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Neuburg

13.07.2018

Der modernste Spielplatz Neuburgs

Auf dem Grünstreifen links soll der neue, naturnahe Spielplatz entstehen. Rechts die Maschinenringe und im Hintergrund der freie Blick zum Horizont.
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Auf dem Grünstreifen links soll der neue, naturnahe Spielplatz entstehen. Rechts die Maschinenringe und im Hintergrund der freie Blick zum Horizont.
Bild: Marcel Rother

Im Neubaugebiet Neuburg-West entsteht ein Kinderspielplatz, der sich die Natur zum Vorbild nimmt – mit essbaren Pflanzen und sogar einem „Fluss“.

Es tut sich was. Nicht nur im Neubaugebiet Neuburg-West, sondern auch auf dem Gebiet der Spielplatz-Trends. Spielplatz-Trends – nie gehört? Gibt es aber tatsächlich. Das beweist nicht nur die am Freitag eröffnete Spielplatz-Ausstellung „The Playground Project“ der Bundeskunsthalle in Bonn, sondern auch der neue Spielplatz für das Neubaugebiet Neuburg-West. Auch er folgt klar einem gesellschaftlichen Trend: zurück zur Natur.

Spielplätze im Wandel der Zeit

Die Geschichte der Spielplätze ist wechselhaft, darum tummelten sich Kinder – je nach Zeit, in der sie geboren wurden – auf den unterschiedlichsten Plätzen, die Erwachsene für sie ersonnen hatten. Nach dem Krieg ging es denen vor allem darum, die Kinder von der Straße zu holen: Einfache Spielgeräte dominierten, die Kinder sollten sich austoben und verräumt sein. Im Gegensatz zu den 70er Jahren, da waren passend zur Aufbruchsstimmung, Abenteuerspielplätze schwer in Mode. Auf Tarzanbahnen und in Erdtunneln sollten die Kinder sich selbst entdecken und ihre Umwelt erobern – gemäß der antiautoritären Erziehung.

Heute ist des der Naturspielplatz, der den Zeitgeist widerspiegelt. Einer Gesellschaft, die sich zunehmend digitalisiert und in Plastik versinkt, droht die Rückbindung an ursprüngliche Zusammenhänge verloren zu gehen. Da setzt der neue Spielplatz-Typus an: Er will die Kinder für die Natur sensibilisieren und ein Bewusstsein für die direkte Umwelt schaffen. Blickt man auf die Pläne für den neuen Spielplatz in Neuburg-West, die im Bauausschuss vorgestellt wurden, entsteht auf dem Hügel eingangs der Stadt tatsächlich ein paradiesischer Tummelplatz für nachwachsende Generationen.

Der modernste Spielplatz Neuburgs

Das Konzept für den Spielplatz in Neuburg-West

Landschaftsarchitekt David Riek, der den Vorentwurf für den Naturspielplatz in Zusammenarbeit mit dem Stadtbauamt entwickelt und mit den Wünschen der Anwohnern abgestimmt hat, umreißt das Konzept: „Der Spielplatz ist möglichst naturnah gestaltet und bietet individuelle Spielangebote, die sich vom ’Standard’ abheben. Dabe sollen sowohl die motorischen Fähigkeiten wie auch die Kreativität der Kinder gefördert werden“, sagt er. Zentrales Element des Spielplatzes sei ein Weg mit Sitzbänken, der als Zugang zu den Spielflächen dient. Ringsum sorgen große Rasenflächen, Geländemodellierungen und Blumenwiesen für Abwechslung.

Eine Doppelschaukel mit Kleinkindersitz, eine Wackelwanne und ein Pferdegespann sind als Spielelemente geplant. Des Weiteren punktet der Spielplatz mit einem naturnahen Sandspielbereich samt Kletterstämmen und einer „Fluss“-Metapher aus Kies, die an die Donau erinnert. Der „Fluss“ mündet in einen Weidentunnel, dessen Ausgang auf das Spielhaus trifft. Daneben erhebt sich ein rund 1,45 Meter hoher Spielhügel mit Treppe und Rutsche. Außerdem werden an mehreren Stellen essbare Sträucher wie Felsenbirnen und Johannisbeeren sowie Kräuterinseln mit Zitronenmelisse, Pfefferminze und Salbei gepflanzt.

Für den Spielplatz sind Patenschaften denkbar

Die Mitglieder des Bauausschusses zeigten sich begeistert von dem Entwurf und verabschiedeten ihn einstimmig. „Eine sehr, sehr gute Planung“, bestätigte Oberbürgermeister Bernhard Gmehling. Allerdings ist der Spaß mit pädagogischem Mehrwert nicht ganz billig: 55.000 Euro werden für den Spielplatz laut derzeitiger Kostenschätzung fällig. „Bei dieser Summe kann man erwarten, dass sich die Anwohner ein wenig darum kümmern.“ Gmehling erwägt daher, die Idee der Spielplatzpatenschaften fortzuführen. So würde neben dem Umweltbewusstsein auch das für bürgerschaftliches Engagement gestärkt.

Lob gab es auch vom zuständigen Referenten, Johann Habermeyer: „Das ist ein sehr schöner Entwurf – so liebevoll im Detail.“ Das ist er wirklich. Ja, die Spielplätze ändern sich – und mit ihnen die Zeiten. Ein Mann, der sich liebevoll Gedanken um Kinderspielplätze macht und dafür öffentliche Anerkennung von kommunalen Würdenträgern bekommt: auch das hätte es nach dem Krieg sicherlich nicht gegeben.

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