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Neuburg

18.06.2019

Das Schloßfest nimmt Gestalt an

Am Karlsplatz arbeiten die Helfer von Anton Göbel (verdeckt) und Karl Deiml (ganz rechts) daran, die Hütten für den Biergarten aufzubauen. Sie dürfen früher mit den Arbeiten beginnen, da ihr Aufwand so hoch ist. Die meisten Stände werden erst ab dem 26. Juni in die Altstadt ziehen. 
Bild: Christof Paulus

Wer durch die Altstadt läuft, sieht dort immer mehr Arbeiter und Handwerker. Gut eine Woche vor der Eröffnung richten sie Neuburg für das Schloßfest her. 

Für Anton Göbel und seine Mitarbeiter läuft das Schloßfest schon lange, bevor es überhaupt begonnen hat. Denn während die Besucher noch über eine Woche darauf warten müssen, dass das Fest eröffnet wird, ist Göbel schon lange dabei, das zu tun, was er während der beiden Wochenenden die meiste Zeit tun wird: arbeiten. Denn zusammen mit Anke und Karl Deiml vom Gasthof Neuwirt bewirten er und seine Familie den Biergarten auf dem Karlsplatz. Dafür benötigen die beiden weit mehr als ein paar Tische und Bänke. Das heißt, sie haben schon vorher einiges an Aufbauarbeit zu leisten – und das braucht Zeit. „Zwei Wochen planen wir immer ein“, sagt Göbel.

Jeden Tag stehen sie mit ihrem Team aus rund zehn Mitarbeiten auf dem Karlsplatz, zwei kleine Hütten stehen bereits. Sie werden den Wirten als Büro und den Bedienungen als Umkleide dienen. Momentan sind sie allerdings noch der Unterstand für die Arbeiter. Denn zu Beginn der Woche haben diese zusammen mit Deiml und Göbel die mächtige Hütte am Westende des Platzes aufgebaut, die während des Schloßfestes Küche und Ochsenbraterei beherbergt. Weil das Team so einen großen Aufwand hat, dürfen sie mit dem Aufbau bereits früher als andere Stände anfangen. Bei Temperaturen von fast 30 Grad ist das für die Helfer eine echte Knochenarbeit. Ein wenig Schatten und kühle Getränke in den kleinen Hütten sind deshalb mehr als willkommen.

Das Schloßfest findet auch im Hofgarten statt

Die Arbeiter auf dem Karlsplatz sind nicht die einzigen fleißigen Hände, die in diesen Tagen in der Altstadt umherwirbeln. Auch in der Residenzstraße sind die Gerüste von drei weiteren Verkaufsständen schon unübersehbar, eine kleine Hütte an der Kreuzung von Residenz- und Amalienstraße steht bereits. Bis zur Schloßfest-Eröffnung am kommenden Freitag werden noch einige Stände hinzukommen.

Noch sind in der Residenzstraße nur Gerüste zu sehen. Pünktlich zum Schloßfest-Start sollen aber auch hier die Stände fertig sein. 
Bild: Christof Paulus

Gehämmert und gesägt wird auch außerhalb der Altstadtmauern. Zum dritten Mal wird auch der Hofgarten zur Schloßfestbühne. Auf der „Schachbrett-Terrasse“ werden die Schafkopffreunde wieder ihren Verzehrstand aufbauen und unter den großen Kastanien stellen Landsknechte wie die Lagorias Fähnlein ein authentisches Lagerleben nach. Schon seit einer Woche arbeiten Christian Stemmer, Marcus Lappe und Bertl Eibisch aus Oberhausen-Unterhausen an ihrem Stand. Mit im Schnitt fünf Mann sind sie an sechs Tagen in der Woche vor Ort, um ihr diesjähriges Projekt entstehen zu lassen. Nach einer Tenne und einer Mühle mit Wasserlauf warten der Zimmerermeister, der Werbedesigner und der ehemalige Pilot heuer mit einer Arena auf. „Zum Wilden Stier“ nennen sie ihre Taverne – und der Name ist Programm. Nur so viel sei verraten: Es wird einen hölzernen Bullen geben, für den ein eigenes Podest gebaut wurde. Christian Stemmer kann dem Umstand, dass sie mit ihrem Stand nicht mitten im Altstadttrubel sind, so manches Gute abgewinnen: „Wir haben Stammgäste, die die Ruhe und die schattigen Plätze unter den Bäumen schätzen.“ Und falls nötig, sorgen die drei Oberhausener selbst für Trubel und Gaudi.

„Zum Wilden Stier“ nennen Christian Stemmer (links) und Bertl Eibisch ihre Taverne, die derzeit im Hofgarten entsteht.
Bild: Claudia Stegmann

Neuburg macht sich hübsch für das Schloßfest

Nicht nur für die Gastronomen fällt vor dem Fest einiges an: Für die Arbeiter der Stadt stehen ebenso einige Aufgaben auf dem Plan. Für die Stadtgärtnerei sind das zwar in erster Linie Routinearbeiten – doch die Arbeiter gehen diese kurz vor Start des Schloßfestes an, sodass sie gerade zu Festbeginn frisch getan sind. Laut Uwe Johannsen, dem Leiter der Stadtgärtnerei, bestehen die Aufgaben seines Betriebes vor der Schloßfest-Eröffnung vor allem darin, die Wiesen um die Altstadt herum zu mähen und die Bäume auf dem Festgelände zu kontrollieren – und notfalls auch zu kürzen. „Da liegen wir gut im Plan“, sagt er. Erst kürzlich hat die Stadtgärtnerei die Grünflächen in der Luitpoldstraße an der Einfahrt zum Stadtberg neu gestaltet. Mit dem Beginn des Schloßfestes seien diese Arbeiten aber eher zufällig zusammengefallen.

Weniger zufällig bringt das Schloßfest den Arbeitern des Bauhofs einen Berg voll Arbeit mit. Ende vergangener Woche hätten die konkreten Vorbereitungen für das Schloßfest für die Arbeiter begonnen. Bis zum Ende des Festes bliebe für den Bauhof, abgesehen von den Arbeiten rund um das Schloßfest, nur Zeit für Notdürftiges und die übliche Stadtreinigung, wie der stellvertretende Bauhofleiter, Egon Hofstetter, sagt. Denn sie müssen das Festgelände absperren, Parkverbote einrichten, die Stadt beflaggen – und das sind nur ein paar ihrer Aufgaben. Jeden Tag seien dabei mindestens um die sieben Arbeiter im Einsatz, während des Schloßfestes kümmern sich alleine neun Arbeiter um die Reinigung der Stadt.

Auch wenn der Bauhof bereits jetzt stark im Einsatz ist: „Der Stress kommt dann in den letzten Tagen vor dem Fest“, sagt Hofstetter. Denn am Mittwoch vor der Eröffnung steigt die Schlagzahl in der Altstadt noch einmal an: Dann dürfen auch die kleineren Stände mit dem Aufbau beginnen. Anton Göbel und seine Helfer sind dann schon fast fertig – und doch noch bis zum Ende gefordert. (mit clst)

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