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Karlskron

18.10.2019

Der Ninja Warrior aus Karlskron

Selbst für einen <i>Ninja-Warrior</i> ist das kein gewöhnlicher Garten: Stefan Angermeier hat sich zuhause einen eigenen Parcours gebaut.
Bild: Franziska Angermeier

Plus Auch im flachen Donaumoos gibt es Plätze zum Klettern – etwa im Garten von Stefan Angermeier. Mit seinen Leistungen hat er es zu RTL ins Abendprogramm geschafft

Den Mount Midoriyama kann man in Karlskron lange suchen. In der RTL-Sendung Ninja Warrior ist das für die Teilnehmer eines der schwersten Hindernisse auf dem Weg zum Titel – der den gleichen Namen trägt wie die Sendung und so viel bedeutet wie „Ninja-Krieger“.

Finden kann man aber etwas, das fast genau so beeindruckend ist – oder zumindest der Aufwand, der dahinter steht. Denn während der echte Mount Midoriyama in Japan steht, wo die Sendung erfunden, die dann später unter anderem nach Deutschland verkauft wurde, hat Stefan Angermeier seinen eigenen Hindernis-Parcours in seinen Garten in Karlskron gebaut. Dort kann er klettern, springen und hangeln – was nach Spielerei klingt, ist eigentlich schwerste Arbeit. Seit rund zwei Jahren werkelt Angermeier mit ein wenig Unterstützung von Familie und Freunden im Garten, hat Tonnen von Stahl verbaut und ist doch noch lange nicht fertig, wie er sagt.

Stefan Angermeier vor dem Parcours in seinem Garten in Karlskron.
Bild: Christof Paulus

Fünfmal pro Woche trainiert Stefan Angermeier für Ninja Warrior

Mindestens fünf, manchmal sieben Tage in der Woche trainiert Angermeier, was bei einem Blick auf seinen Bizeps und seine Unterarme kaum verwundert. Doch ganz egal, wie gut er trainiert hat: „Ganz schön nervös“ war er, als er in Karlsruhe am Start stand. In der DM-Arena, eine Halle, die Angermeier als „riesig“ bezeichnet, zeichnet RTL Ninja Warrior auf. Kein Wunder, denn die Türme und Seile, auf die Angermeier von der Startrampe aus blickt, müssen in der Halle ihren Platz haben. Sie alle will er überwinden – und das muss er auch, wenn er den Titel Ninja Warriorhaben will. In Deutschland könnte er damit der erste sein – denn bis zum Ende hat auf dem Parcours noch niemand durchgehalten. 300.000 Euro Preisgeld gäbe es dort zu holen.

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Angermeier ist in diesem Jahr Teilnehmer der Sendung gewesen, die rund zwei Millionen Zuschauer einschalten. Und die können sehen, wie ihm ein Grinsen über das Gesicht huscht, kurz bevor das Startsignal grell durch die Halle piepst. Von Plattform zu Plattform muss er zunächst im Zickzack springen, darf nicht ins Wasser zwischen den Plattformen fallen. Er schafft es mühelos, hangelt sich über die zweite Station, balanciert über die dritte. Stets sind es neue Hindernisse, an denen er vorher nicht üben durfte, die er überwinden muss. Dass ihm das so gut gelingt, liegt an seiner Balance und seiner Griffkraft, wie er sagt.

Fans unterstützen den Athleten aus Karlskron bei Ninja Warrior

Im Hintergrund fällt ein blaues Schild auf, in gelber Schrift steht „Auf geht’s Stefan“ darauf. 13 Fans haben Angermeier nach Karlsruhe begleitet, laufen an der Seite den Parcours mit. Immer wieder blendet das Fernsehbild die Gruppe ein, zeigt wie sie jedes Mal jubeln, wenn Angermeier ein neues Hindernis überwunden hat. Der schwingt inzwischen an Ringen durch die Luft, hängt quer oder kopfüber. Ehefrau Franziska weiß, was er kann, trainiert manchmal mit ihm. Trotzdem klatscht und staunt sie mit offenem Mund, als ihr Mann das nächste Hindernis schafft. Drei Minuten sind vergangen, Angermeier pustet einmal durch, schüttelt sich aus. Zwei Wände stehen vor ihm, eine hohe und eine noch höhere, von denen er eine überwinden muss. Er schafft es, hat den Parcours bewältigt. Am Ziel ist er noch nicht. Es geht in die zweite Runde, Halbfinale und Finale könnten folgen.

Angermeier live bei Ninja Warrior.
Bild: Markus Hertrich, TVNOW

Begonnen hatte sein Weg zu Ninja Warrior fast ein Jahr vorher. Da hatte der 27-Jährige, der sein Geld als Versuchsmechaniker in München verdient, sich beworben. Ihn und seinen ganz eigenen Parcours im Garten fand RTL so interessant, dass das Filmteam ihn in der Sendung dabei haben wollte. Ein Filmteam hat ihn in Karlskron besucht, um ihn in der Sendung vorstellen zu können. Darauf ist er merklich stolz, nur wenige Kandidaten bekamen so viel Sendezeit wie er.

Bis heute hat es niemand zum Ninja Warrior geschafft

Und dass er davon noch mehr bekommt, dafür hatte er mit seinem Parforceritt in der ersten Runde selbst gesorgt. Noch am gleichen Tag steht er wieder am Start, in der Qualifikation für das Halbfinale. Ausgestrahlt wird das Halbfinale um 20.15 Uhr am 1. November, nur noch ein paar Hindernisse ist es für Angermeier entfernt. Ohne zu zögern, läuft und hangelt er durch die ersten Hindernisse, Kommentator Frank Buschmann nennt ihn den schwersten aller Teilnehmer im Feld, trotz seiner „typischen Ninja-Figur“. Doch am fünften Hindernis ist es vorbei: Angermeier rutscht ab, fällt ins Wasser. „Schade!“, ruft Buschmann, bevor sofort der nächste Kandidat am Start steht. Für dieses Jahr ist es vorbei, doch das nächste hat Angermeier bereits angepeilt. Auch wenn ihn seit Kurzem eine Verletzung am Fuß aufhält: Er will sich wieder bewerben. Dann will er einen neuen Anlauf starten – zum ersten Ninja-Warriorin Deutschland.

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