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Neuburg

14.05.2015

Dem Biber den Appetit verderben

Biberverbisse wie an der Silberweide auf der Schlösslwiese werden derzeit im Stadtgebiet mit Schälschutzmittel behandelt.

1000 Bäume am Donauufer werden mit Schälschutzmittel gestrichen

Neuburg Es ist kein schöner Anblick: Die Biber haben entlang des Donauufers in den vergangenen Jahren viele Bäume angenagt und umgelegt. Nun wird Meister Bockert vom Fischereiverein Einhalt geboten. Im Auftrag der Stadt werden die Mitglieder auf rund zehn Kilometern Flussufer 1000 Stämme mit einem Schälschutzmittel, das Quarzsand enthält, anstreichen. „Ein Maul voll Sand, das schmeckt dem Biber gar nicht“, betont der verantwortliche Referent für Grünanlagen und Wald im Stadtrat, Alfred Hornung. Er hat die präventive Maßnahme mit Dringlichkeit empfohlen.

Laut Hornung sind bereits 80 Prozent des Baumbestandes an der Donau im Stadtgebiet beschädigt. Viele Bäume, die von dem Pelztier gefällt werden und in den Fluss fallen, nimmt die Strömung mit. Aber einige sind in Schieflage und nahe von Wegen eine Gefahr für Spaziergänger und Radfahrer. „Immer mehr Bürgern ist der Verbiss entlang der Brandlbucht, an der Schilchermühle, runter nach Joshofen und im Englischen Garten aufgefallen. Die Leute sprechen mich an, etwas zu unternehmen“, berichtet der Seminarförster. Der Fachmann unterstreicht die Entwicklung: „Wenn nichts getan wird, dann haben wir in ein paar Jahren an der Donau keinen Baum mehr stehen“.

Nicht nur die Uferbereiche werden dadurch verändert, sondern auch das Stadtbild. Das ist laut Hornung an dem westlichen Inselspitz, am städtischen Nordufer oder in der Brandlbucht bereits der Fall. Jetzt hat die Stadt den Fischereiverein um Hilfe gebeten. Seit Tagen streichen die Ehrenamtlichen des Vereins Baum für Baum mit einem Haftmittel an. Die insgesamt 1000 Bäume werden bis zu einer Höhe von 80 Zentimetern mit dem Mittel, das rund fünf Jahre wirkt, bestrichen. Wichtig ist laut Hornung, dass man die Lösung bis zum Boden anbringt. „Wenn der Biber die Rinde auch nur unten herum weg knabbert, dann ist der Saftfluss unterbrochen und das bedeutet, dass der Baum abstirbt“, erklärt er. Das Haftmittel wird auf Bäume mit relativ glatter Rinde angebracht. Die großen Exemplare sowie die mit rauer Rinde werden mit einem feinmaschigen Gitter vor dem Nager geschützt. Die Stadt und auch die Regierung fördern die Maßnahmen finanziell. „Und auch der Landrat hat jetzt Unterstützung versprochen“, sagt der Stadtrat. Was die Maßnahmen kosten, konnte Hornung nicht sagen, weil der Verantwortliche der Stadt derzeit im Urlaub weilt.

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Seit einigen Tagen sind nun die Fischer mit dem Schälschutzmittel und Schutzgitter entlang der Uferbereiche unterwegs. Und auch sie werden von Passanten angesprochen. „Nein, wir machen das nicht gegen den Biber, sondern für die Bäume“, so bringt der stellvertretende Vorsitzende des Fischereivereins, Wolfgang Bachhuber, die Aktion auf den Punkt. Biber ernähren sich bekanntlich von der Rinde, solange sie frisch ist. Aber verhungern müssen die Pelztiere durch die Maßnahmen in Neuburg nicht, wie Hornung versichert. „Biber fressen nicht nur Rinden, sondern mögen auch Feldfrüchte. Und wenn das Nahrungsangebot zur Neige geht, werden sie weiterziehen“, sagt der Seminarförster.

Ansonsten verhält es sich für ihn mit dem Biber wie bei allen Spezies. Gibt es weniger zu fressen, vermehren sich die Tiere nicht mehr so grenzenlos, wie bei einem Leben in Hülle und Fülle.

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