Linie mit dem Verkauf von Grundstücken zu tun. Wie mehrfach berichtet, wurden nach langer Zeit in der Gemeinde wieder Bauplätze in Attenfeld und Bergheim ausgewiesen. Entsprechend hoch war und ist die Nachfrage. Auch der neue Friedhof in Bergheim wird verkleinert, um zwei Bauplätze zu gewinnen. Das spült Geld in die Kasse. Dazu kamen vergangenes Jahr unverhoffte Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 900000 Euro und damit dreieinhalb Mal so viel wie im Jahr zuvor. Der Geldregen hatte aber lediglich mit säumigen Unternehmen zu tun, die ihre Abgaben verspätet nachbezahlten.

In der Summe führt das aber dazu, dass Bergheim bis Ende dieses Jahres mindestens 1,6 Millionen Euro übrig bleiben. Die Summe kann sogar auf 2,7 Millionen Euro wachsen – sofern sich der Baubeginn des Feuerwehrhauses in Bergheim auf nächstes Jahr verschiebt und die Gemeinde dieses Jahr keine Grundstücke kauft. Für beide Fälle wurden nämlich insgesamt 1,1 Millionen Euro reserviert.

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Die Gemeinde hat darüber hinaus aber noch eine ganze Reihe anderer Investitionen geplant. So schlägt etwa das neue Feuerwehrauto für die Unterstaller Wehr mit 100000 Euro Restzahlung zu Buche und für das geplante Kneippbecken am Bergheimer Sportplatz (siehe nebenstehender Bericht) sind 50000 Euro veranschlagt. Man hofft zwar auf 50 Prozent Zuschuss aus dem EU-Fördertopf, doch zunächst muss die Gemeinde in Vorleistung gehen. 65000 Euro sind darüber hinaus für den Schützenverein bestimmt. Der baut bekanntermaßen am Sportplatz eine neue Schießhalle und erhält als Zuschuss etwa 19 Prozent der Kosten.

Ein dicker Brocken wird die Sanierung der Friedhofsmauer in Unterstall. Ein mindestens 20 Jahre alter Vertrag mit der Kirche sieht vor, dass die Gemeinde 99 Jahre lang jährlich rund 500 Euro an Erbpachtzins für die Friedhofsfläche bezahlt und im gleichen Zuge die Baulast für die Mauer übernimmt. Diese Klausel wird der Gemeinde jetzt zum Verhängnis, weil die Stützpfeiler dringend saniert werden müssen. „Die 100000 Euro, die wir in den Haushalt eingestellt haben, sind reine Schätzkosten“, sagt Gensberger, der hinsichtlich der zu erwartenden immensen Kosten die Hoffnung hegt, dass sich die Kirche trotz des Vertrags finanziell beteiligt.

Im Vergleich dazu kann Gensberger an anderer Stelle mit weit weniger Geld mutmaßlich weit mehr Menschen glücklich machen. Nach den guten Erfolgen der Verkehrssmileys an der Neuburger Straße in Bergheim will er auch in Unterstall zwei Geschwindigkeitsanzeigen aufstellen. Denn innerhalb von zwei Jahren hat sich allein durch die Signalisierung der Geschwindigkeit die Verkehrssünderquote von zwölf auf vier Prozent senken lassen. Gerade mal 6000 Euro kosten zwei dieser Geräte, die er wahlweise an der Grundschule, in der Joshofener Straße oder in der Attenfelder Straße aufstellen möchte. „Das sollen zu gegebener Zeit aber die Unterstaller Gemeinderäte entscheiden“, sagt er.

Der Schuldenstand der Gemeinde bleibt quasi konstant. 1,4 Millionen waren es Ende 2016, bis Ende 2017 soll das Minus bei 1,3 Millionen Euro liegen. Gleichzeitig hat die Gemeinde Rücklagen in Höhe von 2,4 Millionen Euro. „Wir sind also eigentlich schuldenfrei“, wertet Gensberger die Zahlen, wenngleich natürlich so manch alter Kredit noch abzustottern ist. Ein neuer Kredit soll dieses und auch in den nächsten Jahren nicht dazukommen – erst recht nicht für den Neubau der beiden Feuerwehrhäuser, zumindest wenn es nach dem Bergheimer Bürgermeister geht. (mit dopf)

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