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Sketche

18.09.2018

Der Nachwuchs macht Theater

Wegen eines verbrannten Hasenbratens gab es Streit bei diesem Paar (Christoph Hosemann und Larissa Golombek). <b>Foto: Michael Geyer</b>
Bild: Michael Geyer

Rennertshofener Theaterfreunde begeistern Publikum mit lustigen Stücken

Rennertshofen „Ich weiß gar net, was die Kritiker da alles finden, in meine Sachen – i will doch bloß, dass die Leut lachen.“ Dieser Ausspruch von Karl Valentin passt haargenau auf den Theaternachmittag, zu dem die Theaterfreunde Rennertshofen rund 80 Besucher im Biergarten des „Kontrast“ begrüßen durften. Zu lachen gab es mehr als genug, denn der hintersinnige Humor Karl Valentins zog sich wie ein roter Faden durch die Stücke. Die Akteure kamen mit minimalen Requisiten aus, dafür aber rückten alltägliche Banalitäten in den Mittelpunkt und die Zuschauer konnten gar nicht anders, als sich in die Denkweise Valentins einzulassen, die links herum geht, wie es Tucholski einmal beschrieben hatte.

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So ein Linksherum-Stück war schon das erste mit dem Titel „Wichtige Notizen“. Da kam doch der Herr Gemahl (Marina Hermann) nach Hause und hatte den Notizzettel in der Apotheke liegen gelassen, auf dem neben seinen geplanten Einkäufen auch noch das darauf stand, was er auf keinen Fall vergessen wollte. Weil es ihm so wichtig erschien, rief die Ehefrau (Lena Schartel) in der Apotheke an und erfuhr, dass neben diversen Artikeln auch noch nicht erledigte Arbeiten, wie „Öl am Auto nachfüllen“ und „offene Rechnungen bezahlen“ vermerkt waren. Dass aber auch „Zehennägel schneiden“ notiert war, konnte die Frau nicht fassen. „Sich die Zehennägel zu schneiden, ist doch normal, aber dass man es aufschreiben muss, ist nicht normal“, kommentierte sie. „Du weißt doch, wie viele Socken ich schon durchgebohrt habe“, konterte der Mann und hatte die Lacher auf seiner Seite.

Auch bei dem Stück „Der Hasenbraten“ ging es um Wortklaubereien im Disput eines Ehepaares: Er (Christoph Hosemann) meinte, die Suppe sei ungenießbar, schon allein deswegen, weil sie zu heiß sei. Sie (Larissa Golombek) warf ihm vor, er bohre bei der Diskussion immer in dasselbe Loch hinein. Bei all dem Streit vergaßen sie den Hasenbraten in der Röhre, den die Frau nur noch verbrannt auftischen konnte. Fazit: „Essen kannst den nimmer, aber dem Tierschutzverein werde ich das melden.“

Anna Fürst und Raphael Kruber setzten mit ihrem Sketch einen schönen Schlusspunkt. Doch so entspannt wie der Titel „Der entspannte Urlaub“ ankündigte, waren die Angelferien in Schweden nicht: Statt Campari Orange in Rimini gab es Hering Puszta und Makrele Förster Art aus der Dose, nicht zuletzt weil die Frau nur herumnörgelte und kein Fisch an der Angel anbiss. Nach einem Streit über die alphabetische Ordnung im Zelt – „Deodorant vor Dessert“ – beschlossen die beiden, die letzten Tage Urlaub in Rimini zu verbringen. „Für einen Sonnenbrand reicht’s immer noch.“ (mg)

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