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Neuburg

29.04.2016

Der ideale Drehort für Schulfilme

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2 Bilder
Wenn der Dreh abgeschlossen und der Film im Kasten ist, wird wahrscheinlich auch der orange Porsche 911 Targa vor dem Schulbus im Verkehrssicherheitsfilm des Instituts für Film und Bild in Wissenschafts und Unterricht – besser bekannt als FWU – zu sehen sein. 

Wer kennt sie nicht, die schrulligen Lehrfilme aus Schulzeiten? Mittlerweile verstaubt die Rolle im Schrank, Drohnen kommen zum Einsatz und Neuburg entwickelt sich zum Schauplatz für Verkehrserziehung.

Wo fängt man an, wenn man nach Erinnerungen gräbt? Vielleicht bei der Honigbiene. Einer dieser Filme, bei denen es ganz still wurde im Klassenzimmer, wenn der Lehrer das Licht ausgeknipst hat. Dann hört man nur noch das Rattern des Projektors und endlich fliegt ein Schein an die Wand: „FWU“ – vertikal angeordnete Großbuchstaben, im Kreis auf orangen Grund.

Dann der Titel: „Die Honigbiene“. Eine sonore, belehrende Stimme setzt ein, erklärt den Bienenstock und den Schwänzeltanz und spätestens jetzt fühlen sich Generationen daran erinnert, wie Unterhaltung ausgesehen hat, als Tafelanschriften den Unterricht dominierten.

Noch lange nachdem die Videokassette den 16-Millimeter-Film abgelöst hat, ratterten die Lehrfilme des Instituts für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht, so der etwas umständliche Name für das FWU, vor sich hin. Seit es die Reichsstelle für den Unterrichtsfilm nach Kriegsende abgelöst und unter neuem Namen von vorne begonnen hat. Das Institut gibt es immer noch. Und auch die Lehrfilme. Nur rattert nichts mehr und das schrullig-nostalgische hat technische und erzählerische Ambition abgelöst. FWU erscheint auf DVD, präsentiert auf YouTube Trailer zu seinen Filmen und bei den Dreharbeiten kommen Drohnen zum Einsatz. Wer am Donnerstagnachmittag durch Heinrichsheim, entlang der Sudetenlandstraße oder an der Schule am Schwalbanger vorbeigekommen ist, konnte Zeuge davon sein.

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Der Neuburger Axel Mölkner-Kappl dreht sonst für die Abendschau des Bayerischen Rundfunks Fernsehbeiträge. Für das FWU schreibt er Drehbücher und übernimmt die Regie. Selbst die Verkehrsfilme wollen nicht mehr nur belehren. Als Regisseur treibt er die neuen Möglichkeiten der Technik voran und die Handlung rückt stärker in den Fokus. In „Abenteuer Schulweg“ wetten drei Zweitklässler, wer auf seinen Weg zur Schule die spannendste Geschichte erlebt. Oldtimer fahren an Bus-Pendler Tim vorbei, Fußgängerin Kathrin begegnet einen blinkenden Hund und Rollerfahrerin Catherina beobachtet die Skater hinterm Landratsamt. Dazwischen: sicheres Vorankommen auf dem Weg zur Schule.

Mölkner-Kappl hat bereits vergangenes Jahr einen Film über sicheres Radfahren gedreht und stuft Neuburg als idealen Drehort für Filme zur Verkehrserziehung ein. Man finde jede erdenkliche Straßensituation und es herrsche kein Dauerverkehr wie in München. Auch die ADAC-Experten geben ihm recht. Einer ist bei jedem Dreh dabei, auch diesmal. Die Filme werden anschließend in ganz Deutschland zu sehen sein. Alle 16 Bundesländern unterstützen das FWU und jede Schule kann den gewünschten Film ausleihen.

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