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Namenspatrone

14.03.2018

Der Patron der Liebenden

Valentin als Helfer der Kranken, wie er im Hochaltarbild der Pfarrkirche Bonsal abgebildet und golden eingefasst ist.
Bild: Thomas Brom

Valentin eilte ein Ruf als Wunderheiler voraus. Dennoch wurde er gefoltert und enthauptet

Die Heiligen mit regionalem Bezug, die noch nicht betrachtet wurden, werden immer weniger. Im März wurde der Verfasser nicht fündig. Daher greift er, einen Monat nach seinem Namenstag, auf einen Heiligen zurück, der gemeinhin – zumindest in der Werbung der Blumen- und Schokoladenhändler –zum Patron der Liebenden wurde.

Es handelt sich um den Märtyrer und Bischof Valentin von Terni. Am gleichen Tag hat auch der Märtyrer und Priester Valentin von Rom seinen Gedenktag. Und es gibt noch einen dritten heiligen Valentin, den Bistumspatron von Passau. Letzterer ist in einem Kirchenfenster der Pfarrkirche von Bittenbrunn verewigt, leider aber ikonografisch falsch. Der Passauer Valentin hat seinen Gedenktag am 7. Januar.

Bischof Valentin wurde um das Jahr 175 im heutigen Terni, einer Stadt in Mittelitalien, geboren. Er machte in der Kirche schnell Karriere. Schon als junger Mann wurde er zum Bischof seiner Heimatstadt geweiht. Als Hirte seiner christlichen Gemeinde wirkte er sehr erfolgreich. Als er auch noch den Ruf eines Wunderheilers bekam, holte ihn der Rhetor Craton nach Rom, damit Valentin dessen verkrüppelten Sohn von seinen Gebrechen befreien sollte. Als der Knabe wirklich geheilt wurde, kannte die Begeisterung keine Grenzen, und viele ließen sich taufen. Doch wie so oft ist Undank der Lohn. Kaiser Aurelian ließ ihn einkerkern und foltern. Als sich Valentin weigerte, den Göttern der Römer zu opfern, wurde er am 63. Meilenstein an der Via Flaminia, kurz vor Terni, enthauptet. Dort fand er auch seine letzte Ruhestätte, doch nicht sehr lange. Seine Gebeine gelangten in sehr viele Kirchen, von Italien über Frankreich bis nach Nordengland.

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Besonders im deutschsprachigen Raum wurde er verehrt, nachdem Erzherzog Leopold V. von Österreich durch die Fürsprache Valentins Gnade erhalten hatte.

Zum Patron der Liebenden wurde er über Valentin von Rom, bei dem man übrigens nicht weiß, ob er nicht identisch mit Valentin von Terni ist. Dieser Valentin von Rom wird aus der gleichen Zeit überliefert. Er war ein überaus beliebter Priester und Seelsorger, der Hilfesuchenden Trost spendete und ihnen Blumen schenkte. Trotz eines Verbots traute er Liebende nach christlichem Ritus. Dafür wurde auch er zum Märtyrer. Sein Gedenktag fällt auch auf den 14. Februar.

In unserem Landkreis ist die Pfarrkirche von Bonsal dem hl. Valentin von Terni geweiht. Im Hochaltarbild ist er als Bischof und als Krankenheiler dargestellt. Zugleich sind ihm auch drei Äpfel, die Liebesgaben symbolisieren, beigegeben. Das weist ihn als Patron für eine gute Verlobung und Hochzeit aus. Wann Valentin Kirchenpatron von Bonsal wurde, ist unbekannt. Die Kirche steht aber in einigen Bauteilen bereits seit dem frühen 15. Jahrhundert.

Wegen der Namensähnlichkeit zu „Fall-net-hin“ wird er auch von Epileptikern gegen die Fallsucht angerufen.

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