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Polizei

24.04.2018

Der Freund und Helfer als Taxidienst

Norbert Bachmaier (2. v. links), Leiter der PI Neuburg, begrüßte am Montag (von links) Markus Rinderspacher, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, Andreas Fischer, Juso-Ortsvorsitzender in Neuburg, und Heinz Schafferhans, Neuburgs SPD-Ortsvorsitzender, in seiner Dienststelle und zeigte ihnen unter anderem das moderne Geräte zur digitalen Erfassung von Fingerabdrücken.
Bild: Manfred Dittenhofer

Die Neuburger Beamten schieben wahrlich keine ruhige Kugel. Noch dazu sind Planstellen nicht besetzt

Wieso sollte eine Justizvollzugsanstalt eine zusätzliche Belastung für die örtliche Polizei sein? Die Insassen dort können ja schließlich nichts anstellen. Und dennoch: Die Neuburger Polizei hat eine erhebliche Mehrbelastung durch gleich zwei Justizvollzugsanstalten in ihrem Einzugsbereich. Denn: Jeder Untersuchungshäftling, der vor Gericht erscheinen muss, wird nicht von Justizbeamten, sondern von der Polizei zum Gerichtsort chauffiert. Und das ist nur eine von vielen Aufgaben der Polizei, die sich dem Bürger nicht direkt erschließen.

So mancher Bürger vermisst den Freund und Helfer regelrecht. Zu wenig Präsenz wird immer häufiger bemängelt. Dem bayerischen Bürger geht das Sicherheitsgefühl verloren. Dieser Weckruf kam inzwischen auch bei der bayerischen Staatsregierung an. Bayern hat zu wenig Polizisten. Außerdem kommt die große Pensionierungswelle erst noch auf die Dienstellen zu. Deshalb hat schon Horst Seehofer mehr Polizisten angekündigt. Und der Neue, Markus Söder, legte noch einmal einen drauf. 3500 Polizisten mehr will der Ministerpräsident für den Freistaat einstellen. Vollmundige Ankündigungen, findet Markus Rinderspacher, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag. Er fragt sich, was sich nach diesen Ankündigungen tatsächlich bis jetzt verändert hat.

Um den Alltag und die Nöte der Polizisten vor Ort zu erfahren, besuchte Rinderspacher auf Einladung von Juso-Vorsitzenden Andreas Fischer und Neuburgs SPD-Ortsvorsitzenden Heinz Schafferhans die Polizeidienststelle Neuburg. Auch in der Ottheinrichstadt sind Planstellen nicht besetzt. Und das, obwohl die Neuburger Dienststelle viel Arbeit in einige Sonderaufgaben steckt, wie die bereits genannten Transportzeiten quer durch Bayern. Dabei ist nicht die Anzahl an Fahrten das eigentliche Problem für die Neuburger Polizisten, wären sie nur planbar. „Aber wir haben Tage mit vier bis fünf solcher Vorführungen, erklärte Dienststellenleiter Norbert Bachmaier. Ein Taxidienst, für den Polizisten eigentlich zu schade seien, so cder PI-Chef weiter. Und auch die Termine, bei denen seine Beamten vor Gericht als Zeugen aussagen müssten, würden sich häufen.

Eigentlich sollte Bachmaier auf 65 Beamte zurückgreifen können, ginge es nach dem Stellenplan. Die Dienststelle Neuburg verfügt aber über nur 51 Beamte. Der Dienststellenleiter setzt also viel Hoffnung in die Worte des neuen Ministerpräsidenten. Die PI ist in Neuburg und in zehn Außengemeinden für rund 62000 Menschen verantwortlich. Erfreulicherweise sei die Zahl der Straftaten rückläufig, so Bachmeier. „Sie sind um acht Prozent auf rund 2400 zurückgegangen.“ Und auch bei Wohnungseinbrüchen sind die Zahlen am Sinken. Aber was seien schon Statistiken. Bachmaier erzählt als Beispiel den Fall von Sachbeschädigung in Neuburg durch Graffitisprayer. „100 Objekte sind betroffen, der Schaden ist immens, der Aufklärungsaufwand ebenso und in der Statistik taucht das Ganze als ein einziger Fall auf.“ Noch eines beschäftigt ihn. Die Fälle von Gewalt gegen seine Beamten haben im vergangenen Jahr zugenommen. Bei solchen Widerstandsauseinandersetzungen, wie die tätliche Gewalt gegen Polizisten im Fachjargon heißt, müssten sich Politik und Justiz klar positionieren. Weitere Themen, die die Polizei in Neuburg beschäftigen, sind Dieseldiebstähle aus Lkw und der Verkehrsbrennpunkt B16. Die SPD fordere seit Langem zusätzliche Stellen bei der Polizei, so Rinderspacher. Knapp zehn Prozent der Planstellen seien in den Polizeidienststellen im Durchschnitt nicht besetzt.

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