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Thema der Woche

04.05.2013

Der Beruf als Berufung

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Die Aktivsenioren beraten vor allem Existenzgründer sowie Klein- und Mittelständler in der Region 10. Kompetenz und Erfahrung aus einem langen Arbeitsleben werden ehrenamtlich weitergegeben

Am 1. Mai war der „Tag der Arbeit“. Die NR hat sich diese Woche die Arbeit zum Thema gemacht und berichtet täglich über diverse Facetten. Unsere heutige Folge zu den „Aktivsenioren“ stellt den Abschluss dieser Themenwoche dar.

Neuburg Im oft verbrämten Unruhestand befinde er sich nicht, meint Gerhard Weiß. Seit sechs Jahren ist der Neuburger in Rente, doch für den 71-Jährigen kein Grund, die Füße hochzulegen. „Ich habe immer gern gearbeitet“, sagt der studierte Diplom-Betriebswirt. Und er tut es heute noch.

Weiß war in seiner aktiven Berufszeit 25 Jahre lang kaufmännischer Geschäftsführer bei den Neuburger Globol-Werken, nach der Übernahme durch Jeyes wechselte er zu einem Münchner Softwarehaus. 2007 ging er in den Ruhestand, doch der währte nicht lange. Schon im Jahr darauf packte er bei den Aktivsenioren wieder an. Seitdem berät er zehn Stunden pro Woche klein- und mittelständische Betriebe. „Wir kennen nicht nur die Theorie“, setzen er und seine neun Mitstreiter in der Region 10 auf ihre Praxiserfahrung.

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Gerhard Weiß ist Softwarespezialist, doch das Spektrum seiner Mandanten geht quer durch alle Branchen. Metzger- oder Schreinerbetriebe sind ebenso darunter wie Manufakturen oder Werbeagenturen. „Wir unterstützen mit unserer Erfahrung Unternehmen, die vor besonders schwierigen Herausforderungen stehen“, sagt er und meint damit vor allem finanzielle Schieflagen. Teure Unternehmensberater kann sich dieses Klientel nicht leisten.

Wer Weiß engagiert hat, für den entwickelt er Konzepte und begleitet sie, oft über Jahre, bei der Umsetzung. Alle ein oder zwei Monate setzt sich der Businesscoach mit dem Firmenchef zusammen. Dann geht es nicht nur um Bilanzen. „Durch betriebswirtschaftliche Herangehensweise versuchen wir, eine Änderung im Verhalten herbeizuführen. Manche verzetteln sich in ständig wechselnden Herausforderungen. Es gilt, sich auf die wesentlichen Aufgaben zu fokussieren.“ Der Berater hat die Erfahrung gemacht, „die Leute arbeiten unheimlich viel. Aber sie tun nicht immer das Richtige.“ Oft versuchten Unternehmer, mit ihren Lieblingsprodukten Geld zu verdienen. Damit machen sie auch Umsatz, verdienen aber wenig Geld. So hat er einem Schreiner geraten, keine Türen und Fenster mehr einzubauen. „Die werden vorgefertigt. Und das kostet. Dabei ist er ein hervorragender Möbelschreiner.“

In vielen Fällen ist es Gerhard Weiß gelungen, seine Mandanten zurück in die Erfolgsspur zu bringen. Knapp 30 hat er in vier Jahren beraten. „Ich habe es nicht geschafft, allen zu helfen. Manchmal fallen die Leute in alte Verhaltensmuster zurück. Wenn es nicht klappt, muss man sich auch zurückziehen können. Unser Angebot zur Hilfe steht aber weiter“.

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