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Rennertshofen

07.10.2019

Das Pfarrheim als neues Zentrum der Gemeinde

Weihbischof Florian Wörner segnete das neue Pfarrheim. Im Hintergrund sieht man das Bild vom guten Hirten, das Franz Appel gemalt hat.
Bild: Michael Geyer

Am Sonntag wurde in Rennertshofen das neue Pfarrheim „Sankt Johannes der Täufer“ eingeweiht. Dabei wurde allerhand gesprochen und geboten.

Festliche Trompeten- und Orgelklänge kündigten am Sonntag einen außergewöhnlichen Gottesdienst in der voll besetzten Pfarrkirche Sankt Johannes Baptist an. Besonders die Pfarrgemeinde, aber auch die ganze Pfarreiengemeinschaft Urdonautal feierte nach einer Bauzeit von circa 18 Monaten die Einweihung des neuen Pfarrheimes „Sankt Johannes der Täufer“.

Das Thema Gemeinschaft zog sich wie ein roter Faden durch den ganzen Festtag. „Es geht nicht nur um ein Gebäude, sondern vor allem um unsere Gemeinschaft.“ Was Kirchenpfleger Klaus Hartmann in seiner Ansprache sagte, wurde auch von den anderen Rednern hervorgehoben. Allen voran betonte Weihbischof Florian Wörner schon bei seiner Begrüßung im Festgottesdienst, dass das neue Heim ein Haus der Begegnung sei, offen für alle Gruppen. In Anlehnung an das Sonntagsevangelium ermunterte er die Gläubigen, noch mehr Glauben in ihren Alltag zu legen und Mut zu beweisen: „Steht mit beiden Füßen auf dem Boden der Tatsachen, aber habt den Herrn im Kopf. Euer Tun soll nicht Dank erwarten, sondern selbstlos und uneigennützig aus Liebe zum Herrn und zum Mitmenschen geschehen.“

Kirchenpfleger Klaus Hartmann wurde von Pfarrer Georg Guggemos für seine Verdienste um den Neubau zum „Mister Pfarrheim“ ernannt.
Bild: Michael Geyer

Im Festzug, angeführt von der Marktkapelle, ging es dann zum neuen Schmuckstück der Pfarrei, wo etliche „Wow-Effekte“ auf die überraschten Besucher warteten. Die Intention der Kirchenverwaltung, man wolle dem Heim einen christlichen Atem einhauchen, wurde eindrucksvoll verwirklicht: Im „Apostelzimmer“ trifft man auf eine geschnitzte Abendmahlszene in Anlehnung an das bekannte Bild von Da Vinci. Die zwei Gruppenräume im Dachgeschoss sind nach den Bistumsheiligen Afra und Ulrich benannt. Vor allem das Gemälde vom guten Hirten, das die Giebelseite im Westen des großen Saales verschönert, erzeugte diese Wow-Wirkung. Der Gietlhausener Franz Appel hat es in rund drei Wochen nach seinen eigenen Entwürfen gemalt. Seine Ideen habe er weitreichend ausführen können, erzählte er und verriet noch ein paar Details: Nur die Idee von einem schwarzen Schaf und einem gehörnten Bock, die er bei dem für ihn typischen augenzwinkernden Humor gerne auch untergebracht hätte, seien bei den Auftraggebern weniger gut angekommen. Der Seniorenkreis der Pfarrei hat die Kosten für das Bild übernommen.

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Josef Spenninger, der durch die Einweihungsfeier führte, eröffnete den Festakt: „Wir wollen ein offenes, einladendes Haus sein, für Junge und Alte, Schwache und Starke, für Fromme und weniger Fromme… – kurz für alle“. Dann segnete Weihbischof Wörner das neue Kreuz für das Ulrichs-Zimmer und weihte das Haus mit Weihwasser und Gebeten ein.

1,77 Millionen Euro kostete der Bau in Rennertshofen

Kirchenpfleger Klaus Hartmann dankte dem Architekturbüro Springer mit allen Mitarbeitern, dem Landschaftsarchitekten Mutter, dem zuständigen Projektmanagement der Diözese Augsburg und auch der Bischöflichen Finanzkammer Augsburg für die stets sehr gute Zusammenarbeit beim Bau des „Wohnzimmers“ der Pfarrei. Ganz besonders herzlich hob er den Einsatz der vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer hervor, die knapp 1200 Arbeitsstunden geleistet hatten. „Ein fester Glaube verleiht zwar mitunter Flügel, bezahlt aber leider keine Rechnungen“, brachte er die Finanzierung zur Sprache: 1,77 Millionen Euro wurden veranschlagt, derselbe Betrag steht nun nach dem Bauabschluss auf der Kostenseite. Dafür gab es kräftigen Beifall, denn so etwas ist heutzutage selten.

Der Zuschuss der Bischöflichen Finanzkammer Augsburg betrug 1,1 Millionen Euro. Vom Markt Rennertshofen kamen 249.000 Euro, der Eigenanteil der Pfarrei beläuft sich auf 250.000 Euro, dazu kommen Eigenleistungen im Wert von 18.000 Euro. An Spenden wurden bis dato 30.978,79 Euro verbucht. Es fehlt noch ein Betrag von 51.000 Euro, der bei der hoffentlich großen Spendenfreude der Rennertshofener Gläubigen bald gedeckt sein könnte. So waren am Sonntag neben vielen freiwilligen Helfern auch die Mitglieder des Handarbeitskreises der Nachbarschaftshilfe im Einsatz und verkauften ihre selbst gemachten Handarbeitserzeugnisse für die Kasse des Pfarrheims.

Der Kinderchor „Die Orgelpfeifen“ unter der Leitung von Anja Spenninger erfreute mit zwei Liedern.
Bild: Michael Geyer

Frohsinn und Heiterkeit kamen ebenfalls nicht zu kurz: Der Kinderchor „Die Orgelpfeifen“ unter der Leitung von Anja Spenninger erfreute mit zwei frischen Liedern. Anneluise Schneider und Vroni Fürholzer verbreiteten mit ihrem Sketch „Ratscherei in der Kirche“ Insiderwissen rund ums neue Pfarrheim. Die „Scheinheiligen vom Katholischen Frauenbund“ hatten durch scheinbar christliches Verhalten fleißig Punkte gesammelt und begehrten mit ihren Pluspunktekarten schließlich Einlass ins Himmelreich.

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