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06.07.2010

Das Schokoladengeschäft versüßt den Wert der Milch

Laktosefreie Schokolade, Sahne für Russland und Panna Cotta für den italienischen Markt: Da staunten sogar die ansonsten pure Lebensfreude verbreitenden Milchbauern aus Garmisch-Partenkirchen über die Angebote, welche in Kürze von den Neuburger Milchwerken auf den Markt gebracht werden. Foto: Manfred Reichl
Bild: Manfred Reichl

Neuburg Der Milchpreis hat sich zwar stabilisiert, zufrieden sind die Genossenschaftsmitglieder der zur OMIRA-Gruppe gehörenden Neuburger Milchwerke deswegen aber nur bedingt. Ein paar Cent mehr als aktuell knapp unter 29 Cent für die Güteklasse I einschließlich einer Nachzahlung von 0,49 Cent pro Kilogramm, hätten sich die Erzeuger schon gewünscht.

Dennoch wollte kaum einer der 67 zur Vertreterversammlung gekommenen Erzeuger ein Klagelied anstimmen. Zu deutlich schien in deren Köpfen noch die Milchpreismisere des vergangenen Jahres verankert zu sein, als dass sie große Forderungen an Geschäftsleitung, Vorstand oder Aufsichtsrat gestellt hätten.

Bilanz zeigt, dass es der Genossenschaft gut geht

Dazu bestand auch gar kein Grund. Vor allem wurde der ausgezahlte Milchpreis in vollem Umfang erwirtschaftet. "Es ist nämlich allemal besser, dass es unserer Genossenschaft gut geht", so der neu in den Aufsichtsrat gewählte junge Milchbauer Friedrich Schäfer aus dem schwäbischen Dorthemmaten. Dass dem so ist, zeigt die Bilanz. Überdies ist die Erzeugergemeinschaft der Neuburger Milchwerke seit September des vergangenen Jahres schuldenfrei.

Das Schokoladengeschäft versüßt den Wert der Milch

Laut Aussage der beiden Geschäftsführer Dr. Wolfgang Nuber (Ravensburg) und Dr. Stefan Bayr (Neuburg) konnte das Tal der Milchpreise nur aufgrund der steigenden Nachfrage nach hochwertigen Produkten auf dem Weltmarkt durchschritten werden und die Preise gesteigert werden.

Wesentlich dazu beigetragen habe die Vermarktung der Produkte für den Handel und die Schokoladenindustrie. Weitere Preisverbesserungen habe es bei Konsummilch, Milchfrischprodukten sowie bei Butter, Käse und Trockenmilch gegeben. Nach gezielten Einschränkungen in den vergangenen Jahren weitete der Betrieb an den Grünauer Straße vor allem die H-Milch Mengen aus.

Ausgebaut wurden auch die H-Sahneprodukte. Laut Dr. Nuber war allerdings im Segment Pudding und Dessert bei den Verbrauchern eine gewisse Zurückhaltung zu spüren. Als bundesweiter Marktführer gilt OMIRA bezüglich laktosefreier Milchprodukte. Im Neuburger Werk sind bereits neue Produkte in der Entwicklung, wie die einer Trinkmahlzeit für Babys.

Bereits neu im Sortiment ist ein zunächst für den italienischen Markt bestimmtes Panna Cotta Dessert mit Karamellsoße sowie eine Sahne für Russland. Außerdem wird demnächst eine laktosefreie Vollmilchschokolade als einzige ihrer Art im europäischen Raum angeboten. Für die kommenden Monate sieht das Unternehmen eine weitere stabile Lage an den Märkten. Man gehe davon aus, dass sich die Milchpreise in der zweiten Hälfte des Jahres weiterhin positiv entwickeln.

Michael Meier rückte in den Aufsichtsrat

Auch Vorstandsvorsitzender Ernst Herzog sowie Aufsichtsratsvorsitzender Michael Gschwendtner zeugten sich in punkto Zukunft optimistisch. Der Gesamtumsatz des Neuburger Werkes lag 2009 bei rund 75 Millionen Euro. Die Genehmigung des Jahresabschlusses sowie des Geschäftsjahres wie auch die Ergebnisverwendung sowie die Entlastung von Aufsichtsrat und Vorstand wurden von den Anwesenden einmütig gebilligt. Nachdem Johann Großhauser aus Fernmittenhausen nach 17-jähriger Tätigkeit im Aufsichtsrat sich nicht mehr zur Wahl stellte, rückte an dessen Stelle Michael Meier jun. aus Hollenbach.

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