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Neuburg

23.04.2015

Der Auftrag des Geschwaders

CSU-Ortsvorsitzender Matthias Enghuber (rechts) überreichte Oberst Frank Gräfe zum Dank einen bayerischen Löwen.
Bild: CSU

Oberst Frank Gräfe hat über die Rolle der Neuburger Luftwaffe berichtet. Sie spielt eine wichtige Rolle bei der Sicherheitspolitik des Landes.

 Bei der jüngsten Veranstaltung des Politischen Clubs der CSU Neuburg gab der Kommodore des Taktischen Luftwaffengeschwaders 74, Oberst Frank Gräfe, Einblicke in die Aufgabenstellung des Geschwaders und in diverse Auslandseinsätze.

Gräfe berichtete den Gästen im Gewölbesaal des Hotel Kirchbaur über den Auftrag des Neuburger Geschwaders, die Luftraumsicherheit in Süddeutschland aufrecht zu erhalten. Die momentane Auslagerung des Geschwaders nach Lagerlechfeld, die im Zuge der Startbahnerneuerung in Neuburg nötig wurde, sei für die Geschwaderangehörigen eine große Herausforderung – gelte es doch, den Pendelbetrieb zwischen Neuburg und dem Ausweichflugplatz täglich in Kauf zu nehmen und dennoch den NATO-Auftrag ständig zu erfüllen. Circa zehn bis zwanzig Alarmstarts finden jährlich in Deutschland statt, bei denen die Eurofighter zu nicht identifizierten Flugobjekten oder in Notlage befindlichen Zivilflugzeugen geschickt werden. „Diese Einsätze haben über die letzten Jahre etwas abgenommen“, erzählte der Oberst, was er unter anderem auf die gute Zusammenarbeit mit der Flugsicherung zurückführte.

Ein positives Fazit ziehe er aus seinem sechsmonatigen Afghanis-taneinsatz, sagte Gräfe, wenn er dadurch auch Zeit am Standort Neuburg verloren habe. Mit vielen Fotos und Berichten konnte der Geschwaderkommodore den Zuhörern die Fortschritte in Afghanistan näher bringen. Jetzt geht es um die Übergabe der Sicherheitsaufgaben an die Afghanen selbst. Und diesen Übergang gestaltete Gräfe zu einem Teil mit, in dem er die afghanischen Kräfte beim Aufbau einer eigenen Flugsicherung und im Betrieb von Flugplätzen schulte. Der Auftrag der Bundeswehr habe sich dort vom Kampfauftrag hin zu Beratungs- und Schulungsleistungen verändert, so Gräfe. Dies zeige den Fortschritt des Landes, wenn freilich auch die Sicherheitslage nach wie vor zur äußersten Vorsicht Anlass gebe. Eines der Highlights in seinem Einsatz sei der Besuch der Klinikclowns und von Dr. Seeliger gewesen. Auch das von Volksfestlegende Peter Winterholler zugeschickte Plakat der Neuburger Wiesn und das Neuburger Julius-Bier hätten im Feldlager höchsten Anklang gefunden, wenn auch das Bier wegen des im Hauptquartier geltenden Alkoholverbots in die Deutsche Botschaft gebracht werden musste, wie Gräfe augenzwinkernd anmerkte. Die zweite große Auslandsherausforderung des Geschwaders liegt im Baltikum, wo für die dortigen Staaten die Luftraumsicherheit sichergestellt wird. Gerade dort, so Gräfe, sei die Dankbarkeit der Bevölkerung über die Präsenz der Bundeswehr mit Händen zu greifen. Mit Bedauern nahmen die Gäste des Politischen Clubs die Nachricht auf, dass Oberst Frank Gräfe in wenigen Tagen von Neuburg nach Berlin versetzt wird. Er sei ein Kommodore gewesen, der die enge Verbindung zwischen Bundeswehr und Bevölkerung mit Leben gefüllt und die freundschaftliche Bindung zwischen der Ottheinrichstadt und „ihrem“ Geschwader gestärkt habe, sagte Matthias Enghuber, der Gräfe als Erinnerung an Neuburg einen bayerischen Löwen überreichte. (nr)

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