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Neuburg-Schrobenhausen

20.05.2015

Der Streik der Kitas geht weiter, aber nur zum Teil

In einigen Kindertagesstätten wird weiter gestreikt.
Bild: akf-Fotolia.com

Auch diese Woche schließen wieder einige Kindergärten ihre Pforten. Welche weitermachen, welche nicht und warum.

Weider stehen einige Eltern vor der Frage: Wohin mit meinem Kind? Denn mehrere Kindertagesstätten der Stadt Neuburg und im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen schließen diese Woche erneut ihre Pforten, da die Erzieherinnen weiter für bessere Rahmenbedingungen und mehr Geld streiken (wir berichteten). Die Kindertagesstätten geben allerdings kein einheitliches Bild ab. Sie sind an verschiedenen Tagen und für unterschiedlich lange Zeit geschlossen. Das Problem dahinter: Die meisten Erzieherinnen sind nicht gewerkschaftlich organisiert und können oder wollen es sich nicht leisten, auf ihr Gehalt zu verzichten. In manchen Kindergärten konnten Termine kurzfristig nicht verschoben werden. Und einige Erzieherinnen klagen über mangelnde Solidarität.

Die Leiterin des Kindergartens Lichtenau, Sabine Meyer, sagt: „Wir sind frustriert, weil nur so wenig Solidarität von anderen Kollegen kommt. Man fühlt sich teilweise sehr allein.“ Dadurch kämen sie auch in Erklärungsnot gegenüber den Eltern, die fragten: Warum macht ihr mit und die anderen nicht? Meyer ist außerdem enttäuscht, wie wenige vergangene Woche bei der Kundgebung in Ingolstadt dabei gewesen seien. „Da muss man da sein und sich zeigen“, findet sie. Der Kindergarten Lichtenau hätte sich gerne wieder am Streik beteiligt, so Meyer, aber ein Fototermin am Mittwoch und ein Ausflug am Donnerstag konnten nicht verschoben werden. Lediglich am Freitag wird die Arbeit teilweise niedergelegt, eine Notgruppe ist eingerichtet. Manuela Meier, Leiterin des Kindergartens Rennertshofen, erklärt: „Wir würden uns gerne solidarisieren, aber von uns ist keiner in der Gewerkschaft und wir können es uns nicht leisten.“ Und auch sie käme inzwischen in Erklärungsnöte – jedoch nicht gegenüber den Eltern, sondern gegenüber dem Essenszulieferer und dem Träger, der Gemeinde. „Man muss da ganz schön Rede und Antwort stehen.“ Im Kinderhaus in Bergheim wird sich diese Woche ebenfalls niemand mehr am Streik beteiligen. „Es geht uns nicht ums Geld. Das hat organisatorische Gründe. Wir haben vor den Ferien viel zu erledigen“, erklärt Leiterin Michaela Lautenbacher. Nach Pfingsten wolle man sehen, wie sich das Ganze entwickle. Sie schließe einen weiteren Streik nicht aus. Im Kindergarten Heinrichsheim wird diese Woche auch nicht mehr gestreikt. Hier hat die Entscheidung durchaus finanzielle Gründe. Leiterin Sissy Schafferhans erzählt: „Der Streik ist hart für uns. Einige können nicht so lange auf ihren Lohn verzichten.“ Im Neuburger Brändström Kindergarten hat Leiterin Christine Reith eine Streikliste ausgehängt, in die sich die Erzieherinnen anonym eintragen konnten. Doch niemand habe sich ein weiteres Mal am Arbeitsausstand beteiligen wollen. „Ich denke, den meisten geht es ums Geld“, vermutet Reith. Im städtischen Kindergarten in der Franziskaner Straße hat man sich aufgeteilt: Laut Leiterin Elisabeth Kausch werden die drei Erzieherinnen, die in der Gewerkschaft sind, streiken, die anderen nicht. Daher könne der Betrieb aufrecht erhalten werden.

Eine Erzieherin des Sonnenhügel-Kindergartens lässt keine Ausflüchte gelten: „Wir sind auch nicht begeistert. Das tut jedem weh. Aber wir verzichten trotzdem auf unseren Lohn, denn wir wollen ein Zeichen setzen. Wir müssen die Chance jetzt nutzen, sonst wird nichts in die Wege geleitet.“ Die Erzieherinnen im Kindergarten Bittenbrunn sind der gleichen Meinung. Eine von ihnen sagt: „Keiner hier schreit Hurra, aber wir finden es wichtig.“

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