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15.10.2009

Demo für schnelles DSL

Rennertshofen (mad) - Die Bewohner des Neubaugebietes in Stepperg verlieren langsam aber sicher die Geduld. Seit Jahren hoffen sie auf einen schnelleren Zugang ins Internet. Am Dienstagabend haben sie dafür zu Beginn der Gemeinderatssitzung vor dem Rennertshofener Rathaus demonstriert und das Gespräch mit Bürgermeister und Gemeinderäten gesucht.

"Kabel-DSL jetzt Herr Gebert" - "Wer fragt uns?" - "Wir werden seit sieben Jahren hingehalten" - "Hier Geberts nix". So und ähnlich prangten die Sätze von den Schildern und Transparenten den Gemeinderäten entgegen, als diese am Dienstagabend auf dem Weg in den Sitzungssaal waren.

Rennertshofens Bürgermeister Ernst Gebert und einige der Räte stellten sich noch vor der Sitzung der Diskussion mit den Stepperger Anwohnern. Die waren zum Teil richtig sauer. "Vor sieben Jahren haben wir das Grundstück gekauft, ein Jahr danach gebaut. Als wir umgezogen sind, haben wir bei der Gemeinde nachgefragt und als Antwort erhielten wir, dass es nur einige Monate dauern würde", ärgern sich Cornelia und Volker Busch. Wie ihre Nachbarn fordern sie nun eine schnelle Lösung und die Investition der Gemeinde. Auch das habe der Bürgermeister bereits im Januar 2008 versprochen, so die Verlautbarung der Bürger auf einem Flugblatt. Darin fordern sie auch mehr Transparenz in der Entscheidungsfindung.

Schließlich gehe es um die Zukunft der Gemeinde und deren Attraktivität. Von Schulen, Ausbildungseinrichtungen und Arbeitgebern gleichermaßen werde immer mehr auf die Informationsmöglichkeit aus dem Internet gebaut. Für Unternehmen sei eine schnelle Auffahrt auf die Datenautobahn überlebensnotwendig.

Demo für schnelles DSL

Hinhalten wollen sich die Stepperger nicht mehr lassen, das machten sie am Dienstag unmissverständlich klar. Die Neuigkeiten, die Ernst Gebert für sie und die Gemeinderäte im Gepäck hatte, waren allerdings alles andere als hoffungsvoll. "Die Telekom hat völlig überraschend ihr Angebot zurückgezogen und sich an der Ausschreibung gar nicht mehr beteiligt." Grund dafür seien die finanziellen Einbußen des Unternehmens durch die Kürzung der Netzentgelte, so Gebert. Und der einzige Kabel-Anbieter - Funk-DSL wollen die Stepperger nicht - habe in seinem Angebot gerade das Neubaugebiet in Stepperg nicht berücksichtigt.

Dort ist ein Glasfaserkabel verlegt. Was als technische Innovation gedacht war, zeigt sich nun als Bremsklotz, denn die Firma MFOX will das für die gesamte Marktgemeinde Rennertshofen flächendeckende DSL-Netz mithilfe von Verstärkern in den vier Hauptvermittlungsstellen gewährleisten. Übertragungsraten von einem bis zu sechs Megabit seien so möglich, so die Information aus dem Angebot. Die Preise lägen für Flatrates ungefähr zwischen 30 und 50 Euro monatlich.

Auf einen Zeitplan wollte sich Gebert nicht festlegen lassen. "MFOX muss das Angebot für Stepperg nachbessern. Wir hoffen bis November, spätestens Dezember auf eine Lösung." Der Bürgermeister favorisiert die Kabel-Lösung, brachte aber - zumindest als Übergangslösung - die Version über Funk wieder ins Gespräch. Für Theo Rehm ist das nur verlorene Zeit. "Wir sollten jetzt nicht mit einem Provisorium herumstopseln." Hans-Josef Landes trauerte dem Angebot der Telekom nach. Das hätte man damals nicht so lange liegen lassen sollen. Ludwig Bayer dagegen sah den Schwarzen Peter eher beim Unternehmen. "Die haben uns doch hingehalten."

Die Gemeinde geht inzwischen ganz grob geschätzt von Kosten um die 100 000 Euro aus, vom Freistaat seien rund 70 Prozent Zuschuss zu erwarten. Die Stepperger warten also weiter auf gute Nachrichten von der DSL-Front, von der es heißt: Vertagt bis November.

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