1. Startseite
  2. Lokales (Neuburg)
  3. Der Vorhang ist fürs Erste gefallen

Seminartheater geschlossen

28.09.2014

Der Vorhang ist fürs Erste gefallen

Copy%20of%20Theater%20Studienseminar.tif
4 Bilder
Das schmucke Theater im Neuburger Studienseminar ist für viele Amateurtruppen in Neuburg eine wichtige Spielstätte. Wie es weitergeht, wissen Stiftungsvorstand Anton Haberer und seine rechte Hand Josefine Wiedenhöfer derzeit noch nicht.
Bild: Foto: Barbara Würmseher

Aus Sicherheitsgründen ist die Bühne des schmucken Hauses derzeit nicht bespielbar

Für zahlreiche Theaterschaffende in Neuburg ist eine Zeit der Ungewissheit angebrochen. Weder die verschiedenen Ensembles des Descartes-Gymnasiums, noch das Neuburger Boulevardtheater, die Truppen Mimenfeld und Rampenfieber, der Kabarettist Manfred Basel und andere wissen derzeit, wie es um ihre schauspielerischen Pläne bestellt ist. Ihr angestammtes Haus, das schmucke, kleine Seminartheater hat geschlossen. Aus Sicherheitsgründen darf die dortige Bühne seit Mai nicht mehr bespielt werden. Kaum hatte „Mimenfeld“ im Frühjahr seine Saison beendet, fiel auch der Vorhang für das Theater selbst – jedenfalls zunächst einmal.

Anton Haberer, der Stiftungsvorstand des Studienseminars, hatte schon längere Zeit Bauchschmerzen, wenn er an die Spielstätte dachte. Immerhin hat nicht viel an Renovierungen stattgefunden, seit sie im Jahr 1981 errichtet worden ist – übrigens keineswegs als Theater, sondern als Veranstaltungsraum und Aula. „Wir haben also nicht einmal eine Baugenehmigung für ein Theater“, sagt er. Nachdem nun also diverse Brandschutzmängel bekannt geworden sind, müssen sich die Verantwortlichen ein genaues Bild davon machen und einen offiziellen Bauantrag bei der Stadt Neuburg einreichen.

„Wir haben erste Sondierungsgespräche mit unserem Hausmeister geführt“, schildert Haberer, „und auch Kulturamtsleiterin Kathrin Jacobs und Herbert Kugler, den Bühnenmeister des Stadttheaters als Berater hinzugezogen.“ Dabei wurden Bedenken gegen den momentanen Zustand des Theaters laut. Vor allem wird befürchtet, die derzeitigen Fluchtwege (hinter der Bühne, auf der Empore und die reguläre Treppe) könnten heutigen Anforderungen nicht gerecht werden. „Zwischen 1981 und 2014 liegen Welten“, so sieht es Josefine Wiedenhöfer, die im Studienseminar unter anderem auch für das Theater zuständig ist. Unklar ist, ob eine bessere Ausschilderung der Wege schon genügt, oder ob eventuell eine zusätzliche Stahltreppe installiert werden muss. Jetzt soll ein Brandschutzplaner sich die Situation vorort ansehen und erklären, was zu tun ist. Auch die Elektrotechnik gilt es, unter die Lupe zu nehmen und die Materialien der Ausstattung – etwa Sitzpolster und Vorhänge – müssen auf ihre Brennbarkeit überprüft werden.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

„Wir brauchen Sicherheit – nicht nur für die Besucher, die hierher kommen, sondern wir müssen auch für uns selbst Rechtssicherheit schaffen“, so Anton Haberer. „Deshalb wollen wir unsere Hausaufgaben machen. Der Prozess ist angelaufen, wir können aber nicht ansatzweise abschätzen, wie viel Zeit wir brauchen.“

Haberer hofft, dass sich die Kosten, die nun auf das Studienseminar zukommen, im Rahmen halten, denn „eine kleine Stiftung kann natürlich nicht viel Geld investieren. Wenn sie allerdings explodieren, müssen wir Klingelputzen gehen.“

Er will alles daran setzen, dass die Tradition des Theaters weitergehen kann. „Das sind wir unserem Stiftungszweck schuldig, der Ausbildung von Kindern und Jugendlichen.“ Und auch die anderen Theaterspieler stehen schon wieder in den Startlöchern, wollen proben oder ihre nicht mehr fernen Inszenierungen auf den Weg bringen. Doch deren Realisierungen dort sind augenblicklich noch höchst ungewiss.

Themen Folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren