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19.03.2009

Dem Himmel der Bayern ganz nah

Neuburg König Ludwig ist allgegenwärtig. Sein Abbild hängt gleich mehrfach an der Wand, daneben eine Abschrift der Bayernhymne. Die Tischdecke im kleinen Gartenhäuschen von Peter Winterholler ist - natürlich - blau-weiß, genauso wie die Girlande an der Decke. "Ich habe schon immer gerne Lederhosen getragen", sagt Winterholler.

Seit über 20 Jahren ist der 69-Jährige im Verein der Königstreuen, ist fasziniert von Bayerns Märchenkönig. Seitdem sammelt er alles, was mit König Ludwig zusammenhängt. Früher lagerten die Schätze im Keller des Hauses in der Gustav-Philipp-Straße. Doch seitdem die Winterhollers ein Gartenhäuschen haben, kommt Ludwig groß raus. "Ich habe eben angefangen, die ganzen Sachen rüberzutragen. Und jetzt ist es fast ein König-Ludwig-Häuschen geworden", sagt Winterholler.

Nicht ohne Stolz öffnet er die kleine Holztür zum Heiligtum. Der Besucher ist mehr als überrascht von dem Refugium in weiß und blau. Hier lebt ein echter Bayer seine Liebe zur Heimat aus.

Die Wand ist gepflastert mit Andenken, Bildern, Orden, Urkunden und sogar zwei Brezen hängen an einem Band. Aufs Dach hat Winterholler einen kleinen Maibaum montiert und auch auf der Bayernfahne weht Ludwigs Antlitz sanft in der Frühlingsbrise. "Ich habe eben immer wieder was geschenkt bekommen, weil die Leute ja wussten, dass ich Königs-Fan bin. Und so wurde es immer mehr", erklärt Winterholler. Begonnen hat alles mit Besuchen bei den Königsschlössern. Fasziniert von den Bauten und den Parkanlagen, beschäftigt sich Winterholler mit der Geschichte Ludwigs II und dessen Schicksal. Bis heute fährt er regelmäßig zu seinen Lieblingsschlössern Hohenschwangau und Linderhof. Jedes Jahr, am Todestag des Königs, dem 13. Juni, gedenkt er Ludwig II. zusammen mit weiteren Mitgliedern des Vereins an der Stelle, wo der Märchenkönig seinen Tod fand: am Starnberger See.

Dem Himmel der Bayern ganz nah

Auch wenn sich Winterholler im Grunde sicher ist, dass der sagenumwobene Herrscher am Ende ermordert wurde, sieht er auch vieles kritisch: "Er war sehr weit entfernt von seinem Volk und hat nur an sich gedacht." Auch die Wagner-Vereherung sieht Winterholler kritisch. "Aber im Grunde können wir froh sein, dass wie so einen König gehabt haben", so der 69-Jährige.

Doch die ganzen Geschichten um Gerüchte zählen nicht, wenn es die Winterhollers mal zum Kaffeetrinken oder bei Geburtstagsfeiern in ihr König-Ludwig-Stüberl zieht. Ehefrau Christa - ebenfalls Mitglied bei den Königstreuen - hat viel Verständnis für das Hobby ihres Mannes und teilt die Begeisterung für Bayerisches. Genauso wie ihr Mann ist Christa Winterholler bestens ausgestattet mit feschen Dirndl und Trachten. Zwar hat sie nirgendwo den König Ludwig eingestickt - so wie ihr Mann auf den Hosenträgern seiner Lederhose - "aber ich kann ja nicht nachstehen, wenn mein Mann fesch in Lederhosen daherkommt", sagt die 75-Jährige und lacht.

Fünf Exemplare hat ihr Mann im Kleiderschrank, selbst im Urlaub ist die bayerische Uniform dabei. Und wenn ihn dann jemand fragt, woher er kommt, "dann sage ich nicht, dass ich aus Deutschland komme, sondern aus Bayern".

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