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10.03.2009

Deftige Sprüche und würziges, dunkles Gebräu

Rohrenfels-Wagenhofen Abwrackprämie, politische "Gelbfüßler" und "rote Wowereits", Krisen in der Wirtschaft, lustige Begebenheiten und Ausrutscher im Dorf: Bruder Barnabas, alias Helmut Schott, derbleckte beim Starkbierfest in Wagenhofen neben den Politikern auch ganz normale Bürger, ganz besonders aber den SVW-Vorsitzenden Hubert "Hubsi" Pallmann. Die Organisatoren des Sportvereins servierten dazu würziges, dunkles Unterbaarer-Gebräu.

Über 200 Gäste aus allen Altersschichten machten es sich im weiß-blau geschmückten Sportheim gemütlich. Die Sehensander Musikanten spielten zünftig auf, das erste Fass mit Starkbier wurde angezapft und noch vor dem Auftritt des Mönches gab es Deftiges auf den Tisch.

Tosender Applaus empfing den Bruder Barnabas, der die Besucher zuerst mit einer (neuen) Klobürste mit reinem Wasser besprengte und dann kräftig loslegte. Sein Begleiter, der Glogger Pauli, sorgte bei dem Auftritt für einen reibungslosen Ablauf. Aber Ausschreitungen waren sowieso nicht zu befürchten, denn alle Besucher warteten wieder auf das Gaudium. "Prost Starkbiergemeinde", rief er in die Runde, und nach einem kräftigen Schluck legte er los.

"In Bayern hams den Problembärn erschossen, doch die Dreckbärn und Saubärn, die sitzen weiterhin in der Staatskanzlei." Nach den Politikern bedauerte Barnabas die Ärzte: "Die nagen seit Anfang des Jahres am Hungertuch. Die Augenärzte schauen die normalen Kassenpatienten erst gar nicht mehr an, den Internisten geht das alles an die Nieren und auch die Frauenärzte müssen Abstriche machen."

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Neue Gemeindekanzlei soll abhörsicher werden

Zur Gemeindepolitik vertröstete er die Bürger auf einen schnelleren Internet-Anschluss, und der neue Kindergarten in Rohrenfels wurde wegen des fehlenden "Diridari" in Holzbauweise errichtet. Anders die neue Gemeindekanzlei, die so richtig massiv gebaut wird. "Wegen dem abhörsicheren Tagungsraum", wie Barnabas vermutete. Bürgermeisterin Karin Schäfer war im vergangenen Jahr nach dem Vorbild der großen Fußballclubs wie FC Chelsea bei den Scheichs gewesen und beim Gegenbesuch und in Erwartung auf sprudelnde Geldquellen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten will man den Gästen etwas Heimatgefühl vermitteln. Deshalb werden laut Starkbier-Prediger am Doferhof alle Rehe erschossen und dafür 20 Kamele angeschafft. "Und wenn noch Platz vorhanden ist, darf sich der eine oder andere Gemeinderat dazugesellen."

Weitere Themen waren die inzwischen 20 Mal geänderte Vorfahrtregelung in Wagenhofen, die Gründung einer Ü-50-Fußballmannschaft, die am Zuschuss für die Rheumasalben und Sauerstoffflaschen scheiterte, der "Zwiebel-Baron", die "Christbaum-Verkaufs-AG" sowie Verbrecher und Banker.

Neue Trainer geben sich die Klinke in die Hand

Zu guter Letzt derbleckte er den Vorsitzenden Pallmann. "Der ist leicht an seinem Schnitzelfriedhof vorn dort zu erkennen." Aber den "Hubsi" kenne man im Ort nicht nur wegen seiner stämmigen Figur, ist es doch auch sein Hobby, die Schäferei. "Dazu herrscht bei den Pallmanns reger Verkehr, natürlich Besucherverkehr, grad in den letzten Wochen, wo sich fast jeden Tag ein neuer Trainer vorgestellt hat", so der Mönch. Mit einem gemeinsamen Prosit und einem Trinkspruch verabschiedete er sich: "Der größte Feind des Menschen wohl, das ist und bleibt der Alkohol. Doch in der Bibel steht geschrieben, du sollst auch deine Feinde lieben." Und so floss im Sportheim das würzige Gebräu bis spät in die Nacht.

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