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Wallfahrt

15.06.2011

Der „Schlampertoni“ hilft auch den Alten

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Zelebrant war heuer der Generalobere der Diener Jesu und Mariens Anton Bentlage vom Kloster Blindenmarkt.

Rund 200 Gläubige beim Gottesdienst vor der Antoniberg-Kapelle

Rennertshofen-Stepperg Der Heilige Antonius ist Schutzpatron der Städte Padua, Lissabon, Paderborn und Hildesheim sowie der Berufe Bäcker, Schweinehirten, Bergleute und Sozialarbeiter. Er wird bei Unfruchtbarkeit, Fieber, Pest, Schiffbruch, Kriegsnöten und Viehkrankheiten und für das Wiederauffinden verlorener Gegenstände (daher der Scherzname „Schlampertoni“) angerufen. Zudem soll er zu einer guten Geburt, zum Altwerden und zu einer guten Ernte verhelfen. Besonders bekannt ist sein Patronat über die Armen.

Antonius – ein Kirchenlehrer aus Portugal

Im Kirchenjahr der Stepperger Pfarrei hat die Antonius-Wallfahrt nach wie vor ihre besondere Bedeutung und ihren festen Platz. Auch dieses Jahr wurde sie zu einem feierlichen Bekenntnis des Glaubens und zog rund 200 Gläubige an, von denen die meisten in einer feierlichen Prozession von der Pfarrkirche Sankt Michael über die steilen Stufen des Antonibergs zur Antoniuskapelle emporstiegen. Die Traditionsfahnen und Abordnungen der heimischen Vereine säumten die dicht besetzten Bankreihen unter den altehrwürdigen Linden. Die Kommunionkinder und auch die politische Prominenz mit Landrat Roland Weigert, Bürgermeister Ernst Gebert und vielen Mitgliedern des Gemeinderats erwies dem bei uns vor allem als „Schlamperpatron“ bekannten Kirchenlehrer aus einem portugiesischen Adelsgeschlecht ihre Referenz. Die Marktkapelle mit Dirigent Bernd Hoffmann an der Spitze gestaltete die Schubertmesse.

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Der Heilige Antonius war ein Sprachgenie

Als Zelebrant konnte Pfarrer Nikolaus Maier den Generaloberen der Diener Jesu und Mariens (SJM) Anton Bentlage vom Kloster Blindenmarkt in der österreichischen Diözese Sankt Pölten willkommen heißen. In seiner Predigt umriss Anton Bentlage das Leben des Heiligen, der es geschafft habe, in der ganzen Welt verehrt zu werden. So wie die Apostel an Pfingsten in zahlreichen Sprachen gepredigt hatten und von jedem verstanden wurden, so fiel auch Antonius durch seine außergewöhnliche Redebegabung auf. Auch auf ihn treffe dieses Sprachenwunder des Pfingstfestes zu, als er in die Hochburgen der Irrlehre eindrang und in Italien den Albigensern und Waldensern und in Südfrankreich den Katharern in ihren Dialekten predigte. Und ebenso wie die Apostel habe er ein lebendiges Glaubenszeugnis abgelegt und könne auch heute noch Vorbild für uns sein.

Antonius lebte nach diesen Prinzipien: Im Jahr 1220 trat er in den Franziskanerorden über und ging als Missionar nach Marokko. Er hegte auch den Wunsch, dort im Kampf gegen die islamischen Berber als Märtyrer für Christus sein Blut zu vergießen. Doch, weil er an Malaria erkrankte, musste er – statt auf den Straßen und Plätzen das Evangelium zu verkünden – Marokko wieder Richtung Heimat verlassen. Eine harte Prüfung für ihn. Durch einen Sturm verschlug es ihn nach Sizilien. Er nahm sein Schicksal an, unterwarf sich dem Willen Gottes und lebte einige Zeit in einem abgelegenen Kloster, wo er allerdings Geschirr spülen musste, statt zu predigen.

Nach dieser Demutsprüfung traf Antonius seinen Glaubensbruder Franz von Assisi, als er 1221 am Generalkapitel der Franziskaner teilnahm. 1227 kehrte er nach Oberitalien zurück, wo er als Bußprediger, Ordensprovinzial und an der Universität Bologna als Lektor der Theologie für die Franziskaner wirkte. Von seinen zahlreichen Aufgaben und Reisen erschöpft, zog er sich 1230 von seinen Ämtern zurück. Antonius starb am 13. Juni 1231 bei Padua.

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