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Musik

26.11.2019

Das nächste Stück wird „Eine Rosskur“

Wie hier beim diesjährigen Stück „Der Maultiertreiber“ wird der Chor der Neuburger Kammeroper auch bei der 52. Produktion dem Hintergrund eine Stimme geben. Ausgewählt wurde die Oper „Eine Rosskur“.
Foto: Ralph Pauli

Die Neuburger Kammeroper verrät, was die Spielzeit 2020 so mit sich bringen wird. Wem auf der Mitgliederversammlung ein langanhaltender Beifall gebührte

Eine Erfolgsgeschichte geht weiter: Gegründet 1969, liegt inzwischen ein halbes Jahrhundert hinter der Neuburger Kammeroper und die 52. Produktion steht unmittelbar bevor. Intendant Horst Vladar ist auf seiner Suche nach vergessenen Perlen der Opernliteratur einmal mehr fündig geworden. Unterstützt von Ehefrau und Kammeropern-Vorsitzender Annette Vladar, hat er ausgiebig recherchiert, Internet und Archive durchforstet, viele Kompositionen gesichtet und die meisten von ihnen als nicht spielbar verworfen. Übriggeblieben ist für die Spielzeit 2020 das Stück „Eine Rosskur“ (Chi dura Vince) des italienischen Komponisten Luigi Ricci (1805-1859) mit einem Libretto von Giacopo Ferretti (1784-1852).

Die Oper wurde 1834 uraufgeführt und machte danach zunächst an vielen Orten in Europa Furore, ehe sie der Vergessenheit anheim gefallen ist. Bei der Mitgliederversammlung des Vereins Neuburger Kammeroper wurde dieser Vorschlag Horst Vladars einstimmig angenommen.

Erzählt wird in der Oper folgende Geschichte voller Irrungen und Wirrungen: Der Graf Sanviti und die Gräfin Fiorina sind seit kurzem verheiratet und lieben sich heiß und innig. Doch stört den Grafen, dass sich seine Frau sehr arrogant zeigt und er beschließt, sie zu kurieren. Er gibt vor, auf eine Dienstreise zu gehen. Doch bestellt er zuvor sowohl seine Frau, als auch seine verwitwete Schwester auf ein neu gekauftes Schloss in der Provinz. Er selbst taucht dort verkleidet als einfacher Arbeiter auf, damit ihn seine Frau nicht erkennt. Als Gräfin Fiorina nach einem Radbruch ihrer Kutsche verspätet und schimpfend dort eintrifft, kommt es zu einem hitzigen Streit der Eheleute. Als Graf veranlasst Sanviti, nicht nur die Gräfin, sondern auch den Pächter des Schlosses, den Verwalter und schließlich sich selbst als Arbeiter gefangen zu setzen.

Derweilen vertreibt sich die Schwester des Grafen die Wartezeit im Schloss mit Modespielereien. Ihr Bruder, Sanviti, weiht sie in seine Pläne ein. Es kommt zu Missverständnissen, Eifersucht und zwischenmenschlichem Durcheinander, in dessen Folge Gräfin Fiorina schließlich die Scheidung will. Als der Graf am Ende alles aufklärt, gibt es ein Happy End.

Der Komponist Luigi Ricci studierte in Neapel bei Zingarelli und Generali. Schon 1823 kam seine erste Oper auf die Bühne, der weitere 30 folgten - viele davon äußerst erfolgreich. So wurde etwa „Chi dura vince“ (übersetzt ungefähr „Wer durchhält, gewinnt“) in mehrere Sprachen übersetzt und unter anderem in Rom, Wien, Berlin und Paris gespielt. Seine Musik gilt als ideenreich und originell instrumentiert, voll Frische und graziöser Melodik. Ricci hatte als Mensch ein teilweise abenteuerliches Leben, wie Horst Vladar in der Mitgliederversammlung erzählt. Er sei von der Justiz als Bigamist verfolgt worden, denn er habe mit zwei Schwestern zusammengelebt. „Sehr glücklich“, wie Vladar augenzwinkernd ergänzte.

In der Besetzung der Gesangssolisten wird das Publikum auf alte Bekannte stoßen. Mit dabei sind Michael Hoffmann, Denise Felsecker, Ines Vinkelau, Goran Cah, Joachim Herrmann und Horst Vladar selbst.

Der Chor der Neuburger Kammeroper ist ebenfalls wieder im Einsatz. Und mit dem Bühnenbildner Michele Lorenzini und dem Dirigenten Alois Rottenaicher und seinem Orchester sind ebenfalls bewährte Kräfte im Einsatz. Über die Jahrzehnte hat auch Toni Sprenzel als graue Eminenz im Hintergrund und als Vorsitzender die Neuburger Kammeroper entscheidend mit geprägt. Ja, er hatte sie vor 50 Jahren überhaupt erst durch seine Initiative mitbegründet. Ihm gebührte lang anhaltender Beifall in der Mitgliederversammlung, denn er wird den Verein als Ehrenvorsitzender weiter begleiten.

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