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Wasserzweckverband Burgheim

15.11.2019

Der „alte Opa“ hat ausgedient

Die Bürgermeister Michael Böhm Günter Gamisch, beide an der Spitze des Wasserzweckverbands Burgheim, haben ein Expertenteam um sich geschart, um den Bau eines neuen Trinkwasserbrunnens zu besprechen.
Foto: Peter Maier

Ende November beginnen die Bohrarbeiten für einen neuen Trinkwasserbrunnen, der Burgheim, Ehekirchen, Rohrenfels und Teile von Rain versorgen wird

Der Wasserzweckverband Burgheim versorgt rund 12.000 Einwohner aus den Gemeinden Burgheim, Ehekirchen, Rohrenfels und aus Teilen der Stadt Rain mit etwa 850.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr. Um diese Versorgung auch künftig zu gewährleisten, nimmt der Verband rund 1,7 Millionen Euro in die Hand und baut in Burgheim zwischen der Kleinen Paar und dem Sachsenweidengraben einen neuen Brunnen, den sogenannten Tiefbrunnen VI. Warum diese Investition nötig ist, erläuterten der Vorsitzende, Ehekirchens Bürgermeister Günter Gamisch, sein Stellvertreter, Burgheims Bürgermeister Michael Böhm sowie eine Expertenschar bei einem Treffen im Wasserwerk an der Donauwörther Straße.

Vor gut zwei Jahren ließ der Wasserzweckverband im Brunnen IV die Pumpe erneuern. Bei der damit verbundenen Untersuchung des 40 Jahre alten Bauwerks bescheinigten Experten dem Wasserspender das Prädikat „Alter Opa“. Der in der Nachbarschaft liegende Brunnen V ist deutlich leistungsfähiger. Weil man aber nicht so einfach einen neuen Brunnen bauen kann, schloss sich eine umfangreiche und intensive Prüfungsphase an. Dabei wurde klar, dass die Reaktivierung von drei Flachbrunnen, die seit Mitte der 1990er Jahre außer Betrieb sind, aus technischen, wirtschaftlichen und qualitativen Gründen nicht infrage kommt.

Bereits vor über 20 Jahren stellte der Bayerische Landtag Wasser unter einen besonderen Schutz. Dies bedeutete, dass vor einem Brunnenneubau erst alle anderen Möglichkeiten geprüft werden müssen. Dies gilt auch, wenn per Saldo nicht mehr Wasser entnommen wird. Der Wasserzweckverband möchte auch nicht mehr Wasser fördern, sondern lediglich die Versorgung sichern. Wasser sparen ist bei den Bürgern angekommen, nicht zuletzt im Hinblick auf die Abwassergebühren. Der Jahresverbrauch im Gebiet des Wasserzweckverbandes stagniert. Um aber den Spitzenverbrauch während extrem heißer Sommermonate zu sichern, müsse sich der Verband „gut aufstellen“.

Nach einer „Herz- und- Nierenprüfung“ ist der positive Wasserbescheid zum Brunnenneubau inzwischen eingegangen. Übernächste Woche beginnen die Bohrarbeiten, bei denen etwa 230 Meter ausgebohrt werden. Bis Februar/März soll dies dauern, wobei die Fachleute versichern, dass es keine Lärmbelästigung geben werde. Fallen der anschließende Pumpversuch und die Wasserqualität positiv aus, geht das Planungsbüro shp GmbH aus Markt Schwaben in die Ausschreibung. Der neue Tiefbrunnen entsteht auf einem Grundstück der Marktgemeinde Burgheim zwischen Brunnen IV und Brunnen V. Dort entsteht auch das dazugehörige Gebäude.

Ingenieur Klaus Held von der shp GmbH rechnet, dass der neue Tiefbrunnen im Herbst 2020 trotz überhitzter Baukonjunktur an das Netz geht – „wenn alles normal verläuft“. Die Baukosten sind auf rund 1,7 Millionen Euro kalkuliert, mit dem Zusatz: „Billiger wird es nicht!“ Zuschüsse fließen nicht, sagte Günter Gamisch. Finanziert werde der Bau mit Rücklagen, Beiträgen und Gebühren, die nicht erhöht werden. Auch Sonderbeiträge seien nicht zu erwarten, so der Vorsitzende. Die Stadt Rain, mit der ein Wasserliefervertrag besteht, beteiligt sich ebenfalls finanziell.

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