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Landgericht

21.09.2011

Der Tochter im Trennungskrieg „geholfen“

Anwalt aus Bremen zahlt freiwillig 3000 Euro wegen Beihilfe zum Kindesentzug

Ingolstadt Schon im Sommer 2008 vor dem Amtsgericht sprach die Richterin von einem „fürchterlichen Trennungskrieg“. Der ist seit gestern zwar juristisch teilweise beigelegt, geht aber offenbar weiter.

Die beiden Eheleute lebten einst in Ingolstadt und hatten zwei Kleinkinder. Als die Beziehung scheiterte, nahm die Tochter eines Rechtsanwaltes aus Bremen die Kinder mit und versteckte sie monatelang bei ihren Eltern. Der Ehemann – für Audi in China im Einsatz – sah die beiden Söhne fast ein dreiviertel Jahr nicht. Alle Bemühungen blieben vergeblich und das Klima zwischen den inzwischen geschiedenen Eheleuten war bald völlig vereist.

Und zwar vor allem auch deshalb, weil der Vater der Frau mit aller Energie darauf drängte, dass der Ex-Schwiegersohn keinen Einfluss mehr auf die Kinder hat. In erster Instanz bezeichnete Richterin Sandra von Dahl den heute 72 Jahre alten Juristen sogar als treibende Kraft, die immer wieder neue Spitzen schickte und den Trennungskrieg vollends eskalieren ließ.

Der Tochter im Trennungskrieg „geholfen“

Die Amtsrichterin verurteilte damals die Frau wegen Kindesentzug und deren Vater wegen Beihilfe und Nötigung. Der Jurist ging in die Berufung. In der zweiten Instanz vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Georg Sitka am Landgericht gab es dann einen überraschenden Freispruch für den Mann. Das wiederum ließ die Staatsanwaltschaft auf die Barrikaden gehen. Sie beantragte eine Revision des Urteils und hatte damit auch Erfolg.

Heute sollte am Landgericht die neue Berufungsverhandlung – diesmal unter Leitung von Richter Konrad Kliegl – über die Bühne gehen, aber so weit kam es gar nicht mehr. Der Vorsitzende hatte dem Anwalt aus Bremen in Vorverhandlungen signalisiert, dass er wohl kaum wieder mit einem Freispruch rechnen kann. Daraufhin willigte der Jurist gestern quasi in letzter Minute ein und erklärte sich bereit, eine Geldauflage in Höhe von 3000 Euro zu zahlen. Im Gegenzug wurde der Fall vorläufig eingestellt, bis der Mann gezahlt hat.

Gericht sprach die Kinder zwischenzeitlich dem Vater zu

Der Trennungskrieg zwischen den geschiedenen Eltern der beiden Buben geht allerdings weiter. Enorm zugespitzt hat er sich, seit ein Gericht die Mutter in die Schranken gewiesen und ihr die Kinder entzogen hat. Die heute neun und sieben Jahre alten Buben leben seither beim Vater. Dessen Ex-Schwiegervater bombardiert den Mann seither mit immer neuen Vorwürfen und Strafanträgen. Und außerdem will er als Großvater ein Umgangsrecht einklagen – die Chancen darauf stehen nach all den Vorgeschichten allerdings denkbar ungünstig.

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