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Neuburg

21.01.2019

Das Seniorenkino ist ein Erfolg

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Vor jedem Film halten Renate Wicher vom Seniorenbeirat und Roland Harsch vom Kinopalast eine kurze Einleitung.
Bild: Marcel Rother

Beim Seniorenkino im Kinopalast gibt es Sekt, die Besucher sind gut gelaunt und der Saal ist meistens gut gefüllt. Was ist das Geheimnis hinter dem Erfolg?

Es ist 14 Uhr, die Sonne scheint und im Café im Kino wird es langsam voll. Die Freundinnen Adelheid Eichler und Waltraud Kalbreier sitzen an einem der Steintische, vor ihnen stehen Kaffee und Kuchen. „Ein Muss“, wie sie sagen. Die Frauen aus Neuburg besuchen das Seniorenkino seit vielen Jahren. Immer eine Stunde vor Beginn treffen sie sich und ratschen. Denn dass sie das können, ist nicht selbstverständlich. Einst Schulkameradinnen in Kassel, verschlug es sie unabhängig voneinander nach Neuburg, dann liefen sie sich durch Zufall in der Innenstadt über den Weg, trauten ihren Augen nicht. Nun sitzen sie vor jeder Vorstellung des Seniorenkinos im Café und tauschen sich über das Leben aus, das manchmal filmreife Geschichten bereithält.

Die Freundinnen Waltraud Kalbreier (links) und Adelheid Eichler treffen sich vor dem Kinobesuch immer im Café.
Bild: Marcel Rother

Das Seniorenkino folgt immer dem gleichen Ritual, erklärt Renate Wicher, Vorsitzende des Seniorenbeirats. Am dritten Montag im Monat geht es offiziell um 14.30 Uhr los mit einem Sektempfang im Foyer des Kinos. Viele Senioren würden sich jedoch schon zuvor treffen: „Es geht schließlich auch darum, raus zu kommen und Leute zu treffen.“ Was ein Blick ins Foyer bestätigt: Einzeln, paarweise oder in Grüppchen treffen die Besucher im Kino ein, Menschentrauben sammeln sich an Stehtischen, es wird gegrüßt, gelacht und geplaudert und inzwischen füllen sich auch die Sektflöten an der Bar.

Sekt ist nicht allein der Grund für den Erfolg des Seniorenkinos

Kinobetreiber Roland Harsch kommt mit dem Einschenken kaum nach, freut sich aber, dass wieder so viele Gäste den Weg ins Seniorenkino gefunden haben. In der Regel kämen zwischen 100 und 150 Besucher, diesmal seien es aber mehr als 200. Harsch öffnet kurzerhand einen weiteren Saal und zeigt den Film zweimal. Um kurz vor 15 Uhr schlendern die Besucher in die Kinosäle und als alle sitzen, gibt Harsch eine kurze Einführung und Wicher informiert über die bevorstehenden Aktivitäten des Seniorenbeirats. Dann wird es dunkel und es heißt: Vorhang auf für Senioren!

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Der Andrang am Kassenschalter ist groß: Weil diesmal so viele Menschen den Film sehen wollten, wurde ein weiterer Saal geöffnet.
Bild: Marcel Rother

Die Filme für das Seniorenkino wählt Harsch persönlich aus. Hin und wieder bekommt er Tipps von den Besuchern, folgt bei der Auswahl aber immer klaren Kriterien. „Die Filme sind nicht älter als ein Jahr und haben entweder bekannte Schauspieler in den Hauptrollen, die den Besuchern vertraut sind, oder sie drehen sich um Themen, mit denen Senioren etwas anfangen können.“ Besonders beliebt seien Komödien, sagt Harsch. Die Leute wollten Spaß haben und sich unterhalten lassen. Weniger beliebt dagegen sind Filme mit politisch-kritischem Inhalt.

An diesem Montag lief der Film „Grüner wird´s nicht“ mit Elmar Wepper in der Hauptrolle. Darin spielt er den kauzigen alten Gärtner Schorsch, der mit seinem Betrieb kurz vor der Pleite steht, eine lieblose Ehe führt und noch einmal alles hinter sich lässt: Mit einem alten Propellerflugzeug hebt er ab, raus aus seinem Leben in einer bayerischen Kleinstadt. „Eine ideale Geschichte für das Seniorenkino“, sagt Harsch – dazu Elmar Wepper als Star in Bayern, das käme gut an.

Die Besucher wollen aktuelle Filme im Seniorenkino Neuburg sehen

Lange Zeit wurden im Seniorenkino auch Filme von früher aufgeführt. Das war zu Zeiten des ehemaligen Vorsitzenden Fritz Seebauer, der das Seniorenkino ins Leben gerufen hatte, erinnert sich Harsch. Damals seien die Filme noch am alten Kinostandort im Hofgartentheater gezeigt worden. Unter ihnen eben auch Klassiker wie das Liebesdrama „Die Glenn Miller Story“ von 1954. Doch die Rückmeldungen von den Besuchern seien eindeutig gewesen: „Sie wollen lieber aktuelle Filme sehen“, sagt Harsch.

Beim nächsten Seniorenkino am 18. Februar flimmert die Romantik-im-Alter-Komödie „Tanz ins Leben“ über die Leinwand, die erst vergangenes Jahr in den deutschen Kinos anlief. Wie immer wird die Vorstellung nachmittags beginnen, so hätten die Besucher die Möglichkeit, vor Einbruch der Dunkelheit wieder zu Hause zu sein, erklärt Wicher. Und wie immer dürfte der Film gut besucht sein, was nicht zuletzt an den moderaten Eintrittspreisen liegen dürfte. „Allerdings sollten die Besucher zuvor reservieren“, rät Wicher. Denn nicht immer steht ein weiterer Saal zur Verfügung und es heißt gleich doppelt: Vorhang auf für das Seniorenkino.

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