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Namenspatrone

02.12.2017

Das flotte Leben von Franz Xaver

Der Tod des heiligen Franz Xaver, dargestellt in der Pfarrkirche St. Pankratius in Unterhausen.
Bild: Manfred Veit

Er lebte in einer WG mit Ignatius von Loyola, lernte Japanisch und taufte zehntausende Inder

Am 3. Dezember feiert Franz Xaver Namenstag. Über seine Geschichte ist bekannt, dass Wolfgang Wilhelm von Pfalz-Neuburg, der die Rekatholisierung des Fürstentums maßgeblich forderte und förderte, auch unermüdlicher Motor für die Heiligsprechung von Ignatius von Loyola und dessen Kommilitonen und Weggefährten Franz Xaver war. In einem ausführlichen Briefwechsel verwandte sich Herzog Wolfgang Wilhelm bei Papst Gregor XV. für die Kanonisierung dieses Jesuiten der ersten Stunde.

Franz Xaver, oder Francisco Javier de Jassú y Azpilcueta, wie er in seiner Heimat Spanien mit vollem Namen hieß, wurde 1506 in der Nähe von Pamplona im Baskenland geboren. Bei seinem Studienaufenthalt in Paris lernte er 1529 in seiner Wohngemeinschaft Ignatius von Loyola kennen. Ignatius bemühte sich – erst vergeblich –, Franz Xavers flottem Leben eine andere Wende zu geben. Erst 1533 schaffte er es, ihn zu einem christlichen Leben zu bringen, dann aber umso deutlicher. Ignatius wurde von ihm intensiv bei der Ausarbeitung der Ordensregeln für den zukünftigen Orden der Jesuiten unterstützt. Franz Xaver war einer der sieben Gründungsmitglieder des neuen Ordens. Auf dem Weg nach Rom erhielt er 1537 zusammen mit den anderen Gefährten in Venedig die Priesterweihe.

Bereits 1541 bekam Franz Xaver von Ignatius und vor allem von Papst Paul III. den Auftrag, in Goa, der portugiesischen Kolonie, zu missionieren. Diese Aufgabe erfüllte er mit überaus großem Eifer. 1544 taufte er allein 20000 bis30000 Inder. Seinen Missionsbereich dehnte er bis nach China aus.

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Franz Xaver gründete Missionsstationen, die er mit einheimischen Missionaren besetzte. Das alles war nur mit einer straff organisierten Führung möglich. Seine Berichte nach Rom – mehr als 1500 sind erhalten – wurden gedruckt und zur Nachahmung verbreitet. Weiter kam er nach Japan, lernte die Landessprache und gründete in dem eben erst bekannt gewordenen Land die erste christliche Gemeinde. Seine Überzeugung, dass die Landeskultur bei der Glaubensvermittlung nicht zerstört werden darf, und das Bestreben, zuerst die geistige Oberschicht zu überzeugen, führten zum Erfolg. Auf einer Reise nach China im Jahr 1552 starb er nach kurzer Krankheit. Sein Leichnam wurde nach Goa überführt und dort in der Klosterkirche Bom Jesus bestattet. Die Situation seines Todes wird in der abendländischen Kunst oft dargestellt.

Sein großer Verdienst ist das Einfühlungsvermögen in fremde Kulturen und der Respekt vor diesen, sein persönlicher Mut und seine ausdauernde Energie. 1622 sprach ihn Papst Gregor XV. heilig, 1748 wurde er Schutzpatron Indiens. In der Neuburger Hofkirche steht er in der Reihe der Apostel, sozusagen als deren Nachfolger, zusammen mit Ignatius von Loyola.

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