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16.06.2009

Der Lech soll wieder ein freier Fluss werden

Rain (ma) - Das Konzept "Licca liber - Freier Lech" stellte Wolfgang Schilling, der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Donauwörth, beim Schwäbischen Fischereitag im gro-ßen Saal des Pfarrzentrums vor. Aus einem eingeengten, ökologisch ver-armten Fluss könnte in absehbarer Zeit wieder ein Gewässer werden, in dem eine ähnliche Artenvielfalt an Lebewesen, vor allen Dingen Fische, vorhanden sind wie in der Zeit vor der Regulierung.

Unvorhersehbare Folgen

"Ab dem 19. Jahrhundert erfolgte aus vielerlei Gründen, hauptsächlich aber wegen des Hochwasserschutzes, eine erhebliche Verkürzung der Flusslänge des Lechs, wobei man ihm durch Deichbau die natürlichen Überschwemmungsgebiete wegnahm", sagte der Referent. Die dramatischen Folgen, die sich auch wegen des Baus von Sohlstützschwellen und von 23 Wasserkraftwerken im 20. Jahrhundert ergaben, habe man nicht voraussehen können.

"Der Fluss ist im Stau" stellte Schilling fest. Einerseits verschlamme er im Bereich der Stauseen, andererseits grabe er sich ein immer tieferes Bett. Jetzt gelte es, die Fluss-Sohle zu stabilisieren, den Hochwasserschutz zu verbessern und die Fluss-Ökologie zu stärken, beispielsweise durch Fischtreppen.

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Um dieses Konzept zu verwirklichen, sei ein Konsens mit allen Beteiligten erforderlich, also mit den Kraftwerksbetreibern, Verbänden, Vereinen und Interessenvertretern. Wo es möglich sei, sollte das Flussbett aufgeweitet werden "und die Sohlstützung durch offenes Deckwerk und raue Rampen ermöglicht werden." "Auch die Fluss-Aue sollte in dieses Konzept eingebunden werden, genauso wie eine Deich-Rückverlegung", sagte Schilling.

Dr. Frank Pöhler, Geschäftsführer der Bayerischen Elektrizitätswerke, wies darauf hin, dass Strom aus Wasserkraft in Bayern einen erheblichen Stellenwert habe. 35 Laufwasserkraftwerke an Lech, Iller, Donau, Wertach und Günz erzeugten eine beachtliche Strommenge. Wenn jetzt Veränderungen angestrebt werden, müsse man Kompromisse suchen, weil alles finanzierbar sein müsse. Die Kosten des Baus einer Fischtreppe beim Kraftwerk Feldheim würden beispielweise 1,5 Millionen Euro betragen, wobei anschließend auch "Stromerzeugungsverluste" anfielen.

Er bestätigte, dass ein Konzept zur Wiederherstellung der "Durchgängigkeit" der bayerischen Donau und der großen Seitengewässer vorliege. Freilich müssten "Ökologie und Ökonomie ganzheitlich betrachtet werden", forderte er. Mit der "Wasserrahmenrichtlinie der EU" solle man "ehrlich" umgehen. Er schloss mit den Worten: "Wenn die Umsetzung dieser Richtlinie wirtschaftlich realisierbar sein sollte, werden wir uns nicht verschließen."

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