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Ausbildung

19.06.2017

Der Nachwuchs reicht hinten und vorne nicht

Angebot der Betriebe für Lehrstellen erreicht Rekordniveau. Doch es fehlen die Bewerber dafür

Azubis sind im Landkreis so gefragt wie selten zuvor, teilt der Regionalausschuss Neuburg-Schrobenhausen der IHK für München und Oberbayern mit. Die Zahl der zur Vermittlung gemeldeten Lehrstellen im Landkreis ist aktuell auf 611 gestiegen, ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber Ende Mai 2016. Im gleichen Zeitraum sank die Zahl der Bewerber um eine Lehrstelle um 9,3 Prozent auf 594 Interessenten. Damit spiegelt sich auch in Neuburg-Schrobenhausen ein langjähriger bayerischer Trend wider.

Von 2009 bis 2016 ist die Zahl der gemeldeten Lehrstellen im Freistaat um ein Viertel gestiegen. Die Zahl der Bewerber sinkt dagegen tendenziell. „Der Lehrstellenmarkt wird für die Betriebe jedes Jahr schwieriger – aufgrund der guten Konjunktur und des absehbaren Fachkräftemangels bieten die Firmen reichlich Lehrstellen an, aber der Nachwuchs reicht hinten und vorne nicht. Dazu kommt, dass es bei zu vielen Bewerbern Lücken bei der Ausbildungsreife gibt, zum Beispiel bei grundlegenden Deutsch- und Mathekenntnissen oder bei der Teamfähigkeit“, beklagt der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses Neuburg-Schrobenhausen, Hartmut Beutler aus Schrobenhausen.

„Den bislang erfolglosen Bewerbern für den Beginn des Ausbildungsjahrs im September stehen im Endspurt der Betriebe um die Azubis noch viele Türen offen. Viele Betriebe geben Schülern mit weniger guten Zeugnissen Chancen und bieten ausbildungsbegleitende Nachhilfe“, so Beutler weiter. Schüler in den Abgangsklassen hätten immer noch gute Karten, im September mit der Ausbildung durchzustarten. Als erster Schritt biete sich zum Beispiel ein Schnupperpraktikum in den Sommerferien an.

Aktuell sind 276 Lehrstellen im Landkreis unbesetzt, so die Arbeitsagenturstatistik. Dem stehen nur 206 unversorgte Bewerber gegenüber. Im Vorjahr waren im Landkreis über 50 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben.

In Ingolstadt liegt die Zahl der zur Vermittlung gemeldeten Lehrstellen aktuell mit 1442 nur 1,7 Prozent unter dem Vorjahreswert und knüpft an das starke Niveau der Vorjahre an. Gleichzeitig stieg die Zahl der gemeldeten Bewerber binnen Jahresfrist um 9,0 Prozent auf 941 Interessenten. Auch Ingolstadt liegt damit im bayernweiten Trend. Bei den Bewerbern liegt Ingolstadt dagegen deutlich über dem aktuellen Bayernwert – im Freistaat ergab sich ein Bewerber-Plus von 0,4 Prozent gegenüber 2016. Aktuell sind 743 Lehrstellen in Ingolstadt unbesetzt, so die Arbeitsagenturstatistik. Dem stehen nur 456 unversorgte Bewerber gegenüber. Im Vorjahr waren in Ingolstadt knapp 130 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben.

Die Arbeitsagenturzahlen zur Ausbildung beziehen sich auf alle Zuständigkeitsbereiche. Davon ist der IHK-Bereich mit den Berufen aus Industrie, Handel und Dienstleistungen der größte. Er stand 2016 für 56,7 Prozent aller neugeschlossenen Ausbildungsverträge in Bayern. Danach folgen Handwerk (28,6 Prozent) und freie Berufe (9,9 Prozent). (nr)

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