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Wald

11.01.2019

Der Millionen-Wald

Bei den blauen Flächen handelt es sich um Wasserschutzgebiete, hier könnten neue Bäume gepflanzt werden. Ebenso wie in den grünen Bereichen, die als mögliche Standorte infrage kommen.
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Bei den blauen Flächen handelt es sich um Wasserschutzgebiete, hier könnten neue Bäume gepflanzt werden. Ebenso wie in den grünen Bereichen, die als mögliche Standorte infrage kommen.
Bild: Luzia Grasser

Innerhalb einer Generation sollen im Ingolstädter Stadtgebiet eine Million Bäume gepflanzt werden. Warum die Stadt das macht und wo die vielen Bäume überhaupt Platz haben

In spätestens 30 Jahren soll die Millionengrenze geknackt sein. Wenn Oberbürgermeister Christian Lösel dieses Ziel ins Visier nimmt, dann geht es nicht um die Einwohnerzahl Ingolstadts. Denn trotz rasantem Wachstums wird diese Zahl auch im Jahr 2049 vermutlich deutlich darunter liegen. Vielmehr sollen in der Schanz in den kommenden drei Jahrzehnten eine Million Bäume gepflanzt werden. Begonnen werden soll noch in diesem Jahr, mit 25.000 Bäumchen auf städtischem Grund. Insgesamt pflanzt die Stadt vier- bis fünfmal mehr Bäume als es in dieser Zeit üblich wäre.

Mit dem Pflanzprogramm soll „das Bevölkerungswachstum mit dem ökologischen Wachstum verbunden“ werden, erklärte der Oberbürgermeister vor Pressevertretern. Wie er weiter ausführte, sei Ingolstadt in der Statistik bayernweit schon jetzt weit vorne mit dabei, wenn es darum geht, wie viele Quadratmeter Grünfläche es pro Einwohner gibt. Aktuell sind das im Stadtgebiet 200. Mit dem Gelände der Landesgartenschau, die im kommenden Jahr stattfindet, soll der Anteil noch mal nach oben steigen, betont Lösel.

Mit dem „Eine-Million-Bäume-Projekt“ setzt die Stadt Ingolstadt eine langjährige Tradition fort. Bereits seit 1978 hat die Stadt gemeinsam mit ihren Tochtergesellschaften etwa 60 Hektar Acker- und Wiesenflächen aufgeforstet und dabei über 340.000 Bäume und Sträucher gepflanzt. „Das Ein-Million-Bäume-Projekt, das in einem Zeitraum von etwa 30 Jahren umgesetzt werden soll, wird die bisherigen Maßnahmen aber bei weitem übertreffen und neue Waldflächen in einer Größenordnung von ungefähr 250 Hektar schaffen“, so Lösel weiter. Zur Verdeutlichung führt Ulrich Linder, Chef des Ingolstädter Gartenamts und neben dem Forstamt zuständig für die Neuanpflanzungen, den Zucheringer Forst an. Der umfasst aktuell eine Fläche von 70 Hektar. Man bräuchte demnach rund die fünffache Fläche, denn 250 Hektar sind Minimum, je nachdem, wie dicht die Bäume stehen.

Neben einzelnen Abschnitten in den städtischen Grünringen sollen vor allem bestehende Auwaldflächen und Fließgewässer durch die Neuanpflanzungen in ihrer Substanz gestärkt und durch die Schaffung ökologischer Trittsteine miteinander vernetzt werden, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Ingolstadt. Damit entstehen neben neuen stadtnahen Erholungsbereichen wertvolle Biotope, die einer Vielzahl von Tier und Pflanzenarten Lebensraum bieten können.

Da auf den Flächen junge Bäume angepflanzt werden, sei es auch „für den Steuerzahler erträglich“, betont Lösel: „Mit vertretbarem Geld können hier sichtbare Erfolge erzielt werden.“

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